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Wie diese Freundschaft beim Kampf gegen Leukämie half

Dass ein gemeinsames Schicksal zusammenschweißt, beweist die Freundschaft zwischen Clara und Karl. Die beiden lernten sich auf der Station der Kinderonkologie kennen, sie sind beide an Leukämie erkrankt. Und gemeinsam haben sie die Krankheit besiegt.

Trotz des Altersunterschiedes wurden Clara und Karl gute Freunde. 

Trotz des Altersunterschiedes wurden Clara und Karl gute Freunde. 

Kinder, die an einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden und eine lange Zeit in der Klinik verbringen müssen, können traurig machen. Doch nicht so die Geschichte von Clara und Karl: stern TV traf die beiden zum ersten Mal im vergangenen Oktober in der Kinderonkologie der Helios-Kliniken Berlin-Buch. Der 17-jährige Karl und die damals sechsjährige Clara hatten während ihres monatelangen Krankenhausaufenthalts eine enge Freundschaft geschlossen - trotz des großen Altersunterschieds. "Das hat von Anfang an gut funktioniert und wir konnten uns aufeinander einlassen", erzählt Karl. "Clara ist wie eine kleine Schwester für mich."

Karl hat ein Jahr lang in der Helios-Klinik gelebt und gegen seine Leukämie gekämpft. Nach einer Stammzellentransplantation ist der 17-Jährige jetzt wieder ganz gesund, muss nur noch zu Routineuntersuchungen ins Krankenhaus. "Ich fühle mich gesund, wie vor der Erkrankung", sagt er. "Ich kann Sport machen, Fahrrad fahren. Ich kann jetzt wieder alles machen, alles essen, mich mit allen Freunden wieder treffen. Das ist einfach großartig!"

Als Karl in Claras Alter war, war er schon einmal an Leukämie erkrankt. Die Diagnose der Neuerkrankung als Teenager traf ihn wie ein Schlag. Doch er könne dadurch auch nachvollziehen, wie es Clara in manchen Situationen ergeht und sie unterstützen, sie ablenken oder mit ihr spielen.

Als stern TV das Mädchen im Oktober erstmals traf, erhielt Clara gerade eine von mehreren Chemotherapien – die körperlichen Schmerzen waren für sie damals kaum zu ertragen. Auch psychisch war sie schwer belastet, zog sich in sich zurück und sprach kaum noch. Darunter litt ihre Mutter besonders: "Eigentlich ist sie ein ganz offenes und fröhliches Kind, doch durch die Medikamente hat sie sich völlig eingeigelt. Ich kam überhaupt nicht an sie heran", erzählt Sabrina Fehlberg.

Claras großer Freund Karl holte die Kleine aus ihrer Lethargie heraus. Er wisse, dass neben der Medizin die Motivation eine große Rolle spielt: "Die positive Einstellung, dass man sich immer sagt: 'Hey, es geht weiter.' Man muss die Zeit überstehen, aber eben möglichst positiv", sagt er.

80 Prozent der jungen Leukämien können geheilt werden

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 600 Kinder neu an Leukämie. In jungen Jahren sind die Heilungschancen noch hoch, 80 Prozent der Patienten werden wieder gesund. Manchmal endet die Krankheit aber auch tödlich.  Karl und Clara sind beide an einer akuten lymphatischen Leukämie erkrankt. Während die Entstehung und Ausreifung der Blutzellen bei gesunden Menschen genau reguliert ist, gerät der Prozess bei dieser bösartigen Leukämie außer Kontrolle. Die Blutzellen vermehren sich übermäßig und können nicht mehr richtig ausreifen.

Karl und Clara haben lange Zeit ihr Leid miteinander geteilt, sich gegenseitig Trost und Hoffnung gespendet. Ihre enge Bindung hat sie darin bestärkt, die Leukämie besiegen zu wollen. Und tatsächlich durfte auch Clara die Klink Anfang  des Jahres verlassen, da die Chemotherapie angeschlagen hatte. Die Siebenjährige ist jetzt wieder zu Hause und wird dort mit Medikamenten weiter behandelt. Clara darf seit März auch wieder mit ihren Freundinnen in die Schule gehen. Mit Karl hat sie weiterhin regelmäßig Kontakt. "Wir sehen uns genauso viel, wie früher", so er 17-Jährige. "Es war natürlich eine schwere Zeit, eine harte Zeit, mit unglaublich vielen Hochs und Tiefs. Aber es war trotzdem auch eine schöne Zeit, die ich nicht komplett verdrängen will." Im Sommer will auch Karl wieder zur Schule gehen, sein Abitur machen und danach Medizin studieren. Die Zeit im Krankenhaus hat ihn nicht abgeschreckt. Er ist seinem Spender unheimlich dankbar, sagt er:

"Er ist 53 Jahre alt, ist männlich und kommt aus Deutschland. Diese drei Sachen habe ich erfahren. Nach zwei Jahren kann man sich in Deutschland kennenlernen. Aber wir können schon anonym Karten oder Briefe schreiben. Das haben wir auch schon gemacht."

Zurzeit sind Karl und Clara in einem Reha-Zentrum im Schwarzwald. Sie und ihre Familien erholen sich dort von der kräftezehrenden Zeit. Clara muss noch ein Jahr lang Medikamente nehmen. Dann hofft auch sie, wieder ganz gesund zu sein.

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