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Das können wir vom "Coupon-König" lernen

Sven Lucka darf man getrost den "Coupon-König" nennen. Der 32-Jährige nutzt Rabattmarken mit enormem Engagement. Und mit Erfolg! Im Supermarkt, in der Drogerie, im Internet. "So spare ich im Jahr bis zu 4000 Euro", behauptet er selbst. stern TV hat sich sein System zeigen lassen.

"Coupon-König" Sven Lucka arbeitet mit System

"Coupon-König" Sven Lucka arbeitet mit System.

Wenn es darum geht, möglichst günstig einzukaufen, macht niemand Sven Lucka etwas vor. Der 32-jährige Vater zweier Söhne aus Mettmann sammelt alle Gutscheine, Rabattmarken und Coupons, die er kriegen kann – und kombiniert sie so geschickt, dass er für seinen Wocheneinkauf statt 100 Euro am Ende nur 40 bis 50 Euro bezahlt. "Im Jahr spare ich dadurch bis zu 4000 Euro", behauptet Sven Lucka selbst. 

Das "Couponing", wie man diesen Schnäppchen-Volkssport nennt, begann bei Sven Lucka vor 16 Jahren, als er in England eine Ausbildung zum Koch und Hotelfachmann machte. Wie in den USA ist dort das Couponing wesentlich populärer, als in Deutschland. Weil das Leben in England teuer und das Ausbildungsgehalt dürftig war, suchte er nach Möglichkeiten, sich trotzdem etwas leisten zu können. 

Mittlerweile ist die Rabatt-Jagd für Sven Lucka ein Hobby, oder besser gesagt eine Leidenschaft, wie seine Freundin Jessica weiß: "Samstags, wenn die Werbung ins Haus flattert, steht er morgens schon am Briefkasten und wartet darauf. Manchmal fragt er auch den Boten, ob er zusätzliche Werbung haben kann – letztens einen ganzen Stapel." All das, was bei vielen Menschen ohne Umwege im Müll landet, ist für Sven Lucka eine Quelle der Rabattsuche. 

Rabattmarken und Sonderangebote kombinieren

Die Prinzipien des Coupon-Königs sind einfach, für jeden nachzumachen – aber eben auch zeitaufwändig: Sven Lucka sammelt Coupons aus Postwurfsendungen, Anzeigenblättern und druckt sie sich von Herstellerseiten und speziellen Couponseiten aus dem Internet aus. Alles wird in einer Coupon-Mappe gesammelt und strategisch für künftige Einkäufe eingeplant. Außerdem nutzt er Apps, über die er beim Einscannen oder Fotografieren des Kassenzettels einen Teilbetrag erstattet bekommt. Heraus kommt ein regelrechtes Warenlager: In seiner Vorratskammer stapeln sich Windelpkete, Toilettenpapier, Duschgel, Shampoo, Maggi-Produkte und andere haltbare Verbrauchsmittel, genug für mehrere Monate. "Er spart alles, was man sparen kann. Und er kombiniert alles, was man kombinieren kann", sagt eine Freundin der Familie. "Und wenn er einen Einkauf dafür in fünf Abschnitte einteilen muss, dann macht er das!"

Prinzipiell versucht Lucka beim Einkaufen die Rabattmarken stets mit aktuellen Sonderangeboten zu kombinieren. Während sich andere Leute über ein Produkt im Angebot freuen, legt Sven Lucka noch einen Coupon obendrauf und spart so unter Umständen den ganzen Preis. Wenn er einen guten Deal gefunden hat und das Produkt brauchen kann, kauft er eine ganze Wagenladung. Wenn die Geschäfte die Anzahl pro Kunde beschränken, geht er eben mehrmals einkaufen. Allerdings dürfe man nie vergessen, höflich zu bleiben und im Geschäft aus der Sache schon mal einen Spaß machen, damit man damit durchkommt, sagt Sven Lucka: "Der Spaßfaktor darf nicht zu kurz kommen. Und wenn man mit 20 Coupons ankommt und die Kassenleute schon genervt sind, dann muss man locker bleiben und daraus eine Interaktion machen. Die hätte man sonst vielleicht nicht gehabt." Mittlerweile sammelt Sven Lucka seine Coupon-Tipps auch auf einer eigenen Website.

"Wenn ich an der Kasse nichts bezahlen muss, ist das wie ein Rausch" 

Wie man die Rabatte richtig ausnutzt, weiß offenbar auch Jaqueline Heyl aus Regensburg. Die 19-Jährige betreibt ebenfalls Extreme-Couponing und hatte sich bei stern TV als Konkurrentin des Coupon-Königs beworben. "Drogerieartikel werden immer mit Coupons bezahlt und auch für Lebensmittel möchte ich nicht den vollen Preis zahlen", so Jaqueline Heyl. "Aber das Highlight ist immer noch, wenn man Artikel gratis bekommt! Wenn ich an der Kasse nichts bezahlen muss, fühlt sich das an wie ein Rausch. Genauso war es, als ich beispielsweise 15 Damenrasierer vor den Augen der Verkäuferin gratis einpacken konnte."

Und das war noch nicht alles. Jaquline Heyl kann mit mehr erstaunlichen Schnäppchen aufwarten: 205 Pakete AA Batterien, sechs Flaschen Spezialreiniger, sowie ein Stapel von Oetker-Pizzen – alles quasi kostenlos. Auch ein kürzlich getätigter Einkauf in der Drogerie zahlte sich unglaublich aus: Jaqueline Heyl kaufte Waschmittel, Shampoo, Haarfarbe, Duschgel, Reinigungsmittel und Kosmetik im Wert von rund 61 Euro. Bezahlt hat sie dafür nur 26,51 Euro. Obendrauf gab es einen 5-Euro-Gutschein und einen Handtuchturban als Geschenk, weil sie ein bestimmtes Shampoo gekauft hatte.

Die Coupons sollen den Kunden natürlich nicht nur den Einkauf verbilligen. Und sicher sind sie nicht immer so gedacht, wie Sven Lucka und Jaqueline Heyl sie für sich nutzen. Nach der Aufhebung des entsprechenden Rabattgesetzes 2001 in Deutschland etablierten sich Coupons als willkommenes Werbeinstrument der Produktindustrie. Alle Coupons und Rabatte werden von den Herstellern finanziert. Die Geschäfte bekommen die Ermäßigungen von den Herstellern zurück, übrigens auch Payback und die Deutschlandkarte. Manche Hersteller bieten auf Ihren Internetseiten den Verbrauchern auch selbst Coupons an, wie beispielsweise Henkel. 

Wer das Couponing für sich selbst entdecken will, kann sich hier die besten Tipps und Links – aber auch Hinweise zu Regeln und Einschränkungen holen.

Tipp von Jacqueline Heyl: Couponzeitschriften 2016

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