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Bergsteigerin gibt 70 Meter vor Gipfel auf: Lebenswille besiegt Leidenschaft

Dem Gipfel so nah: Tamara Lunger hätte zu den Ersten gehören können, die den über 8000 Meter hohen Nanga Parbat je im Winter bestiegen. Doch 70 Meter vor dem Gipfel siegte ihre Vernunft und sie kehrte um. Für die Extrembergsteigerin die Entscheidung ihres Lebens.

  Tamara Lunger: Die 29-jährige Extrembergsteigerin setzte sich eines der höchsten Ziele. Ihre Vernunft ließ sie kurz vor dem Ziel umkehren.

Tamara Lunger: Die 29-jährige Extrembergsteigerin setzte sich eines der höchsten Ziele. Ihre Vernunft ließ sie kurz vor dem Ziel umkehren.

Dieser Berg gilt unter Alpinisten als der schwierigste auf der ganzen Welt. Man nennt ihn auch den "Todesberg" oder den "Schicksalsberg der Deutschen": Am 8125 Meter hohen Nanga Parbat in Pakistan - dem neunthöchsten Gipfel überhaupt - sind schon viele Bergsteiger gescheitert, Dutzende tödlich verunglückt. Ihn im Winter zu besteigen galt stets als unmöglich. Trotzdem hat die 29-jährige Südtirolerin Tamara Lunger es Ende Februar zusammen mit drei Kletterpartnern gewagt.

Lunger gilt als eine der besten Bergsteigerinnen weltweit. Damit hätte sie zu den ersten Menschen gehört, die den Gipfel im Winter erreicht haben. Doch kurz vor dem Ziel kehrte Tamara Lunger um. "In dem Moment war ich mir sicher, wenn ich jetzt auf den Gipfel gehe, dann komme ich nicht mehr nach Hause." Ihren Angaben zufolge fehlten nur noch 70 Meter. "Diese Höhenmeter hätten mich eine weitere Stunde gekostet, eine weitere Stunde Schinden," sagte sie zu stern TV. "Der Abstieg wäre nicht mehr gut gegangen." Und das wäre er beinahe auch nicht: Tamara stürzte beim Sprung über eine Felsspalte lebensgefährlich, sah das Leben an sich vorüberziehen. Ihre drei Begleiter erklommen währenddessen den Gipfel des Schicksalsbergs. Tamara Lunger ist trotzdem stolz und glücklich. Ihre Geschichte erzählte sie Mittwochabend live bei stern TV. 

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