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Dubiose Geschäfte mit dem Deutschen Reich

Vater Staat kassiert. Steuern, Gebühren, Abgaben. Zu schön, wenn man sich das alles sparen könnte. "Zahlen Sie keine Steuern mehr!" Mit dieser Aufforderung machen inzwischen bundesweit mehrere Gruppen dubiose Geschäfte.

Der Trick: Die Betrüger gaukeln ihren gutgläubigen Opfern vor, das Deutsche Reich sei niemals untergegangen; es gebe sogar noch eine "Kommissarische Reichsregierung" – und die Bundesrepublik Deutschland sei überhaupt nicht befugt, Gelder einzukassieren. Das Ganze ist kein Witz, sondern eine betrügerische Masche. stern TV ist der Frage nachgegangen, wer hinter solchen Gruppen steckt, für die sich längst auch der Verfassungsschutz interessiert.

Was sind die "Kommissarischen Reichsregierungen (KRRs)"?

Die "Kommissarischen Reichsregierungen (KRRs)" sind mehrere in Deutschland aktive Gruppen, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland anzweifeln. Sie weigern sich, die bestehende Autorität und Gerichtsbarkeit anzuerkennen. Ihrer Argumentation nach hat das Deutsche Reich niemals aufgehört zu existieren. Die Mitgleider der "KRRs" fühlen sich als "Reichsbürger" dazu berufen, die alte Staatsform wieder zum Leben zu erwecken.

Wie argumentieren die "KRRs"?

Mit viel Fantasie sammeln die "KRRs" Beweise für die Rechtmäßigkeit ihrer "Regierungen" und die Unrechtmäßigkeit der Bundesrepublik Deutschland. Dazu verweisen sie auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts, geben Zitate daraus aber in verkürzter Form wider. Ihrer Ansicht nach haben in Folge der Wiedervereiningung nicht nur die DDR, sonder auch die Bundesrepublik aufgehört zu bestehen.

Was sind die Motive der "KRRs"?

Die Anhängerschaft der "KRRs" rekrutiert sich teilweise aus dem rechtsextremen Millieu, ein großer Teil sind Menschen, die sich vom Staat finanziell in die Ecke gedrängt fühlen. Sie erhoffen sich durch eine neue "Staatbürgerschaft" von der Steuerpflicht der Bundesrepublik Deutschland befreien zu können. Die Betreiber der "KRRs" jedoch treiben ihrerseits bei den "Reichsbürgern" Steuern ein und versuchen sich mit Hilfe der Ideologie finanziell zu bereichern.

Wie verdienen die "KRRs" Geld?

Da sich die "Reichsbürger" gemäß ihrer Fanatasie-Ämter als "Reichskanzler" oder "Reichsminister" dazu befugt sehen, rechtsgültig die Regierungs- und Amtsgeschäfte für Deutschland auszuführen, stellen sie gegen Bezahlung "behördliche Dokumente" aus. Ihre "Reichs-Personenausweise", Gewerbeanmeldungen oder "Reichsführerscheine" lassen sich die "KRRs" teuer bezahlen. Aus juristischer Sicht werden diese Papiere nicht als Urkundenfälschung angesehen, da es sich hierbei um Fantasie-Dokumente handelt.

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