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26. September 2007, 22:15 Uhr

Wie man Brustkrebs besser bekämpft

Brachytherapie

Monatelang zur täglichen Bestrahlung, schmerzhafte Hautschäden: Die Zeit nach einer Brustkrebsoperation ist für viele Frauen eine Tortur. Nun gibt es eine neue Behandlung - schonender und schneller. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Brachytherapie.

Brustkrebs: Strahlentherapie in nur vier Tagen© DPA

Die herkömmliche Therapie nach einer Brustkrebsoperation ist eine körperliche und psychische Belastungsprobe: zweimal täglich, Monate lang muss die betroffene Brust der Patientin radioaktiv bestrahlt werden. Damit wird das Risiko eines Tumorrückfalls klein gehalten. Die Bestrahlung erfolgt von außen - immer wieder kommt es dabei zu Hautrötungen und Blasenbildung. Zuweilen werden sogar angrenzende Organe geschädigt.

Bahnbrechendes Verfahren Angesichts dieser mitunter schmerzhaften Therapie ist ein Verfahren des Universitätsklinikums Erlangen bahnbrechend. Bei der Brachytherapie (griechisch = kurzer Weg) wird nicht von außen, sondern von innen bestrahlt: In die betroffene Brustregion werden Schläuche implantiert, durch die das Tumorbett hochdosiert und präzise mit Strahlung "beschossen" wird. Vorteil dieser Methode: Es gibt keinerlei Nebenwirkungen.

Und nicht nur das: Die Patientinnen können die Klinik nach nur vier Tagen wieder verlassen. Dann ist die Behandlung in der Regel abgeschlossen. Außerdem positiv: Die Brachytherapie kann auch ein zweites Mal bedenkenlos angewandt werden. Bei der äußeren Bestrahlung steigt in einem solchen Fall das Risiko erheblich, die Brust doch noch amputieren zu müssen.

Kassen zahlen bereits Noch handelt es sich bei der Erlanger Strahlentherapie um eine klinische Studie - doch über 1000 erfolgreiche Behandlungen in den vergangenen acht Jahren sprechen eindeutig für die Behandlungsmethode. In diesem fortgeschrittenen Stadium, der 3. Phase der Studie, übernehmen die Krankenkassen bereits die Kosten für die Brachytherapie.

Allerdings müssen Patientinnen für die Brachytherapie Voraussetzungen erfüllen. Bislang kommen nur bestimmte, sogenannte "Niedrig-Risiko-Patienten", für die Therapie in Frage. Es besteht jedoch begründete Hoffnung, dass schon bald größeren Patientenkreisen eine körperlich, seelisch und zeitlich schonendere Bestrahlung angeboten werden kann.

Wie funktioniert die Brachytherapie?

Anders als bei der herkömmlichen Bestrahlung wird das Tumorbett von innen bestrahlt: Dazu werden Plastikkatheter ("Tubes") in einer 20-minütigen Operation in die betroffene Brustregion implantiert. Die genaue Strahlendosis wird berechnet, bevor die radioaktive Strahlung computergesteuert durch die "Tubes" direkt in das Tumorbett geleitet wird. Dies erfolgt sehr präzise und mit einer deutlich höheren Intensität als bei der herkömmlichen Bestrahlungstechnik.
Die Bestrahlung wird zweimal täglich, jeweils zehn Minuten lang, wiederholt. Nach vier Tagen ist die Behandlung in der Regel abgeschlossen.

Ist die innere Bestrahlung genauso wirksam wie die äußere?

Ja, der nachgewiesene Erfolg der Brachytherapie ist genauso groß wie bei der herkömmlichen, äußeren Bestrahlung. Das Rückfallrisiko beträgt bei beiden Methoden vier Prozent.
Wichtig: Die kurze Behandlungszeit bei der Brachytherapie vermindert die psychische und körperliche Belastung der Patientinnen.

Welche weiteren Kliniken bieten die Therapie noch an?

An der Brachytherapie-Studie beteiligt sind neben dem Universitätsklinikum Erlangen auch folgende Unikliniken:
- Kiel,
- Leipzig,
- Lübeck,
- Rostock,
- Regensburg (Hospital Barmherzige Brüder)

Welche Voraussetzungen müssen Patientinnen zur Teilnahme an der Brachytherapie erfüllen?

Die Teilnahme an der Therapiestudie ist an folgende Voraussetzungen geknüpft: Die Patientinnen müssen älter als 40 Jahre und der Tumor kleiner als drei Zentimeter sein. Außerdem darf der Tumor noch nicht die Lymphknoten befallen haben.

Warum kann die Brachytherapie nur bei kleinen Tumoren angewendet werden?

Der Vorteil der inneren Bestrahlung ist gleichzeitig ihr Nachteil: Kleine Tumorbetten können sehr präzise und mit großer Intensität bestrahlt werden, eine großflächige Behandlung ist jedoch (noch) nicht möglich. Größere Tumore müssen nach wie vor von außen bestrahlt werden.

Wie groß ist das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken?

In Deutschland erkranken jährlich über 56.000 Frauen an Brustkrebs - und über 17.000 sterben sogar daran. Bei 27 Prozent aller bekannten Krebserkrankungen handelt es sich um Tumore in der Brust. Zahlen des Robert-Koch-Instituts zufolge ist jede zehnte Frau in Deutschland betroffen. Männer hingegen machen nur einen kleinen Teil der Erkrankungen aus: Etwa 400 Erkrankungen werden pro Jahr registriert .
Fazit: Das Risiko ist hoch und regelmäßige Vorsorge unbedingt ratsam.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Weitere Infos finden Sie auf der Webseite des Tumorzentrums der Universitätsklinik Erlangen: www.klinikum.uni-erlangen.de
Telefonisch können Sie sich entweder an das Tumorzentrum, Tel.: 09131/85-39000, oder an das Brustzentrum, 09131/85-33500, wenden.

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