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FAQ

Wann sollte man eine vorsorgliche Brust-Amputation in Betracht ziehen?

"BRCA 1/2": Mit diesem Kürzel verbinden viele Frauen eine schreckliche Prognose. So wird ein Gen genannt, an dem man die Veranlagung für Brustkrebs ablesen kann. Ist es mutiert, liegt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken bei 80 Prozent.

Brustkrebs kann auch vererbt werden, fünf bis zehn Prozent aller Fälle gehen auf die Veranlagung zurück. Haben Eltern einen bestimmten Gendefekt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich auf die Kinder überträgt, bei 50 Prozent. Wenn in einer Familie mehrere Brustkrebserkrankungen bekannt sind, kann das ein Anzeichen für eine erbliche Veranlagung sein. Ein Gentest kann Gewissheit schaffen, aber er sollte erst nach intensiver psychologischer Beratung erfolgen.

Denn das Finden des mutierten BRCA-Gens ist für jede Frau eine Horrorprognose: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sie an Krebs erkranken, meistens in frühen Jahren. Und dann gilt es, die nächste schwere Entscheidung zu treffen: Eine vorsorgliche Amputation der Brust als radikalste Methode, um dem Krebs zu entgehen? Sie rettet unter Umständen das Leben der Betroffenen.

In den USA ist dieser Eingriff mittlerweile weit verbreitet, in Deutschland ist man noch sehr viel zurückhaltender. 

Wie gefährlich ist Brustkrebs?

An keiner anderen Krebserkrankung sterben so viele Frauen wie an Brustkrebs. In Deutschland werden jedes Jahr etwa 70.000 Neuerkrankungen registriert, 17.500 von ihnen sterben. Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei zehn Prozent. 

Wie wahrscheinlich ist eine erbliche Veranlagung?

Zwischen fünf und zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind auf erbliche Faktoren zurückzuführen. Vor allem die Mutation von zwei Genen (genannt BRCA 1 und BRCA 2) kann familiär weitergegeben werden. Liegt sie bei der Mutter vor, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Weitergabe an die Kinder unter Umständen bei 50 Prozent.

Was sind die sogenannten Brustkrebsgene?

Verantwortlich für viele Fälle von erblich weitergegebenem Brustkrebs sind die Mutationen von zwei Genen: BRCA 1 und BRCA 2 (engl. Abkürzung für: "Breast Cancer"). Sind diese Gene "gesund", schützen sie den Organismus vor Schädigungen durch potenzielle Tumorzellen. Sind diese Gene hingegen mutiert, besteht ein erhöhtes Risiko der Tumorbildung. Durch einen Gentest kann festgestellt werden, ob Frauen eine mutierte Form von BRCA 1 oder 2 haben.

Wann ist ein Gentest medizinisch angeraten?

Die Anzahl und die Art der Krebsfälle in der Familie sind Hinweise dafür, ob bei einem selbst eine Mutation des Brustkrebsgens vorliegen könnte. Mediziner empfehlen eine Untersuchung nur, wenn folgende Fälle bekannt sind:

  • bei drei oder mehr an Brustkrebs erkrankten Frauen in der Familie
  • bei zwei in der Familie erkrankten Frauen , wenn eine davon bei Ausbruch unter 51 Jahre alt war
  • bei einer an beidseitigem Brustkrebs erkrankten Frau in der Familie
  • bei einer an einseitigem Brustkrebs erkrankten Frau in der Familie, wenn sie bei Ausbruch jünger als 36 Jahre war
  • bei einem an Brustkrebs erkrankten Mann und zusätzlich einer erkrankten Frau in der Familie (unabhängig vom Alter)

Da auch Eierstockkrebs ein Hinweis auf die Mutation sein kann, empfiehlt sich ein Gentest auch in folgenden Fällen:

  • bei einer an Brustkrebs und einer weiteren an Eierstockkrebs erkrankten Frau in der Familie
  • bei einer Frau in der Familie, die sowohl an Brust- wie auch an Eierstockkrebs erkrankt ist
  • bei zwei an Eierstockkrebs erkrankten Frauen in der Familie (unabhängig vom Alter)

Wie hoch ist bei einer Mutation das Risiko einer Erkrankung?

Sollte eine Mutation bei BRCA 1 oder 2-Gens festgestellt werden, beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Brustkrebserkrankung im Laufe des Lebens zwischen 70 und 80 Prozent. In vielen Fällen tritt der Brustkrebs schon im jüngeren Lebensalter auf.

Zentren für familiären Brustkrebs

Bundesweit gibt es Zentren für familiären Brustkrebs, wo man nicht nur die genetischen Tests durchführen lassen kann, sondern auch psychologische Beratung erhält.

