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Perfider Trojaner befällt massenhaft deutsche Computer

In Deutschland sind bereits zigtausende Computer vom Virus "Locky" befallen.  Er versteckt sich in harmlosen E-Mails und verschlüsselt dann die gesamten Dateien auf dem Computer. Erst gegen ein horrendes "Lösegeld" können Opfer wieder auf ihre Dokumente zugreifen. stern TV zeigt, wie Sie sich vor dem Trojaner schützen können. 

  Der Erpressungs-Trojaner namens "Locky" verbreitet sich rasant - vor allem in Deutschland.

Der Erpressungs-Trojaner namens "Locky" verbreitet sich rasant - vor allem in Deutschland.


Als auf ihrem Rechner plötzlich ein Warnhinweis auftauchte, dachte Dagmar Sengenberger-Ott nicht an einen Virus – und klickte das Fenster einfach weg. Doch dann musste die Fotografin mit ansehen, wie sie ihre Bilddateien nach und nach veränderten. Erst dann realisierte sie, was gerade passiert:
"Als wenn jemand in dein Wohnzimmer kommt und alles kaputt haut. Und du stehst mit im Raum und kannst nicht eingreifen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so mitnimmt." Im Fall von Dagmar Sengenberger-Ott waren dem Virus 25.000 bearbeitete Bilder zum Opfer gefallen. An die Fotos von Kunden und wichtige Dokumente kam sie nicht mehr heran. Stattdessen erschien die Meldung: Locky hat alle Daten auf Ihrem Computer verschlüsselt.

Wie bei der Fotografin aus Wilhermsdorf hat der  Trojaner namens Locky in den letzten Wochen auf zigtausenden Computern in Deutschland gewütet. Der Virus kann jeden treffen: Privatleute, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Locky richtet in vielen Fällen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden an. "In den letzten Jahren gab es kein Virus, das annähernd in den Bereich von Locky kam, was die Verbreitung betrifft, aber auch den Schaden, den es angerichtet hat", sagt IT-Sicherheitsexperte Tobias Schrödel. "Manche schreiben von 5000 infizierten Rechnern pro Stunde. Der Schaden geht in die Millionen."

Virus verlangt Lösegeld für verschlüsselte Dateien

Hinter dem so harmlos klingenden Namen steckt organisiertes Verbrechen. Die kriminellen Initiatoren verlangen Lösegeld für die Wiederherstellung der Dateien: Gegen die Bezahlung von rund 200 Euro sollen die Daten angeblich wieder zugänglich gemacht werden. Die Opfer werden erpresst. Nur wer der Lösegeldforderung nachkommt, erhält angeblich ein Tool, mit dem sich die Daten retten lassen. Die Polizei, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und IT-Sicherheitsexperten wie Tobias Schrödel warnen jedoch davor, dass das längst nicht gesagt ist. "Ich habe niemals überlegt zu bezahlen, weil ich kriminelle Energie nicht unterstützen möchte", sagt auch Dagmar Sengenberger-Ott. Stattdessen wandte sich die Fotografin an die Polizei, um Anzeige zu erstatten – und wurde enttäuscht: Die Beamten stellten keine Straftat fest. "Die haben mir nur den Hinweis gegeben, dass ich kein Lösegeld zahlen soll. Aber solange ich nicht bezahle, kann die Polizei es nicht interessieren, weil ja nichts passiert ist", so die junge Frau. 

So schützen Sie Ihren Computer

Wer auf dem perfiden Erpresser-Virus noch nicht zum Opfer gefallen ist, dem bleibt die Vorsicht:

Der Schädling wird als E-Mail-Anhang verschickt – zuletzt sogar in einer Mail mit dem Betreff "Offizielle Warnung vor Computervirus Locky"  im Namen des Bundeskriminalamtes. "Die Hacker versuchen, die Mails mit denen Locky verbreitet wird, möglichst echt wirken zu lassen“, sagt IT-Experte Tobias Schrödel.  "Die Chance, dass man drauf hereinfällt ist relativ groß." Allerding gibt es Mittel und Möglichkeiten, den eigenen Computer zu schützen. Wie, erfahren Sie hier.

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