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Enissa Amani: "Feier deine Inzucht-Statements, aber lass die Weltpolitik"

Donald Trumps Dekret, Reisende aus mehreren Ländern derzeit nicht in die USA zu lassen, sorgt weltweit für Aufregung. Viele Politiker und Promis sind davon betroffen, darunter Komikerin Enissa Amani. Bei stern TV sprach sie über mögliche deutsche Konsequenzen.

Enissa Amani wurde in Teheran geboren und lebt in Deutschland, seit sie ein Jahr alt ist. Sie hat einen deutschen Pass und hatte auf dem Gymnasium Deutsch als Leistungskurs. Doch auch die Komikerin ist von Trumps Einreisedekret betroffen: In einem bewegenden Facebook-Post macht sie sich Luft.

Enissa Amani wurde in Teheran geboren und lebt in Deutschland, seit sie ein Jahr alt ist. Sie hat einen deutschen Pass und hatte auf dem Gymnasium Deutsch als Leistungskurs. Doch auch die Komikerin ist von Trumps Einreisedekret betroffen: In einem bewegenden Facebook-Post macht sie sich Luft.


Das so genannte Einreisedekret von Donald Trump sorgt seit Tagen weltweit für Aufsehen: Der neue US-Präsident hatte am vergangenen Freitag kurzfristig verfügt, dass Menschen aus bestimmten, überwiegend muslimischen Ländern, ab sofort  nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen. Und das sorgt seitdem für reichlich Chaos und große Empörung: Familien, die nicht mehr zusammenkommen, Künstler, die in den USA nicht auftreten können, Kinder, die in Handschellen festgehalten werden – Reisende mit gültigen Papieren sitzen plötzlich an Flughäfen fest. Tausende Amerikaner gehen auf die Straße und demonstrieren.

Von Trumps Entscheidung sind auch zahlreiche Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft betroffen, darunter Enissa Amani. Die Komikerin ist Deutsche, wurde jedoch vor 31 Jahren in Teheran im Iran geboren und besitzt deshalb zudem einen iranischen Pass. "Wir sind geflüchtet, weil mein Vater politisch verfolgt wurde. Er war dort politischer Gefangener und hätte dort auch hingerichtet werden können. Er hat sich für all diese Dinge eingesetzt: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit – eben alles, was für mich hier heute selbstverständlich ist", so Amani. Doch eine dieser Freiheiten sollte nun keine Selbstverständlichkeit mehr sein: die freie Einreise in die USA.. Enissa Amani hatte dort eine Stand-up-Tournee geplant. Was sie von dem Trumpschen Erlass hält, schrieb sie am Montag in einem  bewegenden Facebook-Post:  (…) Ich kann also nicht einreisen, Herr Trump? Ich und Millionen anderer Menschen, weil sie uns als Gefahr einstufen? Meine kleine Amerika Stand Up Tour im April, geplatzt. (...) Scheiss auf den Stand Up. Was ist mit der Menschlichkeit?

Gestern Abend gab das Auswärtige Amt in einem Tweet Entwarnung: So wie es aussieht immerhin eine gangbare Lösung für Doppelstaatler. Soll heißen: Deutsche beziehungsweise EU-Staatsbürger, die auch einen Pass der Länder Irak, Iran, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien oder Jemen besitzen, sollen doch wie bisher ein Visum für die USA beantragen und einreisen dürfen. Allzu sicher können sie sich damit dennoch nicht fühlen, denn Donald Trump will das Verhalten in sozialen Netzwerken checken lassen, bevor Doppelstaatler ins Land kommen können. Somit hat Enissa Amani sich mit ihrem Posting möglicherweise schon disqualifiziert: (…) Setz dich auf Kloschüsseln aus Gold und feier deine Inzucht Statements. Aber lass diese Weltpolitik. Bitte.

"Donald Trump zeigt Amerikas hässliches Gesicht"

Live bei stern TV erklärte Enissa Amani, dass es ihr - selbst wenn sie wolle - den iranischen Pass nicht abgeben und ihre doppelte Staatsbürgerschaft aufgeben könnte: "Viele Menschen wissen gar nicht, dass es Länder gibt, die Menschen gar nicht aus der Staatsbürgerschaft entlassen", so die gebürtige Iranerin im Studiogespräch.

Auch der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki diskutierte zum Thema mit und kritisierte die die Politik von US-Präsident Donald Trump : "Er zeigt das hässliche Amerika, und das tut mir weh", sagte Kubicki im Gespräch mit Steffen Hallaschka. "Dass darüber diskutiert wird, ob Folter eine zulässige Maßnahme ist, macht mir Angst."

Zwar habe er "ein gewisses Grundverständnis dafür, dass Trump sich aufbläst", so Kubicki, aber  "auch der amerikanische Präsident ist auf die Verfassung der Vereinigten Staaten vereidigt. Und er kann sie nicht außer Kraft setzen, auch, wenn er das regelmäßig versucht."

Dennoch äußerte der stellvertretende Parteivorsitzende der FDP eine "gewisse Sorge, dass sich die dauernden Grenzüberschreitungen als normal etablieren." Deshalb werde es Zeit, "dass Europa und der Rest der Welt sagt: Donald Trump ist Teil der Weltgemeinschaft und hat sich an die Regeln zu halten, die wir uns in den Vereinten Nationen gegeben haben."

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