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Fragen & Antworten

Das sollten Sie über die Tattoo-Entfernung wissen

Schätzungen zufolge sind bis zu 20 Prozent der Deutschen tätowiert. Etwa ein Viertel will ein oder alle Tattoos irgendwann wieder loswerden oder verändern. Lesen Sie hier, was Sie über die Möglichkeiten wissen sollten.

Lässt sich jedes Tattoo durch Laserbehandlungen entfernen?

Nein. Auch eine Laserbehandlung kann tätowierte Haut nicht wieder jungfräulich machen. Laut Lasertherapeutin Martina Lehnhoff ist nur in 5 bis 10 Prozent nach einer gründlichen Behandlung wirklich nichts mehr zu sehen. Die Farben Tiefrot, Gelb, Grün und Lila sind am schwierigsten zu entfernen. Schwarz geht am besten. Deshalb wird bei großen, mehrfarbigen häufig von einer Laserbehandlung abgeraten, da das Risiko zu groß ist, dass Restpigmente in der Haut verbleiben. Generell gilt: Ein guter und erfahrener Spezialist verspricht niemals vorab eine vollständig Entfernung. 

Was bleibt von einem gelaserten Tattoo übrig?

In fast jedem Fall bleibt ein Schatten zurück, oft sind auch Farbreste und Umrisse noch zu sehen. Zudem ist die Haut dort nicht mehr die ursprüngliche, oftmals empfindlich und in vielen Fällen leicht gerötet. Laserexpertin Martina Lehnhoff empfiehlt ihren Patienten deshalb manchmal, ein neues Tattoo an der Stelle stechen zu lassen.

Was wird bei einer Lasertherapie genau gemacht?

Beim Lasern wird die Farbe unter der Haut mit ultrakurzen, aber hochenergetischen Impulsen "beschossen", wodurch die Farbpigmente zertrümmert und vom Körper selbst abtransportiert und abgebaut werden. Das "Wegbrennen" durch Laserstrahlen gehört der Vergangenheit an. Durch neue Technologien sind Dauer und Lichtwellen für den Therapeuten heute besser steuerbar, so dass die Tätowierungen individueller behandelt werden können. Dafür sind – je nach Tattoo – meist mehrere Sitzungen notwendig.

Tut das weh?

Die Behandlung ist nicht schmerzfrei. Patienten vergleichen sie mit dem Stechen des Tattoos. In manchen Fällen dürfen vorher leichte, frei verkäufliche Schmerzmittel oder eine schmerzlindernde Creme angewendet werden. 

Was kostet die Behandlung?

Das hängt von der Größe, Tiefe und Intensität des jeweiligen Tattoos ab. Je größer oder farbintensiver, desto länger dauert die Behandlung – und desto teurer wird sie. Für Profi-Tattoos werden bis zu 20 Sitzungen benötigt, weniger professionelle bis zu acht Sitzungen. Bei kleinen Tattoos dauert eine Sitzung wenige Minuten, bei einem ganzen Arm kann eine Sitzung auch eine Stunde dauern. Grob lässt sich sagen, dass die Entfernung meist teurer ist, als das Stechen selbst. Bei einem mittelgroßen Tattoo muss man mit bis zu 1500 Euro rechnen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen bestehen?

Unter der Behandlung mit einem Laser können – je nach Typ – körperliche Begleitreaktionen oder Allergien entstehen. Auch Narben sind möglich. Wird ein zu großes Lichtspektrum angewendet, können sich in der Folge irreversible Pigmentflecken bilden, weil dadurch unter Umständen auch der Hautfarbstoff Melatonin zerstört wird. Mittlerweile sind die Laser (z.B. der Picosekunden-Laser) aber präziser und schonender, als einst die "wegbrennenden". Noch ungeklärt ist, ob bei den neuen Lasertherapien minderwertige und kritische Farbpigmente, wie sie manchmal eingesetzt wurden, im Körper zurückbleiben und dann krebserregend wirken können.
Noch ein Hinweis: Damit die Laserbehandlung möglichst wenig sichtbar wird, sollte die Haut vorher möglichst wenig gebräunt sein. Sonnenbäder oder Solarium sind in der ersten Zeit danach ebenfalls absolut tabu. 

Wie und wo findet man einen guten Lasertherapeuten?

Unbedingt ist die Kenntnis verschiedener Lasersysteme notwendig. Um schwerwiegende Behandlungsfehler zu vermeiden und der Gesundheit nicht zu schaden, sollte die komplizierte Behandlung einer Tattoo-Entfernung nur unter direkter Aufsicht von lasererfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Diese finden Sie beispielsweise über die Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL).

In jedem Fall aber von einem Mediziner. Vorsicht vor Kosmetikinstituten, Kosmetikerinnen oder Tattoo-Studio-Betreibern, die die Lasertherapie als "Zusatzservice" anbieten, meist hat man dort keine entsprechende medizinische Fachkenntnis. Am besten lässt man sich vorher von einem Hautarzt beraten.

Gibt es auch andere Möglichkeiten, ein Tattoo wieder loszuwerden?

Ja. Doch nicht alle sind gleich effektiv und ungefährlich. Früher wurden Tätowierungen abgeschliffen oder abgetragen, was bei einer Tiefe von mehreren Millimetern unter der Haut schmerzhaft ist und Infektionen riskiert. Fast immer bleiben bei diesen Methoden Narben zurück. Unbedingt abzuraten ist von der Behandlung mit Blitzlampen oder Milchsäure, weil dabei die Haut schwer beschädigt wird und vernarbt. Ganz kleine Stellen können auch chirurgisch entfernt, also herausgeschnitten werden. Natürlich nur von einem Arzt.

Eine Alternative ist für viele das so genannte Cover up: Das bedeutet, dass man ein ungeliebtes Motiv großzügig mit einem neuen übertätowieren lässt, so dass das ursprüngliche nicht mehr sichtbar ist.


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