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Alle meine Entchen schwimmen auf dem Screen

Es ist erstaunlich, welche Anziehungskraft Tablet und Smartphone auf Kleinkinder haben. Selbst Zweijährige bedienen sie mühelos. Sollte man das erlauben? Wie beeinflussen Apps & Co. die Entwicklung?

  Wischen, tippen, Apps aufrufen - selbst die Allerkleinsten haben den Dreh schnell raus.

Wischen, tippen, Apps aufrufen - selbst die Allerkleinsten haben den Dreh schnell raus.

Seit Kira zwei Jahre alt ist, kennt sie das Tablet ihrer Mutter. Inzwischen ist das Mädchen vier und geht mit dem Gerät routiniert um. Kora Erdelyi, die Mutter von Kira, ist Kinderapp-Entwicklerin. Für sie ist der Umgang ihrer Tochter mit den modernen Medien kein Problem. Sie hat sogar Lernspiele für Kleinkinder ab einem Jahr entwickelt. "Wir leben in einer digitalen Welt. Es ist nicht richtig Kinder davon auszuschließen – verbotene Dinge werden erst recht interessant", sagt auch die Medienpädagogin Luise Ludwig, Geschäftsführerin des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz an der Universität Mainz.

Wie präsent die digitale Welt für Kinder ist, spiegeln die Verkaufszahlen wieder. Allein im letzten Jahr hat sich die Zahl der Tablet-Computer in deutschen Haushalten von 2,1 Millionen auf 4,4 Millionen mehr als verdoppelt. In jedem vierten Haushalt mit Kindern im Vorschulalter gibt es ein Tablet, auf dem die sogenannten Spiele-Apps installiert werden können. Das Angebot an Anwendungen für die junge Zielgruppe ist grenzenlos.

Würden Sie Ihr Kleinkind mit Tablet oder Smartphone (Apps) spielen lassen?

Medienspielzeuge konkurrieren mit traditionellen

Aber sollten tatsächlich schon die Allerkleinsten zum Smartphone oder Tablet greifen dürfen? Und wie beeinflussen Apps & Co. die Entwicklung der Kinder? Kinderpsychiater Dr. Michael Winterhoff sieht das kritisch. Er bemängelt, dass Kinder schon viel zu früh durch diese Medien von der realen Welt ferngehalten werden. In den Apps sieht er kaum einen Nutzen, den andere Spielzeuge und Sinneserfahrungen nicht besser erfüllen.

stern TV wollte es genauer wissen und den Kindergarten Bubble-Bande in München besucht. Wie reagieren Zwei- bis Vierjährige darauf, wenn man ihnen ein Buch, Bauklötze, eine Puppe oder ein Tablet anbietet? Ergebnis: Von fünf Kindern entscheiden sich drei für traditionelles Spielzeug, zwei für digitale Spiele. Der Reiz der medialen Spielzeuge ist offenbar. Es sei alles eine Frage der Dosis, sagt die Medienexpertin Luise Ludwig. Ihrer Meinung nach sollte man den Umgang gemeinsam trainieren und die Kinder darauf vorbereiten, dass es auch gut ist, die Geräte wegzulegen, weil es viele spannende Dinge in der echten Welt zu erleben gibt.

Das richtige Maß ist entscheidend

Doch ab welchem Altern beginnt ein maßvoller Umgang mit Smartphone, Tablet, Apps & Co.? "Also ich würde Eltern klar raten, Kinder nicht vor einem Alter von vier oder fünf Jahren da heran zu führen", sagt Michael Winterhoff, der zum Vergleich Studien für eine sinnvolle Fernsehnutzung heranzieht. Die ganz frühe Faszination, die von diesen Geräten ausgehe, verleite Kinder dazu, sich auch in ihrer späteren Entwicklung zu sehr davon einnehmen zu lassen. "Wenn man das nicht sehr klar reglementiert, rutschen sie da rein und werden später zu meinen Patienten", so Winterhoff.

Für eine zeitliche Beschränkung ist auch Luise Ludwig, wenngleich bereits bei jüngeren Kindern : "Eine halbe Stunde pro Tag ab zwei Jahren ist ein gutes Maß, um damit einzusteigen", meint die Medienpädagogin. Und so ist auch diese Elternfrage letztlich eine nach dem richtigen Maß. Wie Sie den Umgang mit Smartphone, Tablet & Co. maßvoll regeln können, haben wir hier in der Tippstrecke für Sie zusammengestellt.

stern TV Beispiele: Geeignete Apps für Kleinkinder
  Meine erste App - Fahrzeuge ist eine pädagogisch entwickelte Anwendung mit mehreren Spielmöglichkeiten, zum Beispiel dem Ergänzen von Fahrzeugen, mit lustigen Animationen. Werbe- und internetlinkfrei. Ab 3 Jahre geeignet.

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