Ein Schnellboot nähert sich einem Luxusliner auf offener See. An Bord: schwer bewaffnete Piraten, die das Passgierschiff entern wollen. Szenen wie aus einem Action-Film. Das Berliner Ehepaar Claudia und Frank Königk hat sie miterlebt.

Ziel eines Piratenangriffs: Die "MSC Melody"© MSC Kreuzfahrten
Dramatische Szenen auf hoher See: Die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes "MSC Melody"haben eine Piratenattacke abgewehrt. Mit Liegestühlen haben sie die wohl aus Somalia stammenden Seeräuber in die Flucht geschlagen. Unter den mutigen Gästen waren auch Claudia und Frank Königk aus Berlin.
Es sei vor allem dem beherzten Eingreifen der Passagiere zu verdanken, dass die Kaperung der "MS Melody" misslungen ist, sagt Königk. Das Sicherheitspersonal an Bord habe dagegen erst spät eingegriffen - offenbar aufgrund von Verständigungsproblemen. Nach Angaben Königks habe ein Brite mehrfach erfolglos versucht, einem Offizier auf der Brücke den Ernst der Lage verständlich zu machen.
Entdeckt hatten die Passagiere das Piratenboot am Heck des Kreuzfahrtschiffes eher zufällig - gerade in dem Moment, als die Piraten versuchten, das Schiff zu entern. Geistesgegenwärtig haben die Passagiere daraufhin Liegestühle auf die Angreifer geworfen. Mindestens ein Pirat soll dadurch ins Meer gefallen sein.
Doch nur wenig später eröffneten die mit Maschinengewehren bewaffneten Piraten dann das Feuer auf die Passagiere - und verletzten einen Mann am Bein, ein Servierer soll außerdem einen Streifschuss am Kopf davongetragen haben. Die Security-Guards des Luxus-Liners griffen erst nach mehreren Minuten ein - und schossen zurück. So konnten die Piraten am Ende auch vertrieben werden.
Viele Passagiere waren nach der Attacke nicht nur geschockt und verängstigt. Sie waren auch ziemlich wütend, weil die Schiffsbesatzung die Lage lange nicht im Griff hatte und die Passagiere zu spät in Sicherheit gebracht hat.