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25. März 2009, 22:15 Uhr

So werden Kunden abgezockt

Das Angebot klingt verführerisch: Wer sich jetzt für den Kauf eines neuen Autos entscheidet und dafür sein altes verschrotten lässt, den belohnt der Staat mit 2500 Euro Abwrackprämie. Doch für die Verbraucher lohnt sich der Deal oft nicht. stern TV zeigt, wie die Autohäuser tricksen - und wie Sie sich dagegen wehren können.

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Abwrackprämie: Ist das alte Auto sogar mehr wert?© Uwe Lein/AP

Zugegeben: 2500 Euro Abwrackprämie kassieren, wenn man ein neues Auto kauft und seinen Gebrauchtwagen verschrotten lässt - das klingt verlockend. Aber: Kunden sollten vorsichtig sein. Denn ein neun oder zehn Jahre altes Fahrzeug - für sie kommt die Prämie in Frage - kann durchaus mehr wert sein als nur 2500 Euro. Vor allem dann, wenn es über eine umfangreiche Sonderausstattung oder eine geringe Laufleistung verfügt. Das gilt insbesondere für deutsche Premium-Fabrikate. Der sternTV-Test bei Schrottplatzbesitzern hat ergeben, dass rund 15 bis 30 Prozent aller abgewrackten Autos mehr wert sind als 2500 Euro.

Doch dass viele Kunden sich vorschnell fürs Abwracken entscheiden, liegt nicht nur an der staatlichen Prämie. Dazu kommt, dass Autohäuser zu unfairen Mitteln greifen, um die Kunden möglichst schnell für einen Neuwagen zu begeistern. Sie wollen von dem durch die Abwrackprämie augelösten Kaufrausch der Kunden profitieren.

Wie Verkäufer Druck auf Kunden machen

  • Mängel und Reparaturkosten werden aufgebauscht: So werden etwa für kleine Beulen am Gebrauchtwagen 1000 Euro abgezogen, obwohl sie bei einem zehn Jahre alten Auto durchaus normal sind.
  • Häufig sollen sich die Kunden auch möglichst sofort für einen im Autohaus vorhandenen Wagen entscheiden - angeblich gibt es sonst lange Wartenzeiten.
  • Händler locken mit Service und setzen auf die Bequemlichkeit der Kunden. So wird dem Kunden versprochen, alles für ihn zu erledigen, weil ein Privatverkauf viel zu mühsam sei.
  • Dem Kunden wird vor Augen geführt, was ihm alles juristisch passieren könne, wenn er beim Privatverkauf Mängel verschweigt.
  • Es wird behauptet, dass die Gebrauchtwagenpreise wegen der Rezession rapide fallen werden. Das Gegenteil ist der Fall, wie der Test auf dem Online-Portal "www.schwacke.de" zeigt: Im Preissegment 1000 bis 3000 Euro steigen die Preise wegen der Verknappung des Angebots an.
  • Rabatte und Abwrackprämie werden zu Pseudorabatten addiert, so dass der Eindruck eines enormen Nachlasses entsteht. Das zeigt auch das folgende stern TV-Beispiel. Rabatte bis zu 15 Prozent auf einen Neuwagen sind durchaus möglich - vor allem dann, wenn kein Auto in zahlung gegeben wird. Und wer auch beim Privatverkauf gut verhandelt, kann schnell mehr sparen als mit der Prämie vom Staat.

Preis gedrückt: Die stern TV-Beispielrechnung

Mit AbwrackprämieOhne
Neuwagenpreis20.00020.000
Händlerrabatt-2.000-3.000
Abwrackprämie-2.500
Privatverkauf-4.500
Endpreis15.50012.500

Worauf Kunden achten sollten

  • Gerade deutsche Spitzenmodelle sollten Sie nicht leichfertig abwracken lassen.
  • Ebenso finden Sportwagen und Youngtimer, die deutlich älter sind als zehn Jahre finden noch Liebhaber in der Oldtimer- und Tuningszene.
  • Preisvergleiche machen, im Internet zum Beispiel unter www.mobile.de, www.autoscout24.de oder www.schwacke.de.
  • Holen sie Gutachten von Profis ein: etwa bei der DEKRA, beim TÜV oder ADAC. Die Kosten liegen maximal bei 100 Euro.
  • Bei gut erhaltenen Modellen zahlen Schrottplätze inzwischen bis zu 500 Euro zusätzlich zu der Abwrackprämie, da dort Einzelteile noch weiterverkauft werden.

Was Experten jetzt befürchten

  • steigende Gebrauchtwagenpreise im Preissegment 1000 bis 3000 Euro, da der Markt nun leergefegt wird.
  • steigende Verschuldungen und Privatinsolvenzen, da nun viele Autos finanziert werden - und das bei anhaltender Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosigkeit
  • Das Verschwinden wertvoller Youngtimer vom Markt
 
 
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