Ob Bratkartoffeln oder Palatschinken, italienisch oder asiatisch - Reiner Calmunds Leidenschaft ist das Essen. Die Folge: Vor einem Jahr brachte er stolze 163 Kilo auf die Waage. Zu viel, befand er selbst - und fasste einen Entschluss: In nur zwölf Monaten sollten 30 Kilo runter. Ob er es geschafft hat?

Schaffte in Essen den Halbmarathon: Reiner Calmund© dpa/ Jörg Carstensen
Abnehmen XXL: Vor einem Jahr hat Reiner Calmund, Deutschlands prominentester Dicker, seinen überflüssigen Pfunden den Kampf angesagt. Das erklärte Ziel: 30 Kilo wollte er in nur einem Jahr abspecken und einen Halbmarathon walken. Das Projekt "Iron Calli" war geboren. Calmunds Motivation war seine 22 Jahre jüngere Ehefrau Sylvia: "Ich tue das, damit wir noch möglichst lange zusammenbleiben können. Denn dass ich gefährlich am Limit lebe, weiß ich", sagte Calmund vor der Diät.
163 Kilos brachte Calmund damals - im September 2008 - auf die Waage, angefressen in 30 Jahren als Fußball-Manager bei Bayer Leverkusen. Schon oft hatte er sich vorgenommen, gesünder zu leben. Doch diesmal sollte es wirklich gelingen.
Als sportlichen Helfer hat sich Reiner Calmund den Musiker und Extremsportler Joey Kelly an seine Seite geholt: Mit Walken, Krafttraining und Schwimmen sollte er aus dem "dicken Calli" den "Iron Calli" machen. Medizinisch begleitet haben Experten von der Sporthochschule Köln die Diät. Und erst als sie ihr "Okay" gaben, konnte das Projekt "Iron Calli" wirklich beginnen.
Bei seiner Diät setzte Calli zunächst auf viel Bewegung und Trennkost. Das heißt: Calli durfte alles essen, musste bei den Mahlzeiten aber auf eine strikte Trennung von Eiweiß, Fett und Kohlehydraten achten. Für den Workoholic Calmund war schon das eine echte Herausforderung - schließlich ist er ständig unterwegs, oft jagt ein Termin den nächsten und überall lauern Versuchungen.
Doch die ersten Wochen verliefen tatsächlich erfolgreich: Schon im ersten Monat verlor Calli neun Kilo. Dann ging es nach Thailand. Mit asiatischen Suppen und Sport unter Palmen sollten die Pfunde weiter purzeln - und tatsächlich: Nach vielen Sporteinheiten und etlichen asiatische Suppen brachte Calmund nur noch 147 Kilo auf die Waage.
Viereinhalb Monate lang purzelten die Pfunde beständig - bis auf 144 Kilo. Dann aber wurde das Abnehmen plötzlich zäh, das Gewicht stagnierte. Immerhin verbesserte sich aber Reiner Calmunds Fitness- und Blutwerte erheblich. Und damit bekam er auch grünes Licht für den Ruhr-Halbmarathon in Essen Ende Mai 2009. Dort keuchte Calli trotzdem noch bei jeder Steigung, es regnete wie aus Kübeln, er bekam Blasen an den Füßen. Doch der Jubel und die Euphorie von vielen Tausend Zuschauern trugen ihn die 21 Kilometer bis ins Ziel. Calli hatte es geschafft. Er war jetzt wirklich "Iron Calli".
Ein Problem blieb aber: Das Gewicht. In den folgenden Wochen nahm Calmund sogar wieder ein paar Kilo zu. Das Abnehmen wurde zur wahren Qual. Fünf Wochen vor dem Stichtag war Calli noch zwölf Kilo von seinem Traumgewicht entfernt.
"Wir brauchen noch eine Motivationshilfe", beschloss Joey Kelly - und meldete Calmund für ein Radrennen über 55 Kilometer in Hamburg an. Außerdem wurde die Diät noch einmal verschärft: Eine Woche lang gab es ausschließlich Kohlsuppe zu essen. Es hat sich gelohnt: Nach dem Radrennen in der Hansestadt tritt Calli zum finalen Wiegen an: 133 Kilo. Calli hatte es geschafft.