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Das können Thermomix-Konkurrenten besser

Die Stiftung Warentest hat vergleichbare Küchenmaschinen gegen den berühmten "Thermomix" antreten lassen - mit überraschendem Ergebnis: Der Thermomix belegte nur den 4. Platz! stern TV hat den Testern vorab und exklusiv über die Schultern geschaut.

  Der Thermomix und seine Konkurrenz im Test.

Der Thermomix und seine Konkurrenz im Test.

Sie hacken, kneten, rühren, mixen und kochen – und das alles auf Knopfdruck: Küchenmaschinen der neuesten Generation sollen laut Werbeversprechen viel Zeit sparen und sogar eine komplette Küche ersetzen. Derzeit erfreuen sie sich besonderer Nachfrage. Vor allem das aktuelle Modell des Klassikers "Thermomix", das die Wuppertaler Firma Vorwerk bereits seit 1961 verkauft, steht bei Hausfrauen und -männern derzeit hoch im Kurs: Rund eine Million Thermomixe sind weltweit verkauft worden.

Allerdings muss man für einen vollautomatischen Küchenhelfer bis zu 1.120  Euro hinblättern, Rezepte immerhin inklusive. Bei solchen Preisen lohnt ein Blick in die Konkurrenz. Denn: Was der Thermomix kann, können auch andere – oder zumindest das meiste davon. Aber was taugen die alternativen Geräte im Vergleich?

Kochende Küchenmaschinen im Vergleich

Die Stiftung Warentest hat sechs Küchenmaschinen mit Kochfunktion einem umfangreichen Vergleichstest unterzogen. Darunter auch der Thermomix. "Die wohl größte Überraschung ist, dass der Thermomix nicht gewonnen hat, obwohl er so beliebt ist", nimmt Tester Stephan Scherfenberg vorweg. "Drei andere Maschinen haben besser abgeschnitten."

Die meisten Maschinen liefern ein Kochbuch mit, beim neuen Thermomix sind die Rezepte sogar integriert, was das Nachkochen erheblich vereinfacht. "Das ist wirklich ein idiotensicheres Kochen, auch für Leute, die noch nicht gut kochen können", so Scherfenberg. Allerdings sei der Thermomix extrem laut, selbst bei Wasser käme er auf einen Geräuschpegel von 91 Dezibel – mehr als jedes andere Gerät und sehr unangenehm. "Da ist keine Unterhaltung in der Küche mehr möglich."

Doch wie steht es um die Kochergebnisse der Maschinen? stern TV war beim Kochtest dabei: Die Maschinen von Kenwood, Krups und GourmetMaxx sollten eine Minestrone zubereiten – ein italienisches Eintopfgericht, das jede Maschine hinbekommen sollte. "Eins ist schon mal klar: Einfach alle Zutaten in den Topf reinschmeißen, anschalten, kochen lassen – das geht nicht", so die ernüchternde erste Feststellung. Alle Rezepte verlangten, das Gemüse zunächst zu putzen und kleinzuschneiden. Also wie sonst auch. Die Zubereitung der Suppe in den Maschinen dauerte durchschnittlich 45 Minuten, die Ergebnisse fielen aber sehr unterschiedlich aus. Das schlechteste Ergebnis lieferte dabei der GourmetMaxx. Seine Minestrone erinnerte eher an Babybrei. Auch in puncto Sicherheit gab es für dieses Gerät Abzüge, da es möglich ist, die Messer ungesichert einzuschalten. Ein ernstes Verletzungsrisiko. Insgesamt wurde der GourmetMaxx, nebenbei mit 250 Euro die preiswerteste Maschine, von der Stiftung Warentest mit der Note Befriedigend bewertet.

Vor- und Nachteile der Testsieger

Zu den Gewinnern zählen drei Geräte, darunter die mit 1120 Euro teuerste Küchenmaschine im Test von Kenwood. Außerdem die Küchenhelfer von KitchenAid (970 Euro) und das Gerät von Krups (775 Euro). Beim Warentest spielt der Preis in der Beurteilung keine Rolle: Alle drei erhielten das Qualitäts-Urteil "Gut". 

Am Ende der Koch- und Test-Prozeduren der Stiftung Warentest entpuppte sich jedoch keines der Geräte als Wundermaschine, so das Fazit der Tester: "Die Maschinen richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und haben alle ihre Stärken und Schwächen. Angefangen von der Kenwood, die eine halbprofessionelle Küchenmaschine ist. Sie bietet superviel Zubehör und zusätzliche Funktionen. Damit können sich Hobbyköche richtig austoben." Die KitchenAid sei dagegen ein Liebhabermodell mit großem Fassungsvermögen. Die Krups-Maschine bietet weniger Platz, in den Dampfgarer passt nur eine Portion. "Aber die kocht und bereitet kalte Speisen am besten zu."

Und der Thermomix, der verwunderlicherweise nur auf Platz Vier landete? "Die Lautstärke hat ihm das Genick gebrochen", sagt Stephan Scherfenberg. "Sonst hätte er genauso gut wie die anderen drei Küchenmaschinen abgeschnitten." Er habe in der Handhabung (Integrierte Rezeptanleitung, Wiegen) überzeugt und sei im Vergleich zu den anderen ebenso gut. 

