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Der Kampf gegen eine grausame Tradition

Es ist ein qualvolles Ritual, das Millionen von Mädchen erleiden müssen, es ist ein Ritual, das sie für immer verstümmelt: Beschneidungen bei Frauen. Lange Zeit war das Thema tabu - jetzt liefert es den Stoff für einen Kinofilm.

Etwa 150 Millionen meist afrikanische Frauen wurden als Mädchen beschnitten - weil es die Tradition so vorschreibt und weil die Eltern selbst es nicht anders kennen. In vielen Ländern gilt ein unbeschnittenes Mädchen als "unehrenhaft". Der Tag der Beschneidung wird sogar von der Familie gefeiert. Doch eine Beschneidung bei Frauen ist längst nicht so harmlos wie es der Begriff vermuten lässt: Bei den minderjährigen Mädchen werden die äußeren Genitalien verletzt oder komplett entfernt - so soll ihre sexuele Lust gezügelt und ihre Chancen auf eine Heirat erhöht werden. An den Folgen des blutigen und schmerzhaften Eingriffs leiden die Frauen oft ein Leben lang.

Mit dem Buch "Wüstenblume" hat das frühere Topmodel Waris Dirie das Thema "Beschneidung bei Frauen" Ende der 1990er Jahre öffentlich gemacht - mit Erfolg: Das Buch ist ein Weltbestseller. Nun wurde der Stoff verfilmt und kommt am 24. September 2009 in die deutschen Kinos. "Der Film soll alle schockieren", sagt Waris Dirie selbst.

Auch ein Problem in Deutschland

Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes und der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" leben allein in Deutschland mindestens 17.000 beschnittene Frauen und Mädchen. Und: Mehr als 5000 Mädchen, die hier leben oder sogar geboren wurden, sind akut von diesem Schicksal bedroht.

In Deutschland ist die Beschneidung zwar verboten und gilt als schwere Körperverletzung. Doch jedes Jahr werden viele Mädchen von ihren Müttern in deren Heimat gebracht und kommen genitalverstümmelt zurück. Und: Auch in Deutschland selbst, so heißt es, werden Beschneidungen vorgenommen.

Hier erfahren Sie, was Beschneidungen anrichten und warum dieses Ritual durchgeführt wird.