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So erkennen Sie gefälschte Bewertungen

Ein Viertel bis ein Drittel aller Produktbewertungen sollen nicht echt sein, sagen Experten. Lob und Kritik sind für viele Online-Shopper aber kaufentscheidend. Diese Dinge sollten Sie stutzig machen.

Überschwängliches Lob für ein durchschnittliches Produkt? Solchen Lobeshymnen sollte man nicht immer trauen.

Überschwängliches Lob für ein durchschnittliches Produkt? Solchen Lobeshymnen sollte man nicht immer trauen.

Fünf Sterne sind gut, alles unter drei Sterne landet nur selten erst im Warenkorb: In Online-Shops vertrauen viele Kunden auf die Meinungen anderer Nutzer. Dabei sollen 25 bis 30 Prozent aller Produktbewertungen im Internet gefälscht sein, im Durchschnitt also mindestens jeder vierte Kommentar.

So sollen Hersteller ihre Produkte beispielsweise selbst in den höchsten Tönen loben, während sie die Konkurrenzprodukte nieder schreiben. Oder aber sie beauftragen Agenturen, die sich - obwohl illegal - auf diesen Markt bereits spezialisiert haben und massenweise gute Bewertungen verfassen oder gar externe Schreiber beauftragen. Basis für die fingierten Meinungen sind Pressemitteilungen der Hersteller oder andere Nutzerkommentare. Die Fälscher nutzen dafür Datenbanken mit Tausenden von Benutzerkonten, zur Registrierung reicht nämlich oft nur eine aktive E-Mail-Adresse.

lesen Sie hier, woran sie Fake-Bewertungen erkennen können:

Unbekannter Rezensent

Wer hat die Bewertung verfasst? Wer ein Pseudonym angibt, aber nur eine Bewertung abgibt, ist irgendwie verdächtig. Sie heißen dann beispielsweise "Manni2000" oder "Technik-Fan". Unter diesen Pseudonymen sind oft aber keine anderen Profile im Internet zu finden. Teilweise stammen die Bewertungen sogar auffallend oft aus dem Ausland.

Hersteller-Fan

Verfasst ein Rezensent auffallend viele Beurteilungen von Produkten ein und desselben Herstellers oder Anbieters oder in kurzer Zeit, sollte man ebenfalls stutzig werden. Insbesondere, wenn die Bewertung allzu euphorisch sind.

Nur Extrem-Bewertungen

Gibt es für ein Produkt nur extrem gute und extrem schlechte Bewertungen, haben sich hier scheinbar Anbieter und Konkurrenz eine Bewertungsschlacht erlaubt.

Kurz und gut oder lang und breit

Sind die Beschreibung knapp und super positiv, will hier scheinbar jemand den Bewertungsdurchschnitt pushen. Insbesondere, wenn sich positive Bewertungen innerhalb eines kurzen Zeitraums häufen. Auch eine seitenlange Lobhudelei mit allerlei Expertise deutet eher auf Schleichwerbung hin.

Unmenschliche Textfehler

Finden sich im Text absurde Formulierungen oder Schreibweisen, die in der deutschen Sprache kaum denkbar sind, hat das offenbar eine Software verbrochen, die automatisiert Rezensionen generiert.

Werbetexte

Finden sich in den Beschreibungen Floskeln, die auch aus einem Herstellertext zu einem Produkt gehören könnten, etwa "brillantes Bild" oder "kratzerresistente Oberfläche", scheint sich ein beauftragter Rezensent besonders viel Mühe gegeben zu haben. Ein paar Rechtschreibfehler eingebaut – so wollen sie sich glaubwürdig machen. Auch werden oft zum Schein Nebensachen kritisiert, etwa dass der Versand etwas länger gedauert hat.

Ähnliche Texte

Ähneln sich Texte sowohl bei positiven als auch bei negativen Bewertungen, scheint hier entweder ein gelangweilter Massenrezensent am Werk zu sein, oder die Beurteilung setzt sich aus Textbausteinen zusammen. Wenig glaubwürdig. Ebenso verdächtig: Eine ähnlich formulierte Bewertung für dasselbe Produkt auf unterschiedlichen Portalen.

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