Küchenmaschinen sind eine relative Sache

Das Fazit des Test-Experten: Außer beim Thermomix, der die Zutaten auch schreddert, müssen bei den anderen Küchenmaschinen die Zutaten vorbereitet und geschnippelt werden. Man spart also deutlich weniger Zeit, als man das von einer Küchenmaschine erwarten würde. Natürlich können die Maschinen den halbstündigen Rührvorgang am Herd – wie etwa beim Zubereiten eines Risottos – ersetzen. Aber auch bei den Küchenmaschinen muss man immer wieder hingehen und umrühren oder Flüssigkeit zusetzen. Ein weiterer Punkt: Eintopf sind kein Problem. Doch wer unterschiedliche Gänge zubereiten möchte, müsse die einzelnen Gerichte zwischenzeitlich warmhalten und außerdem den einen Topf der Maschine immer wieder abspülen. Wer hingegen drei Töpfe parallel auf den Herd stelle – mit Fleisch, Gemüse und Kartoffeln – wäre wahrscheinlich schneller fertig. 

Nachteil der Küchenmaschinen-Kocherei: Der Ofen kann durch sie nicht ersetzt werden, ebensowenig wie Pfannen zum Anbraten. Auf Röstaromen muss man daher verzichten. Und nicht zu vergessen: Das "Kocherlebnis" geht irgendwie auch verloren.

Bleibt also die Frage, ob wir das Weihnachtsgeld tatsächlich in eine Küchenmaschine investieren wollen, oder doch beim herkömmlichen Kochen bleiben, das im Vergleichstest der Stiftung Warentest stets nur wenigen Minuten länger dauerte. 

Die Testergebnisse

Stiftung Warentest hat neun Geräte zwischen 95 und 1120 Euro getestet. Alle Ergebnisse und Tipps finden Sie in der Ausgabe "test" 12/2015, die am Freitag erscheint, sowie unter: www.test.de/kuechenmaschinen

Die vier Besten im Vergleich
  Vorwerk Thermomix TM5 für 1110 Euro     ​Große Zubereitungshilfe: Viele Hausfrauen schwören auf das Gerät – und sicher auch Hausmänner: Das "Guided Cooking" also die Rezepte auf dem Elektrochip führen schrittweise durch die Zubereitung, die Maschine wiegt die Zutaten, hat ein gutes Rezeptbuch, lässt sich intuitiv bedienen – was die Handhabung alles in allem besonders einfach macht.        Abzüge geben die Tester der Stiftung hauptsächlich für den enormen Geräuschpegel bei quasi jeder Funktion. Die Umwelteigenschaften benoten sie deshalb insgesamt als mangelhaft. Nicht alle Speisen, wie etwa Schlagsahne oder Minestrone gelingen gut.        Der Thermomix wird - im Gegensatz zu allen anderen Küchenmaschinen - nicht im Handel, sondern nur im Direktvertrieb über Vorwerk-Vertreter verkauft und ist mit 1110 Euro die zweitteuerste Maschine.      Gesamtnote: BEFRIEDIGEND (2,9)

Vorwerk Thermomix TM5 für 1110 Euro


​Große Zubereitungshilfe: Viele Hausfrauen schwören auf das Gerät – und sicher auch Hausmänner: Das "Guided Cooking" also die Rezepte auf dem Elektrochip führen schrittweise durch die Zubereitung, die Maschine wiegt die Zutaten, hat ein gutes Rezeptbuch, lässt sich intuitiv bedienen – was die Handhabung alles in allem besonders einfach macht.


Abzüge geben die Tester der Stiftung hauptsächlich für den enormen Geräuschpegel bei quasi jeder Funktion. Die Umwelteigenschaften benoten sie deshalb insgesamt als mangelhaft. Nicht alle Speisen, wie etwa Schlagsahne oder Minestrone gelingen gut.


Der Thermomix wird - im Gegensatz zu allen anderen Küchenmaschinen - nicht im Handel, sondern nur im Direktvertrieb über Vorwerk-Vertreter verkauft und ist mit 1110 Euro die zweitteuerste Maschine.

Gesamtnote: BEFRIEDIGEND (2,9)


Küchenhelfer zum kleinen Preis

Bei rund 1000 Euro für eine Küchenmaschine ist es nur allzu verständlich, dass sich die Kunden von Aldi und Lidl um deren Billigklone nahezu geschlagen haben. Die Discounter boten kürzlich kochende Küchenmaschinen für 200 Euro an. Ist es damit genauso leicht zu kochen und somit eine Investition wert? Das hat stern TV-Reporter Thorsten Schorn in Kölner Haushalten ausprobieren lassen. Und zwar von Männern, die vom Kochen keinerlei Ahnung hatten... Ob das Kochergebnis vom Koch abhing oder von der Küchenmaschine? Laut Stephan Scherfenberg darf man von den Billigklonen allenfalls eine zusätzliche Kochhilfe erwarten. Seine Empfehlung: "Ist die Entscheidung für eine kochende Küchenmaschine erst einmal gefallen, sollte man sich eher für ein hochwertiges Modell entscheiden, da sie besser konstruiert sind und das Kochen funktioniert."


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