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So werden die Begleithunde ausgebildet

Diabetes-Spürhunde überwachen den Blutzuckerspiegel ihres Herrchens oder Frauchens und schlagen im Notfall Alarm. Um diese Gabe zu entfalten, müssen die Hunde einige Lektionen lernen.

Diabetes-Spürhunde überwachen den Blutzuckerspiegel ihres Herrchens oder Frauchens und schlagen im Notfall Alarm. Um diese Gabe zu entfalten, müssen die Hunde einige Lektionen lernen.

Was macht ein Diabetes-Warnhund?

Bei einer Unter- oder Überzuckerung finden chemische Prozesse im Körper des Diabetikers statt. Diese erkennt der Hund im Atem und im Schweiß des Patienten und warnt sein Herrchen oder Frauchen. Für Patienten mit Diabetes Typ 1 kann ihre Krankheit schnell lebensbedrohlich werden. Ohne es zu merken, unterzuckern sie innerhalb von 15 Minuten. Ihr Körper zeigt nicht die bei anderen Diabetikern typische Symptome einer Unterzuckerung wie Durst, Schwindel und Übelkeit. Die Unterzuckerung - von Medizinern Hypoglykämie genannt - kann zu bleibenden Hirnschäden, Koma und sogar zum Tod führen. Diabetiker-Warnhunde bemerken die bedrohliche Situation oft früher als die Betroffenen selbst und geben Alarm - auch nachts.

Für den Diabetiker und ihre Familien ist das eine deutliche Erleichterung und Entspannung im Alltag. So musste Familie Wenk bisher alle zwei Stunden Mikes Blutzuckerwert messen. Ein Diabetes-Warnhund ist aber kein Ersatz für eine regelmäßige Blutwertuntersuchung.

Wie werden die Hunde ausgebildet?

Die Hunde werden auf den Geruch von Unter- und Überzuckerung abgerichtet. Einige Hunde scheinen diese Gabe von Geburt an mitzubringen. Wissenschaftler vermuten, dass sie eine Unterzuckerung daran erkennen, dass sich die chemische Zusammensetzung des Schweißes verändert und auch der Atem des Herrchens oder Frauchens einen anderen Geruch verströmt. Möglicherweise reagiert der Hund zusätzlich darauf, dass sich sein Besitzer unbewusst anders verhält. In einer Spezialausbildung lernen die Hunde, dann ein Warnsignal zu geben. Das kann beispielsweise Bellen, Kratzen, Anstupsen oder Lecken sein. Sie lernen auch die Wohnungstür zu öffnen, um notfalls Hilfe zu holen und werden darauf trainiert, bei einem bedrohlich niedrigen Blutzuckerspiegel Traubenzucker oder Saft zu bringen. Wenn der Diabetiker nicht reagiert, müssen die Hunde sogar Notfallknöpfe bedienen können.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung zum Diabetes-Warnhund ist intensiv und dauert etwa acht bis zwölf Monate, erklärt Hundeexperte Michael Plotzki. Je nach Dauer und Intensität der Ausbildung, die auch von der Lernfähigkeit des Hundes abhängt, kostet eine Ausbildung des Hundes zwischen fünf und acht Tausend Euro. Bislang übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht.

Darf ein solcher Begleithund überall mit hingenommen werden?

Assistenz- und Begleithunden - zu denen auch ausgewiesene Diabetiker-Warnhunde zählen - darf nach dem Sozialgesetzbuch eigentlich nirgends der Zutritt verwehrt werden. Also auch nicht in Schulen oder Badeanstalten. Das 2006 in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz besagt das ebenso. Assistenzhunde gelten auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung sozusagen als gesundheitliches Hilfsmittel. Allerdings ist nicht genau festgelegt, ob die Hunde deshalb grundsätzlich etwa auch in Arztpraxen oder Krankenhäuser mitgenommen werden dürfen. Aus medizinisch-hygienischen Gründen spricht laut Bundesministerium für Gesundheit jedoch nichts dagegen, sie in Gesundheitseinrichtungen oder Lebensmittelgeschäfte mitzunehmen. Das bestätigen verschiedene Gutachten und Studien, und darauf kann man ruhig verweisen. Allerdings kann es sachliche Gründe geben, die gegen das Mitführen eines Assistenzhundes sprechen. In Einzelfällen können Eigentümer eines Cafés zum Beispiel auch von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Hund verbieten. Allerdings tolerieren immer mehr Geschäfte und auch Fluggesellschaften Assistenzhunde und gewähren ihnen Zutritt.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung

Welche Hunde sind für eine solche Ausbildung geeignet?

Ein potentieller Diabetiker-Warnhund sollte zunächst einmal sozial verträglich sein. Er wird in Zukunft schließlich jederzeit und überall mit in die Öffentlichkeit genommen. Zudem sollte er verspielt und auch "verfressen" sei, um ihn entsprechend trainieren zu können. "Denn das ist für die Ausbildung ganz wichtig", erklärt Hundetrainer Plotzki. Zunächst müssen die Hunde den speziellen Geruch einer Unter- oder Überzuckerung kennen lernen. Hundetrainer Plotzki arbeitet mit Kompressen, denen der Körpergeruch des zukünftigen Besitzers anhaftet. Erkennen die Hunde nach spätestens sechs Wochen den Geruch von Unter- und Überzuckerung, sind sie qualifiziert für eine weitere Ausbildung. Eine Einschränkung auf bestimmte Rassen gibt es nicht per se. Es hat sich aber gezeigt, dass sich einige Rassen charakterlich und aus trainerischer Sicht besser eignen, als andere.

Wo gibt es weitere Informationen dazu?

Weitere Informationen zu Diabetes-Warnhunde und zur Hunde-Erziehung gibt es auf der Internetseite von Hundetrainer Michael Plotzki unter www.vistadogs.de.

Darüber hinaus informiert die Seite www.diabetiker-spuerhunde.de über das Thema.

Auf der Internetseite von diabetesDE finden sich Informationen, hilfreiche Links und Adressen rund um das Thema Diabetes.

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