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Tipps für den Kauf eines Welpen

Viele Hundewelpen, die per Kleinanzeige im Internet – insbesondere bei Ebay – angeboten werden, stammen aus so genannten Vermehrstationen in Osteuropa. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten, um ein gesundes Tier von einem seriösen Händler zu bekommen - und wann Sie Verdacht schöpfen sollten.

Viele Hundewelpen, die per Kleinanzeige im Internet – insbesondere bei Ebay – angeboten werden, stammen aus so genannten Vermehrstationen in Osteuropa. Achten Sie darauf, dass Sie keinem unseriösen Angebot erliegen, um dem Welpenhandel und den damit verbundenen Tierqualen keinen Vorschub zu leisten.

Im Grunde seien es die Kunden, die das Geschäft mit den Welpen ankurbeln, so Tierschützerin Birgitt Thiesmann: "Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Gerade kleine Rassehunde wie Malteser, Französische Bulldoggen, Chihuahuas oder Möpse sind zur Zeit sehr begehrt. Bei einem seriösen Züchter kosten sie ab 800 Euro aufwärts. Im Internet werden die Welpen dagegen wesentlich preiswerter angeboten."

Wenn es ein Rassehund sein soll, könne sie nur empfehlen, zu einem seriösen Züchter zu gehen - beispielsweise vom Verband für das deutsche Hundewesen (VDH). "Auch im Tierheim sitzen viele tolle Hunde, auch Rassehunde, Welpen, alles Mögliche. Es ist nicht so wie viele denken, da krieg ich jetzt nur einen kranken oder einen gestörten Hund. Ganz im Gegenteil."

Wo und wie finde ich einen seriösen Züchter?

Zum Beispiel beim Verband für das deutsche Hundewesen, in dessen Zuchtvereinen 240 Hunderassen gezüchtet werden. Dort können Sie in einer Datenbank nach zertifizierten Züchtern in Ihrer Nähe suchen.

Seriöse Züchter erkennt man zudem daran, dass ihnen der Verbleib des Tieres nicht gleichgültig ist: Er sollte sorgfältig darüber Buch führen und sich auch mit dem Käufer intensiv befassen, bevor er ihm ein Tier anvertraut. Zudem sollte er wünschen, dass Sie als Käufer zu ihm kommen, um den Welpen und auch die Mutter zu begutachten.

Was kostet ein seriös gezüchteter Rassewelpe gegenüber einem illegal gehandelten?

Das unterscheidet sich natürlich von Rasse zu Rasse. Wer einen Welpen einer bestimmten Rasse haben möchte, erkundigt sich am besten im Vorfeld über die üblichen Preise. Ab 600-800 Euro ist ein Rassewelpe normalerweise nicht zu bekommen.
Augenfällig ist, dass die Welpenhändler aus Osteuropa oder mit ihnen arbeitenden Privatmenschen die Hundebabys unterdurchschnittlich günstig anbieten. Allerdings: Mittlerweile bieten auch sie die Welpen oft zu hohen Preisen an, um Interessenten in Sicherheit zu wiegen. Besondere Vorsicht ist bei Mischlingshunden geboten, da hier keine Maßgaben zählen. Sicher ist: ein Hundewelpe für 50-150 Euro kann von keinen seriösen Züchter kommen.

Welche Krankheiten können die illegal gehandelten Welpen haben?

Neben Parasiten, Würmern oder Zwingerhusten leiden die massenhaft importierten Welpen häufig auch an den hoch ansteckenden und oft tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten wie Staupe und Parvovirose. Schlimmstenfalls können sie auch Überträger der Tollwut sein, die in Deutschland als ausgerottet gilt und für Mensch und Tier tödlich ist.

Welche Papiere sollte ich vom Züchter bekommen? Und was muss da drin stehen?

Bei Abgabe unterzeichnen Verkäufer und Käufer einen schriftlichen Vertrag. Außerdem sollte das Tier einen Impfpass haben, in dem der erste Impftermin gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose vermerkt ist.

Tollwutimpfungen sind für Hunde, die Deutschland geboren wurden, nur vorgeschrieben, wenn sie ins Ausland reisen. Das Gleiche gilt für die Hunde, die aus dem Ausland zu uns kommen. Die Impfung kann jedoch erst im Alter von 12 Wochen vorgenommen werden. Bis der volle Impfschutz erreicht ist,  dauert es noch einmal drei Wochen. Das bedeutet, dass ein Hund, der über Ländergrenzen gebracht wird, mindestens 15 Wochen alt sein muss. Da die Welpen aus Osteuropa in der Regel viel zu jung transportiert werden, können sie nicht geimpft sein. In dem Fall verstößt der Händler gegen das Tierseuchenschutzgesetz. Ist die Impfung trotzdem eingetragen, liegt eindeutig eine Fälschung vor. 

Worauf sollte ich als potenzieller Käufer achten?

Birgitt Thiesmann rät zu gesundem Menschenverstand und dazu, mit dem Züchter oder Händler vorab einen längeren Zeitraum Kontakt zu halten: "Erstmal sollte man sich selbst ein Bild machen, das heißt: Wie wächst der Hund auf? Es ist wichtig, das Muttertier zu sehen, zu sehen, in welcher Umgebung der Hund aufwächst und wie der Züchter mit seinen Tieren umgeht. Wie reagieren die Welpen auf Menschen, sind sie verspielt, haben sie Vertrauen? Bevor man sich für einen Hund entscheidet, sollte man genau wissen, woher er kommt."

Und in welchen Fällen sollte ich Verdacht schöpfen?

Anzeigen, die weder eine vollständige Adresse noch den Namen des Verkäufers beinhalten, sind nicht seriös. Oft sind die Texte sehr blumig geschrieben, während konkrete Angaben zu den Welpen selbst fehlen. Besonders niedliche Bilder von Welpen auf Kissen, mit Schleifchen oder Spielzeug sollen davon ablenken. Unseriöse Händler lassen sich auf einen längerfristigen Kontakt nicht ein. Sie versuchen, die Welpen so schnell wie möglich loszuwerden. Ihren Namen und die Adresse nennen sie oft nur zögernd oder gar nicht. Viele wollen sich zur Übergabe an einem neutralen Ort treffen oder die Welpen direkt zu dem Käufer bringen. Kommt es zur Übergabe bei ihnen zu Hause, haben sie meist abenteuerliche Ausreden, warum die Mutter der Welpen nicht vor Ort ist. Ein Heimtierausweis oder Impfpass ist kein Zeichen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Diese sind häufig gefälscht. 

Wie verhalte ich mich bei verdächtigen Angeboten?

Sollten Sie etwas Verdächtiges beobachtet haben oder selbst ein Opfer des illegalen Welpenhandels geworden sein, verständigen Sie schnellstmöglich das Veterinäramt derjenigen Stadt, in der die Welpen angeboten werden. Machen Sie Screenshots von den Anzeigen und melden diese zusätzlich der jeweiligen Kleinanzeigen-Website. Sind Sie einem Betrüger zum Opfer gefallen, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Werden Sie jedoch niemals selbst tätig, um sich nicht in Gefahr zu begeben.
Melden Sie sich auch auf dieser Tierschützerseite von "Vier Pfoten" zum Thema: www.stopptwelpendealer.org

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