Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Tiefkühlware im Auftautest

"Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren" - so steht es seit Anfang der 90er Jahre auf allen Verpackungen für Tiefkühlprodukte. Aber ist das wirklich so? stern TV hat zehn Produkte getestet.

Kann man einmal Aufgetautes wieder einfrieren? Oder gar mehrmals? Und dann auch noch essen? Zum Teil geht das, wie die Untersuchungen von Ernährungswissenschaftlern der Fachhochschule Münster zeigen.

Vorsicht ist aber dennoch geboten. Denn: Die Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die folgenden Produkte. Und: Zwischen Einfrieren und Auftauen darf nicht zu viel Zeit liegen, sonst können sich doch noch Keime bilden.

Bohnen

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Geschmack: kaum Unterschiede festzustellen

Fazit: Die Bohnen sind ein sehr robustes Gemüse, das auch das dreimalige Auftauen unbeschadet übersteht.

Schweinemett

Mikrobiologie: Weitgehend unbedenkliche Laborwerte

Geschmack: Durchgebraten überzeugen sogar noch die dreimalig aufgetauten Proben.

Auch wenn das rohe Schweinemett nach dreimaligem Auftauen einen gammelfleischähnlichen Zustand erreicht, ist es durchgebraten völlig bedenkenlos zu verzehren

Sahnetorte

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Geschmack: Die Käse-Sahneschicht verhärtet sich bei mehrmaligem Auftauen und schmeckt nicht mehr ganz frisch.

Nach zweimaligem Auftauen durchaus noch gut zu genießen

Pommes Frites

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Geschmack: Geschmacklich lassen die Pommes mit Anzahl der Auftauvorgänge nach und werden pappig.

Nach zweimaligem Auftauen noch zu genießen

Brokkoli

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Geschmack: Klumpt nach mehrmaligem Auftauen und wird matschig

Der Brokkoli ist ein empfindliches Gemüse, das nach dem mehrmaligen Auftauen in der Konsistenz deutlich nachlässt, aber noch essbar ist.

Himbeeren

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Geschmack: Himbeeren verklumpen nach mehrmaligem Einfrieren und werden matschig.

Der hohe Wasseranteil wird bei häufigem Auftauen zum Nachteil. Geschmacklich büßen die Himbeeren aber nur wenig ein.

Amarena-Kirsch-Eis

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Geschmack: Nach dem häufigen Auftauen werden die entstandenen Wasserkristalle deutlich spürbar.

Zwar gibt es aus mikrobiologischer Sicht keine Einwände gegen das mehrmalige Einfrieren, aber geschmacklich lässt das Eis deutlich nach.

Lasagne

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Sensorik: Deutliche Unterschiede in der Konsistenz und im Geschmack zwischen den drei Proben.

Die Lasagne büßt mit jedem Auftauvorgang in puncto Aroma und Konsistenz ein.

Seelachsfilets

Mikrobiologie: Durchgehend unbedenklich

Geschmack: Der Geruch des Seelachses wird bei jedem Durchgang muffig-fischiger und auch geschmacklich kann er nicht mehr überzeugen.

Zwar sind die Laborwerte bei allen drei Proben im grünen Bereich, dennoch ist Fisch lediglich nach dem ersten Auftauen wirklich genießbar.

Hähnchen

Mikrobiologie: Durchgegart keinerlei Auffälligkeiten

Geschmack: In Aussehen und Geschmack kaum Unterschiede zwischen den drei Proben.

Aber Vorsicht: Was die Keimzahl betrifft, so kommt es beim Hähnchen entscheidend auf Art und Ort des Auftauens an. Im Kühlschrank vermehren sich die Keime unmerklich, da das Fleisch dauerhaft kühl bleibt. Bereits bei Zimmertemperatur steigt die Keimzahl jedoch auf eine bedenkliche Zahl an. Weit über die erlaubten Grenzwerte kommt die Keimzahl, wenn das Hähnchen auf der Heizung aufgetaut wird. Besonders gefährlich wird es, wenn das Auftauwasser des Hähnchens mit anderen Speisen in Berührung kommt, die bei der Zubereitung nicht erhitzt werden. Hier droht dann Gesundheitsgefahr, beispielsweise in Form von Durchfallerregern.

Das Hähnchen ist zwar in allen drei Fällen genießbar, allerdings tummeln sich häufig viele Keime im rohen Fleisch und Auftauwasser.

Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools