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Fragen & Antworten

Das sollten Sie über Schizophrenie wissen

Halluzinationen, Denkstörungen, Realitätsverlust: Allein in Deutschland sind hunderttausende Menschen von Schizophrenie betroffen. Heilbar ist die Krankheit bis heute nicht, aber durchaus behandelbar. Und es gibt Möglichkeiten der Früherkennung. Die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Was ist Schizophrenie? 

Schizophrenie ist eine Bewusstseinsspaltung und bedeutet, dass das Erleben des Erkrankten geteilt ist in die Wahrnehmung der Realität, so wie sie ist, und in die Wahrnehmung einer "virtuellen" Realität, nämlich der eingebildeten. 

Wie äußert sich die Erkrankung? 
Was sind die Symptome?

Üblich sind Konzentrationsschwäche, Nervosität, Schlafstörungen, Antriebsverlust und Willensschwäche. Oft ziehen sich die Erkrankten von ihren Freunden und ihrer Familie zurück. Die meisten verlieren an Gewicht, sprechen kaum und vernachlässigen ihre Körperhygiene. 

Wie erleben die Betroffenen die Krankheit selbst?

In eher selteneren, akuten Phasen – auch Psychosen genannt – haben Betroffene Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Bewegungsstörungen. Sie werden auch als "Positivsymptome" bezeichnet. Den Realitätsverlust bemerken die Erkrankten in dem jeweiligen Moment oft gar nicht - weil sie die Vorstellungen eben für real halten. Auch das "Stimmenhören" gehört oft dazu. Häufig fühlen sie sich auch von jemandem verfolgt, allgemein belogen, oder glauben, dass ihnen oder der Allgemeinheit etwas Schlimmes passiert, das sie aktiv verhindern müssen.

Wer erkrankt an Schizophrenie?

Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Man geht von bis zu 1 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, die eine Schizophrenie entwickeln. Das ist häufiger als Alzheimer oder ein insulinabhängiger Diabetes. In Deutschland sind es insgesamt etwa 8000.000 Menschen, die diese Erkrankung haben oder hatten.

Männer erkranken oft etwas früher -zwischen 20 und 25 Jahren. Bei Frauen äußert sich die Erkrankung meist erst zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr. Bei Kindern ist eine Schizophrenie ganz selten. Meist entspringt sie in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter, da sich in dieser Zeit das menschliche Gehirn noch einmal neu strukturiert. In der Phase der Persönlichkeitsbildung sind sensible, wenig stressresistente junge Menschen anfälliger für eine Schizophrenie. 

Kann jeder schizophren werden?

Ja. Allerdings gibt es bestimmte Faktoren, die die Ausbildung einer Schizophrenie begünstigen. Betroffen sind meist besonders empfindsame junge Menschen, die Stress schlecht verarbeiten können. Kommen dann Beziehungsprobleme, Traumata, Drogen oder Bedrohungen hinzu, kann das eine Schizophrenie auslösen.

Es wird aber auch eine genetische Veranlagung vermutet. Denn: Die Hälfte der Kinder, die schizophrene Eltern (oder einen Elternteil)  haben, zeigen selbst psychische Auffälligkeiten. Das ist zwar nicht weiter verwunderlich. Allerdings entwickeln 12 Prozent selbst eine Schizophrenie.

Was ist eine drogeninduzierte Schizophrenie?

Man spricht von einer drogeninduzierten Psychose, wenn durch Rauschmittel ein Realitätsverlust hervorgerufen wird. Der Zustand kann den eigentlichen Rausch auch überdauern und schlimmstenfalls langfristig bestehen bleiben.

Symptomatisch ist sie einer nicht-drogenbedingten Schizophrenie ähnlich. Es kann also zu Wahrnehmungsstörungen, Stimmenhören, Trugschlüssen, Denkstörungen und Wahnvorstellungen kommen. Als besonders gefährlich gelten halluzinogene Substanzen wie LSD, Meskalin aber auch Amphetamine (auch Crystal Meth), Kokain, Pilze oder Cannabis. Unter Umständen kann eine Psychose bereits nach einmaligem Konsum der Drogen auftreten, deutlich schwerwiegender nach dauerhafter Einnahme.

Neben der Voraussetzung, dass auf die Drogen verzichtet wird, gleicht die Therapie einer "normalen" Schizophrenie bzw. Psychose.

Wie wird Schizophrenie behandelt?

Patienten kann mit Medikamenten geholfen werden: Neuroleptika beeinflussen die Übertragung von Informationen durch Botenstoffe im Gehirn. Sie verringern oder beseitigen in vielen Fällen die akuten Symptome und beugen Rückfällen vor. 

Wie bei psychischen Erkrankungen werden Betroffene auch mit einer Verhaltens-Therapie unterstützt. Das Ziel: depressive Gefühle sowie Angst und Hilflosigkeit zu verringern, das Krankheitsverständnis und die Krankheitsakzeptanz zu fördern, die sozialen Kompetenzen zu stärken sowie das Rückfallrisiko zu senken. 

Soziotherapien sollen helfen, die Patienten wieder fit zu machen am sozialen Leben teilnehmen zu können und das unabhängig und selbstständig. 

Wohin kann man sich bei Verdacht auf Schizophrenie wenden?

Köln, Berlin oder Bochum – bundesweit gibt es 11 Früherkennungszentren, wohin man sich bei einem Verdacht auf Schizophrenie melden kann.
Hier finden Sie eine Übersicht.

FEZ Früherkennungs- und Therapiezentrum für psychische Krisen

Wo finden Betroffene Hilfe?

Wo finde ich weitere Informationen?

Das Kompetenznetz Schizophrenie hat das allgemeines Ziel eine Vernetzung der wesentlichen Einrichtungen der Spitzenforschung mit qualifizierten Einrichtungen der Routineversorgung zu vernetzen
Internet: www.kompetenznetz-schizophrenie.de

Verbände und Verlage stellen Inhalte und Materialien für Psychiatrieerfahrene und Angehörige zur Verfügung und bieten ein Forum zum Erfahrungsaustausch.

Internet: www.psychiatrie.de

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