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Der Hartz IV-Regelsatz und Ihre persönlichen Ansprüche

  Im Regelsatz für Hatz IV-Empfänger werden Kosten für die verschiedene Ausgabenbereiche eingerechnet. Beim Blick auf dieses Diagramm ist kaum vorstellbar, dass man - selbst wenn man sein Geld genauso aufteilt - damit auskommt. 

Im Regelsatz für Hatz IV-Empfänger werden Kosten für die verschiedene Ausgabenbereiche eingerechnet. Beim Blick auf dieses Diagramm ist kaum vorstellbar, dass man - selbst wenn man sein Geld genauso aufteilt - damit auskommt. 

Wie wird der Hartz IV-Satz berechnet?

Zur Berechnung des Regelsatzes sollen alle fünf Jahre 60.000 Haushalte in Deutschland befragt werden. Jeder fünfte dieser Haushalte listet dabei zusätzlich detailliert alle Ausgaben und gekauften Mengen von Essen, Getränken und Tabakwaren auf. Diese Haushaltsbücher und weitere Daten zu Personen und Wohnsituation sind die Basis für die Berechnung der Hartz-IV-Bedarfssätze. Dieses Verfahren nennt sich übrigens Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS)
Weitere Informationen

Der Hartz-IV-Satz für einen Erwachsenen bemisst sich danach, was die einkommensschwächsten 20 Prozent der Single-Haushalte verbrauchen, die nicht Hartz IV beziehen.

Auch in Jahren, in denen keine neuen Stichproben-Daten vorliegen, erfolgt eine Anpassung. In solchen Fällen ist die Entwicklung der Regelsatzhöhe an einen Mischindex gekoppelt, der die aktuelle Preisentwicklung für relevante Sach- und Dienstleistungen sowie die Entwicklung der Nettolöhne erfasst.

Ist diese Berechnung gerecht?

An der Regelung wird immer wieder Kritik geübt. Vor allem, weil die derzeitigen Hartz IV-Sätze auf einer knapp acht Jahre alten Stichprobe von 2008 beruhen. Es gibt zwar eine neue Stichprobe von 2013, aber die wird erst 2017 Einfluss auf den Hartz IV-Satz nehmen können.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert, die alten Stichproben hätten zur Folge, dass die Kosten für Strom und Nahrungsmittel, die viel mehr gestiegen seien als in der jetzigen 5-Euro-Erhöhung des Regelsatzes , die Ausgaben nicht mehr abdecken könnten. 

Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht das so und hat eine Erhöhung  auf 491 Euro gefordert, statt nur um fünf Euro auf 404 Euro.

Das Wirtschaftsinstitut ZEW hat zudem berechnet, dass Hartz IV-Empfänger für Strom etwa 10 Euro mehr bezahlen als im Regelsatz enthalten.

Warum müssen Hartz IV-Empfänger Darlehen beim Jobcenter aufnehmen?
Und wie ist die Rückzahlung geregelt?

Immer wieder zeigt sich, dass Hartz IV-Empfänger tatsächlich mit dem Regelsatz nicht auskommen – insbesondere, wenn besondere finanzielle Belastungen (z.B. Zahlung einer Mietkaution, Umzug, besondere Arztkosten) oder Neuanschaffungen (z.B. Haushaltsgeräte) anstehen. Für Langzeitarbeitslose gibt es dafür ein zinsloses Darlehen, das Hartz IV-Empfänger beim Jobcenter beantragen können.

Das Darlehen soll in der Regel monatlich mit 10 Prozent des Hartz IV-Satzes zurückgezahlt werden, also mit etwa 40 Euro pro Monat. Zieht man diese 40 Euro vom Regelsatz ab, wird jedoch das erklärte "Existenzminimum" unterschritten. Der Bedarf an Darlehen steigt und steigt. In Deutschland wurden 2015 rund 274.000 Darlehensanträge gewährt – in einer Höhe von Durchschnittlich 424 Euro. Ein solches müssten die Empfänger dann über mindestens 10 Monate abbezahlen.  Kritisch wird es insbesondere, wenn Menschen – derzeit noch erlaubt – von ihrem Regelsatz mehrere Darlehen gleichzeitig abbezahlen müssen.

Ist mein Regelsatz richtig berechnet oder steht mir vielleicht mehr zu?

Wer unsicher ist, ob der eigene Regelsatz dem rechtmäßigen Bedarf entspricht und/oder, ob er vielleicht mehr bekommen sollte, kann seine Unterlagen kostenlos prüfen und sich beraten lassen. Bei folgenden Beratungsstellen können Sie sich Hilfe holen:

Der Verein Tacheles e.V. bietet eine umfassende Arbeitslosen- und Sozialberatung an. Diese ist behördenunabhängig und auf der Seite der Ratsuchenden. Die Beratung umfasst Informationen, Hilfestellungen und Tipps bei Behördenproblemen, sowie Unterstützung, wenn es darum geht, Leistungsansprüche gegenüber Behörden durchzusetzen.

Vor Ort: Café Tacheles, Rudolfstr. 125, 42285 Wuppertal
Bundesweite telefonische Beratung (kostenlos): 0202 - 31 84 41 (Jeden Donnerstag 14 – 17 Uhr)

Internet: www.tacheles-sozialhilfe.de


Kostenlose Beratung bundesweit

Der oben genannte Wuppertaler Verein Tacheles bietet ebenfalls ein Adressverzeichnis, um Rechtsanwälte, Beratungsstellen, Erwerbslosen- oder Sozialhilfeinitiativen im eigenen Umkreis zu finden. Darunter sind Einrichtungen wie Caritas oder Diakonie und Vereine.

Diakonie Deutschland
Die Diakonie bietet bundesweit allgemeine Sozialberatung an. Über eine Karten- oder Listenansicht können die entsprechenden Diakonie-Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet angezeigt werden.

Caritas Onlineberatung
Die Caritas beantwortet auf dieser Internetseite alle relevanten Fragen zu finanziellen Problemen und Hilfen, insbesondere auch zum ALG II, etwa zu einmaligen Beihilfen zu Hartz IV. 

Darüber hinaus können Fragen über die Onlineberatung gestellt – und Antworten abgeholt werden.

Für Schwangere und junge Mütter
Der Verband Profamilia berät zur besonderen finanziellen Situation von Schwangeren und jungen Müttern/Familien – und dazu, welche zusätzlichen finanziellen Hilfen und Mehrbedarf beantragt werden können.

Auch eine kostenlose Onlineberatung wird angeboten.

Agentur für Arbeit
Informationen über die Themen Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeld gibt es auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit: www.arbeitsagentur.de. Dort können Sie sich auch über Arbeitsagenturen in ihrer Nähe informieren.

Bundesministerium
Ausführliche Informationen gibt es auch auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales www.bmas.de. Dort gibt es auch wertvolle Hinweise zum Thema Hinzuverdienst.

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