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27. Mai 2009, 22:15 Uhr

Die Augenklinik in Nepal

Weil die zehnjährige Kushbu aus Nepal ihr Augenlicht verlor, haben ihre Eltern sie verstoßen. Ein Einzelschicksal ist das nicht. Denn: In dem asiatischen Staat sind Mädchen weniger wert als Jungen. Doch die Ärzte der Augenklinik in Lahan schenken diesen Kindern ein neues Leben.

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Augenuntersuchung: Ärztin Ute Wiehler in einer Schule© Thomas Kretschmer

Fast täglich kommen zahlreiche Reisebusse nach Lahan, teilweise reisen sie sogar aus den Nachbarländern an. Ihr Ziel: Das "Sagarmatha Choudhari Eye Hospital" in Lahan. 25 Organisationen aus Nordindien bieten sogar Pauschalreisen in die Augenklinik an. Der Preis: umgerechnet circa 30 Euro. Darin enthalten sind eine Untersuchung auf "Grauen Star", der Transport nach Lahan, Verpflegung für die Patienten und eine Begleitperson sowie die möglichen Operationskosten.

Das Krankenhaus in Lahan ist die zweitgrößte Augenklinik weltweit - und wird seit 1982 von der Christoffel-Blindenkommission (CBM) gefördert. Zum Ärzte-Team gehören auch die beiden Deutschen Iris Winter und Ute Wiehler. Mindestens sechs Tage die Woche sind sie im Einsatz: Operiert wird montags bis samstags. Und am Sonntagmorgen ist häufig noch Visite.

Um auch die Ärmsten im Land zu erreichen, die sich eine Reise nach Lahan nicht leisten können, gibt es neben der Augenklinik in sechs Regionen des Landes sogenannte Untersuchungscamps. Auch dort können sich die Menschen auf Augenkrankheiten untersuchen lassen. Außerdem gehen die Ärzte noch in Schulen.

Diskriminierung von Mädchen

Die zehnjährige Kushbu wurde von ihrem Onkel in die Augenklinik gebracht. Das ist in Nepal eine lobenswerte Ausnahme: Denn Mädchen sind in Nepal viel weniger wert sind als männliche Familienmitglieder. So bringen viele Familien nur ihre Söhne in das Krankenhaus - und wird nach Erkrankungen bei den Geschwistern gefragt, heißt es oft: Die Schwestern haben die selbe Krankheit, doch da lohne sich die Behandlung nicht.

Kushbu wurde mittlerweile an beiden Augen operiert und trägt eine Brille, um auch aus der Nähe scharf sehen zu können. Heute spielt sie am liebsten mit den Buntstiften, die Iris Winter ihr geschenkt hat.

Die Christoffel-Blindenmission Die Christoffel-Blindenmission (CBM) ist eine Hilfsorganisiation, die sich weltweit für augenkranke, blinde, gehörlose und körperbehinderte Menschen einsetzt. Derzeit unterstützt die CBM rund 1.000 Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Informationen über die Arbeit der CBM gibt es unter:
www.christoffel-blindenmission.de.

Für ihre Arbeit ist die CBM außerdem auf Spenden angewiesen:
Kontonummer 2020
bei der Bank für Sozialwirtschaft,
BLZ: 370 205 00

 
 
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