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"Es muss wieder eine Grundlage der Humanität geschaffen werden"

Bei einem mutmaßlichen Giftgasangriff sind in Syrien am Dienstag mindestens 72 Menschen umgekommen, unzählige wurden verletzt. Unter den Opfern sind auch viele Kinder. Eine grausame Attacke, die wieder einmal Unschuldige getroffen hat. 

Ein freiwillige Helfer der "Syria Civil Defence" (Weißhelme) bringt ein Kind, das durch den mutmaßlichen Giftgasangriff in Chan Scheichun verletzt wurde, in Sicherheit.

Ein freiwillige Helfer der "Syria Civil Defence" (Weißhelme) bringt ein Kind, das durch den mutmaßlichen Giftgasangriff in Chan Scheichun verletzt wurde, in Sicherheit.

Es macht fassungslos und hilflos zugleich. Die Nachricht von dem mutmaßlichen Giftgas-Angriff am gestrigen Dienstag in ist erschütternd. Nach bisherigen Angaben soll es mindestens 72 Todesopfer gegeben haben, darunter auch 20 Kinder. Dazu Dutzende Verletzte. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte vor Ort berichtet, dass die Überlebenden typische Symptome zeigten wie Atemnot, Ohnmachtsanfälle, Übelkeit und Schaum vor dem Mund. Und während die Ärzte in Chan Scheichun noch um das Leben einiger Opfer kämpften, wurde ihre Klinik mit einer Rakete beschossen. Auch die örtliche Zentrale der "Weißhelme" wurde getroffen.

Immer wieder werden im Syrien-Krieg Zivilisten und auch Helfer Ziele schwerer Angriffe. "Das geht zu weit", sagt der Mainzer Sozialmediziner und Menschenrechtsaktivist Prof. Gerhard Trabert. Trabert setzt sich seit Langem für die Versorgung der Menschen im Kriegsgebiet ein. Er war selbst noch bis vor wenigen Tagen in Syrien und unterstützt Ärzte und Krankenhäuser in der betroffenen Region. "Es muss wieder eine Grundlage der Humanität geschaffen werden", fordert er. Es müsse doch möglich sein, sich in diesem Krieg zumindest darauf zu verständigen, dass Ärzte, Krankenhäuser, Hilfskonvois und die Zivilbevölkerung nicht attackiert werden.



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