Monatelang zur täglichen Bestrahlung, schmerzhafte Hautschäden: Die Zeit nach einer Brustkrebsoperation ist für viele Frauen eine Tortur. Nun gibt es eine neue Behandlung - schonender und schneller. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Brachytherapie.
Die herkömmliche Therapie nach einer Brustkrebsoperation ist eine körperliche und psychische Belastungsprobe: zweimal täglich, Monate lang muss die betroffene Brust der Patientin radioaktiv bestrahlt werden. Damit wird das Risiko eines Tumorrückfalls klein gehalten. Die Bestrahlung erfolgt von außen - immer wieder kommt es dabei zu Hautrötungen und Blasenbildung. Zuweilen werden sogar angrenzende Organe geschädigt.
Bahnbrechendes Verfahren
Angesichts dieser mitunter schmerzhaften Therapie ist ein Verfahren des Universitätsklinikums Erlangen bahnbrechend. Bei der Brachytherapie (griechisch = kurzer Weg) wird nicht von außen, sondern von innen bestrahlt: In die betroffene Brustregion werden Schläuche implantiert, durch die das Tumorbett hochdosiert und präzise mit Strahlung "beschossen" wird. Vorteil dieser Methode: Es gibt keinerlei Nebenwirkungen.
Und nicht nur das: Die Patientinnen können die Klinik nach nur vier Tagen wieder verlassen. Dann ist die Behandlung in der Regel abgeschlossen. Außerdem positiv: Die Brachytherapie kann auch ein zweites Mal bedenkenlos angewandt werden. Bei der äußeren Bestrahlung steigt in einem solchen Fall das Risiko erheblich, die Brust doch noch amputieren zu müssen.
Kassen zahlen bereits
Noch handelt es sich bei der Erlanger Strahlentherapie um eine klinische Studie - doch über 1000 erfolgreiche Behandlungen in den vergangenen acht Jahren sprechen eindeutig für die Behandlungsmethode. In diesem fortgeschrittenen Stadium, der 3. Phase der Studie, übernehmen die Krankenkassen bereits die Kosten für die Brachytherapie.
Allerdings müssen Patientinnen für die Brachytherapie Voraussetzungen erfüllen. Bislang kommen nur bestimmte, sogenannte "Niedrig-Risiko-Patienten", für die Therapie in Frage. Es besteht jedoch begründete Hoffnung, dass schon bald größeren Patientenkreisen eine körperlich, seelisch und zeitlich schonendere Bestrahlung angeboten werden kann.