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Elektromärkte im Preis-Test

Elektromärkte buhlen offensiv um die Kunden und überbieten sich gegenseitig mit vermeintlichen Schnäppchen. Doch wer hat wirklich die besten Angebote - Media-Markt, Saturn oder Expert? Die Zeitschrift Computer-Bild hat 4000 Preise verglichen - mit überraschendem Ergebnis.

Dauer-Schnäppchen, Aktionspreise, Sonderangebote: Jeder weiß, dass man Werbebotschaften nicht leichtfertig glauben sollte. Wer wirklich Schnäppchen machen will, muss intensiv vergleichen. Doch das ist oft mühsam und langwierig. Die Zeitschrift Computer-Bild hat jetzt die großen Elektromärkte einem großen Preistest unterzogen. Die Experten wollten wissen:

- Welcher Elektromarkt ist im Schnitt der günstigste?
- Sind die Angebote, die in Werbeprospekten angepriesen werden, tatsächlich Schnäppchen?
- Können die Elektromärkte preislich mit Onlinehändlern mithalten?

Überraschender Testsieger

50 populäre Elektronikartikel setzte die Zeitschrift auf eine imaginäre Wunschliste: vom USB-Speicherstick über Navigationsgeräte und Digitalkameras bis hin zum LCD-Flachbildfernseher. Die Preise für jedes Produkt überprüften die Tester deutschlandweit in zehn Städten bei den acht größten Handelsketten: Media-Markt, Saturn, Expert, Euronics, Electronic-Partner, Promarkt, Medimax und Karstadt. So wurden in 80 Filialen insgesamt 4000 Artikel überprüft.

Das Ergebnis überraschte die Experten: Media-Markt und Saturn bekamen das Testurteil "teuer"; sie landeten nur im Mittelfeld. Zwar bewerben die beiden Großketten ihre vermeintlichen Angebote wohl am stärksten, aber: "Da zahlt man im Vergleich zu Pro-Markt oder Karstadt drauf", sagt Alexander Krug von der Computer-Bild.

Testsieger der acht Geschäfte ist Pro-Markt, den Computer-Bild für "noch preiswert" befand. Allerdings: Dem Vergleich mit den günstigsten Onlinehändlern kann auch er nicht standhalten. Im Schnitt ist Pro-Markt knapp 20 Prozent teurer als der jeweils beste Internetpreis.

Test mit versteckter Kamera

Selbst die vermeintlichen Schnäppchen, die in Werbeprospekten groß beworben werden, liegen durchschnittlich immer noch über den besten Internetpreisen. Die Karstadt-"Angebote" waren beispielsweise 12,4 Prozent teurer, die von Saturn 3,3 Prozent. Manche der sogenannten Sonderpreise lagen sogar noch über der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Lediglich die Media-Markt-Angebote hielten oft, was sie versprachen: Die in den Prospekten beworbenen Produkte waren durchschnittlich 8,5 Prozent günstiger als im Internet.

Dennoch bieten die Fachmärkte vor Ort Vorteile: Hier bekommt man Beratung, kann die Geräte ausprobieren und hat bei Problemen einen persönlichen Ansprechpartner. Und man kann versuchen zu feilschen. Wo und wie man die Preise am besten drücken kann, hat stern TV mit versteckter Kamera getestet. Tatsächlich boten alle Geschäfte Preisnachlässe an - wenn man den besseren Preis eines Konkurrenten zum Beispiel anhand eines Prospekts nachweist. Mit dem Verweis auf günstigere Internetpreise konnten die stern TV-Tester bei Media-Markt und Medimax keine Rabatte herausschlagen. Hier zeigten sich wiederum die kleineren Geschäfte verhandlungsbereiter: Bei Euronics bot der Verkäufer immerhin 50 Euro Rabatt an und blieb damit nur zehn Euro über dem Internetpreis.

Bis zu 38 Prozent Ersparnis im Internet

Fazit: Kein Elektromarkt kann mit den Internetpreisen mithalten. 41 der 50 Testprodukte waren bei Onlinehändlern günstiger. Mit erheblichen Preisspannen: Im Schnitt sind die Elektromärkte 20 bis 38 Prozent teurer.

Aber auch das Internet ist kein grenzenloses Einkaufsparadies für Elektronikartikel. Um online das beste Angebot zu finden, nutzt man am besten wie Computer-Bild im Test Preissuchmaschinen - und zwar mindestens zwei, drei unterschiedliche. Wichtig: Achten Sie auf den Endpreis. Oft werden nämlich Versand- und andere Kosten erst im Laufe des Bestellvorgangs addiert. Doch trotz dieser zusätzlichen Kosten lassen sich im Internet immer noch die größten Schnäppchen machen.

Tipp 1: Vorab informieren

Wenn Sie sich für ein bestimmtes Produkt, zum Beispiel eine Digitalkamera, interessieren, informieren Sie sich vorab, welches Gerät von welchem Hersteller am besten Ihren Ansprüchen genügt. Lesen Sie Testberichte, informieren Sie sich in Foren, in denen Käufer von ihren Erfahrungen berichten; auch bei vielen Preissuchmaschinen gibt es Bewertungen anderer Kunden. Gehen Sie in ein Geschäft vor Ort und schauen sich das Gerät an.

Tipp 2: Mehrere Suchmaschinen nutzen

Wenn Sie sich für ein Produkt entschieden haben, vergleichen Sie bei mehreren Suchmaschinen die Preise. Die Internetseiten funktionieren unterschiedlich, eine perfekte Suchmaschine gibt es nicht. Manchmal zum Beispiel ist ein angezeigtes Angebot bei dem entsprechenden Onlinehändler nicht verfügbar.

Tipp 3: Große Preissuchmaschinen

www.evendi.de
www.billiger.de
www.guenstiger.de
www.idealo.de
www.preissuchmaschine.de
www.geizkragen.de
www.kelkoo.de
www.shopping.com
www.google.de/products

Tipp 4: Auf versteckte Kosten achten

Viele Online-Shop-Betreiber rechnen damit, dass Ihre Kunden bei den Preisvergleich-Webseiten nach dem günstigsten Anbieter suchen. Deshalb bieten sie ihre Ware oft sehr günstig an - so stehen sie beim Preisvergleich ganz oben -, setzen dann aber die Porto- und Verpackungskosten oder die Bezahlungsgebühren so hoch, dass sie damit zusätzlichen Gewinn machen. Überprüfen Sie vorher die Kosten für Porto und Verpackung und ihre gewünschte Bezahlmethode.

Tipp 5: Warenkorb überprüfen

Wenn Sie schließlich ein Produkt bei einem Onlinehändler bestellen wollen, gilt es, ein paar Punkte zu beachten. Manche Anbieter legen einem beispielsweise automatisch weitere Produkte in den Warenkorb, die man gar nicht haben möchte. Man kann sie zwar leicht wieder entfernen, muss aber die Augen aufhalten, damit man sie nicht versehentlich kauft. Populär sind überflüssige Versicherungen, teure Kundenkarten oder unerwünschtes Zubehör.

Tipp: Bestellung vor Abschluss noch mal ganz genau durchlesen und unerwünschte Produkte aus dem Einkaufswagen löschen.

Tipp 6: Vorsicht bei Vorkasse

Vorkasse ist zwar meistens die günstigste Lösung. Aber dabei besteht das Risiko, dass das Geld erstmal weg ist und die Ware vielleicht falsch, beschädigt oder auch gar nicht ankommt. Stattdessen sollte man möglichst auf Rechnung kaufen oder zur Not per Kreditkarte bezahlen - vor allem bei kleinen, unbekannten Onlinehändlern.

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