Fünf Jahre unschuldig im Gefängnis

17. September 2013, 12:15 Uhr

Christine Arnolds Vater saß fünf Jahre unschuldig im Gefängnis. Kurz nach der Haftentlassung starb Horst Arnold. Er verlor sein halbes Leben, weil eine Kollegin log, er habe sie vergewaltigt.

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Christine Arnolds Vater wurde unschuldig der Vergewaltigung angeklagt und saß dafür fünf Jahre unschuldig im Gefängnis. Kurz darauf starb der Mann. Dem angeblichen Opfer soll nun ebenfalls eine Haftstrafe drohen - wegen Freiheitsberaubung.©

Horst Arnold wird 2001 von seiner Kollegin Heidi K. der Vergewaltigung beschuldigt. Das Gericht glaubt ihr. Der Sportlehrer wird verurteilt: Fünf Jahre Haft und eine Führungsaufsicht für weitere drei Jahre nach seiner Freilassung. Der Mann beteuert immer wieder seine Unschuld - bis er aus dem Gefängnis entlassen wird. Arnold ist ein gebrochener Mann. Als Vergewaltiger stigmatisiert, verliert er seine Anstellung als Lehrer und muss von Hartz IV leben. Dennoch kämpft er weiter um Rehabilitation. Mit seinem Anwalt gelingt es ihm, ein Wiederaufnahmeverfahren am Landgericht Kassel zu erwirken, das 2011 seine Unschuld bestätigt. Doch dieser Freispruch kommt für den ehemaligen Lehrer zu spät. Nur ein Jahr später stirbt der 53-Jährige an Herzversagen.

Nun musste sich Heidi K. wegen ihrer vernichtenden Lügen vor Gericht verantworten. Arnolds Tochter ist dabei, als die Frau wegen schwerer Freiheitsberaubung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wird. Wie Christine Arnold und ihr Rechtsanwalt Hartmut Lierow das Urteil sehen, darüber sprachen sie mit Steffen Hallaschka im stern TV Studiogespräch .

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