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Gut kochen - trotz Hartz IV

Martina Streibel ist ausgebildete Tontechnikerin, leidenschaftliche Köchin - und seit sieben Jahren arbeitslos. Unermüdlich sucht sie nach einem Job, absolviert Praktika und nimmt sogar 1,50-Euro-Jobs an. Umsonst. Doch dann hat sie eine Idee.

  Hartz IV: Gesunde Ernährung ist trotzdem möglich

Hartz IV: Gesunde Ernährung ist trotzdem möglich

Bloß nicht in die typische Hartz-IV-Lethargie verfallen - das ist die Devise von Martina Streibel. Und dafür tut die 36-Jährige viel: Seit April 2002 schon bemüht sich die gelernte Tontechnikerin unermüdlich um einen Job - aber ohne Erfolg. Nach einer Marketing-Fortbildung fasst Martina Streibel dann den Entschluss: "Hilf dir selbst" heißt fortan ihr Ziel.

Mit einem Kochbuch versucht die leidenschaftliche Köchin ihr Hobby zum Beruf zu machen: Insgesamt 70 Rezepte hat Martina Streibel dafür in einem Ringbuch zusammengestellt - und auf den Markt gebracht. Eine Kostprobe der Gerichte finden Sie hier. Ob Suppen, Fleisch oder Süßes: "Alles ist einfach nachzukochen", verspricht Martina Streibel. Und: Keines der Gerichte kostet pro Person mehr als drei Euro. Voraussetzung dafür ist allerdings auch: Geschicktes Einkaufen.

Doch nicht nur mit ihrem Kochbuch zeigt Martina Streibel, dass Kochen nicht teuer sein muss: Zusammen mit dem gemeinnützigen Verein Kubus e.V. und dem Diakonischen Werk Berlin/Brandenburg organisiert Martina Streibel seit Juli 2009 Kochkurse in Berlin-Neukölln - unter dem Motto: "preiswert kochen für wenig Geld". In den Kursen im Nachbarschaftstreff "DAS waschhaus-café" geht es darum, nachbarschaftliches Zusammenleben zu fördern.

Aus der Hartz-IV-Stütze befreit

Ein großes Vorbild für Martina Streibel sind Kurt Meier und Uwe Glinka: Die beiden Hartz-IV-Empfänger wollten 2008 eigentlich nur testen, ob man sich mit dem Hartz-IV-Regelsatz gesund ernähren kann: Sie haben also ausprobiert, was für etwa vier Euro am Tag auf den Tisch kommen kann. Doch aus dem persönlichen Interesse wurde für die Männer viel mehr: Nach umfassenden Recherchen haben sie zuerst 28 Rezepte für alle, die sich ausgewogen ernähren und dabei sparen wollen, in einer Broschüre zusammengefasst. Und seit Juni 2009 ist ihr "Sparkochbuch" mit 75 Speiseplänen für Frühstück, Mittag- und Abendessen im Handel.

Dank 12.000 verkaufter Broschüren und 40.000 verkaufter Bücher sind Uwe Glinka und Kurt Meier heute nicht mehr auf Hartz IV angewiesen. Doch damit geben sich die zwei nicht zufrieden: Im Frühjahr 2010 soll ein weiteres Kochbuch erscheinen.

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