Berlin

Brustzentrum der Charité - Zentrum "Familiärer Brustkrebs"
Leiter: Prof. Dr. med. Jens-Uwe Blohmer
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Termine für Betroffene: Telefon 0 30 - 450 564 237
Internetseite

DRK Kliniken Berlin Westend
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Brustzentrum
Chefarzt Dr. med. Wolfgang Hartmann
Spandauer Damm 130, 14050 Berlin
Telefonnummer: 030 / 3035 - 4924
Internetseite

Köln / Bonn

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität zu Köln
Zentrumssprecher: Prof. Dr. Rita Schmutzler
Kerpener Str. 34, 50931 Köln
Termine für Betroffene: Telefon 02 21 - 4 78-86 509
Internetseite

Dresden

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der TU Dresden,
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Klinikdirektion: Prof. Dr. med. Pauline Wimberger
Fetscherstr. 74, 01307 Dresden
Termine für Betroffene: Telefon 03 51 - 4 58-28 64
Internetseite

Düsseldorf

Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf
Klinikleitung Univ.-Prof. Dr. med. Tanja Fehm
Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf
Termine für Betroffene: Telefon 02 11 - 8 11 75 40
Internetseite

Frankfurt

Universitätsklinikum Frankfurt
​Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor der Klinik: Prof. Dr. med. S. Becker
Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main
Termine für Betroffene: Telefon 069 / 6301-5115
Internetseite 

Göttingen

Gynäkologisches Krebszentrum Universitäts-Medizin Göttingen
Zentrumssprecher: Prof. Dr. Günter Emons
Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Termine für Betroffene: Telefon 0551 / 39 665 76
Internetseite 

Hannover

Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Zell- und Molekularpathologie
Zentrumssprecher: Prof. Dr. med. Peter Hillemanns
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Termine für Betroffene: Telefon 05 11 - 5 32-45 29
Internetseite

Heidelberg

Institut für Humangenetik der Universität Heidelberg
Zentrumssprecher: Prof. Dr. Claus R. Bartram
Im Neuenheimer Feld 344 a, 69120 Heidelberg
Termine für Betroffene: Telefon 0 62 21 - 56 50 87

Kiel

Universitätsfrauenklinik Kiel
Klinikleitung: Prof. Dr. med. Nicolai Maass
Michaelisstr. 16, 24105 Kiel
Termine für Betroffene: Telefon 04 31 - 5 97 20-77
Internetseite

Leipzig

Institut für Humangenetik der Universität Leipzig
Kommissarischer Leiter: Professor Johannes Lemke
Philipp-Rosenthal-Str. 55, 04103 Leipzig
Termine für Betroffene: Telefon 03 41 - 9 72 38 40
Internetseite 

München

Frauenklinik rechts der Isar der Technischen Universität München
Leitung: Univ.-Prof. Dr. med. Marion Kiechle
Ismaningerstr. 22, 81675 München
Termine für Betroffene: Telefon 0 89 - 41 40-24 46 oder 0 89 - 41 40-74 06
Internetseite 

Ludwig-Maximilians-Universität München
Klinik für Frauenheilkunde - Campus Großhadern
Leiterin des Brustzentrums: Prof. Dr. N. Harbeck
Marchioninistr. 25, 81377 München
Termine für Betroffene: 089 / 4400 – 77572
Internetseite

Münster

Institut für Humangenetik der Universität Münster
Zentrumssprecher: Prof. Dr. P. Wieacker
Vesaliusweg 12-14, 48149 Münster
Termine für Betroffene: Telefon 02 51 - 8 35 54-24
Beratung: Telefon 02 51 - 8 35 54-13
Internetseite

Mönchengladbach
Evangelisches Krankenhaus Bethesda Mönchengladbach
Brustzentrum Niederrhein
Chefärztin des Brustzentrums: Prof. Dr. med. Ulrike Nitz
Ludwig-Weber-Straße 15, 41061 Mönchengladbach
Termine für Betroffene: 02161 / 981 – 2330
Internetseite 

Regensburg

Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universität Regensburg Zentrumssprecher: Prof. Dr. Bernhard Weber
Franz-Josef-Strauss-Allee 11, 93053 Regensburg
Termine für Betroffene: 0941 / 94 45 410
Internetseite

Tübingen

Universität Tübingen - Institut für Humangenetik
Zentrumssprecher: Prof. Dr. Diethelm Wallwiener
Calwerstr. 7, 72076 Tübingen
Termine für Betroffene: 0 70 71 / 29 76 458
Internetseite 

Ulm

Frauenklinik und Poliklinik der Universität Ulm
Leitung Brustzentrum: Prof. Dr. Jens Huober
Prittwitzstr. 43, 89075 Ulm
Termine für Betroffene: Telefon 07 31 - 50 02-76 06
Internetseite

Würzburg

Abt. für Medizinische Genetik im Institut für Humangenetik der Universität Würzburg und Frauenklinik der Universität Würzburg
Zentrumssprecher: Prof. Dr. med. Thomas Haaf
Biozentrum, Am Hubland, 97074 Würzburg
Termine für Betroffene: Telefon 09 31 - 888-40 84
Interentseite

Weitere Informationen

  • Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. erklärt auf ihrer Internetseite unter anderem, was erblicher Brustkrebs ist, wie häufig er auftritt und bietet statistische Daten.
  • Informationen rund um den familiären Brustkrebs bietet auch das Zentrum familiären Brust- und Eierstockkrebs der Technischen Universität München 
  • Das BRCA Netzwerk ist ein eingetragener Verein, der online Informationen rund um das Thema, Erfahrungsberichte, Tipps und Möglichkeiten zum Austausch mit betroffenen Frauen aus Perspektive der Selbsthilfe zur Verfügung stellt. 
  • In einem Informationsfilm (Youtube) der Uniklinik Köln erklärt Professor Rita Schmutzler, wann Frauen sich im Zentrum für familiären Brustkrebs beraten lassen sollten.
  • Die Westdeutsche Studiengruppe (WSG) mit Sitz in Mönchengladbach evaluiert und optimiert Therapien zur Brustkrebsbehandlung und setzt sich für eine eine Individualisierung der Brustkrebstherapie ein.

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