Mobile Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere
Darstellung auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
HOME

Mit Franchise in die Pleite

Im Schnitt eröffnet alle paar Tage eine neue Subway-Filiale in Deutschland, bis 2011 sollen es 1500 sein. Die Kunden mögen scheinbar die Alternative zu McDonald's & Co. Doch tatsächlich gehen Ladenbetreiber pleite. Sie beklagen: Die wirtschaftliche Realität hinter dem Franchise-Konzept der Mutterfirma sei brutal.

Laut Kritiker klaffen bei Subway vor und hinter dem Tresen zwei Welten auseinander. Auf der einen Seite ist der Ruf bei den Kunden famos: Ein Kölner Marktforschungsinstitut ermittelte, dass Subway ein besseres Image hat als die Konkurrenten McDonald’s und Burger King. Auf der anderen Seite kämpfen viele Ladenbetreiber gegen den wirtschaftlichen Ruin. Eine Befragung im Auftrag des Deutschen Franchise-Verbands im Herbst 2006 ergab: 34 Prozent der damals 295 Franchise-Nehmer waren unzufrieden mit ihrem geschäftlichen Erfolg, nur 42 Prozent zufrieden - eine alarmierende Quote.

Inventar kostet über 100.000 Euro

Folgende Punkte rufen die meiste Kritik hervor:
- Subway gewährt keinen Gebietsschutz: Wer eine Filiale betreibt, ist nicht davor gefeit, dass in unmittelbarer Nähe neue Läden eröffnen.
- Subway erhebt zu hohe Lizenz- und Marketinggebühren. Insgesamt müssen 12,5 Prozent des Netto-Umsatzes gezahlt werden - egal wie gut die jeweilige Filiale läuft.
- Dafür dass die Franchise-Nehmer fast das komplette wirtschaftliche Risiko tragen, finden Experten die Erstlizenzgebühr von 10.000 Euro zu hoch.
- Dazu kommt: Die Franchise-Nehmer müssen ihre Läden mit von Subway vorgegebenem Inventar ausstatten; das kostet häufig mehr als 100.000 Euro.
- Die Standortanalysen seien oft mangelhaft, klagen Restaurantbetreiber. Oft stelle sich heraus, dass eine Filiale aufgrund schlechter Lage gar nicht gut laufen könne.

Deutsche werden in USA nach Liechtensteiner Recht verklagt

Tatsächlich stehen viele Betreiber schnell am wirtschaftlichen Abgrund wie zum Beispiel Meike und Thilo Fritzsche aus Stade: Sie eröffneten ihren Laden Mitte 2005, ab Ende 2006 waren sie nicht mehr in der Lage die Lizenz- und Marketinggebühren zu bezahlen. In so einem Fall legt Subway ein besonderes Gebaren an den Tag: Fritzsches wurden in den USA nach dem Recht des Fürstentums Liechtenstein verklagt. Das New Yorker Schiedsgericht ist bekannt dafür, stets die Position von Subway zu übernehmen. Aber das Oberlandesgericht Celle stufte das amerikanische Urteil als rechtsunwirksam ein.

Doch selbst an Pleiten kann Subway noch verdienen. Wer die bankrotte Filiale übernimmt, muss erneut die Erstlizenzgebühr zahlen. Und offenbar hoffen manche Subway-Mitarbeiter, von dem insolventen Franchise-Nehmer die teure Einrichtung günstig zurückzuerhalten. Steffen Berger aus Meißen zum Beispiel musste das Inventar, das Subway vorgibt, für 130.000 Euro erstehen. Als er pleite war, bot man ihm dafür zuletzt noch 20.000 Euro an.

Rechtsanwalt Christian Prasse vertritt viele Subway-Vertragspartner. Seiner Meinung nach sind die Lizenzverträge der Fastfood-Kette rechtsungültig, diverse Oberlandesgerichte in Deutschland sind dieser Auffassung gefolgt. Die Richter finden unerklärlich, warum sich deutsche Sandwichverkäufer vor amerikanischen Gerichten nach liechtensteiner Recht verantworten sollen. Subway klagt derzeit weiter vor dem Bundesgerichtshof.

Derweil sucht Subway eifrig neue Franchise-Nehmer, die den derzeitigen Bedingungen zustimmen. Zur Zeit gibt es in Deutschland knapp 700 Filialen, bis 2011 sollen es laut Unternehmensangaben 1500 werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools