Vor einem guten Jahr war Marko Topic ein unsportlicher Teenager mit Übergewicht. Nur neun Monate später: Marko ist in knapp 15 Stunden fast vier Kilometer geschwommen, 180 Kilometer Rad gefahren und 42 Kilometer weit gelaufen. Der 18-Jährige ist ein "Ironman". Von Lars Germann

Marko Topic (18): In neun Monaten zum Ironman© stern TV
Es war eine Reportage im Fernsehen, die Markos Leben auf den Kopf stellen sollte: Der Schüler aus Passau saß gerade mit einer Tüte Chips auf dem Sofa, als da von Ironmen erzählt wurde, den härtesten Triathleten der Welt. Marko war sofort klar: "Das will ich machen."
Am nächsten Morgen begann der bis dahin unsportliche und übergewichtige Gymnasiast das Training. Er lernte zwei Triathleten kennen, die ihn zwar erstmal für "total bekloppt" hielten, aber wertvolle Trainingstipps für ihn hatten. In den folgenden Monaten hatte er nur noch sein großes Ziel im Auge: Jeden Tag trainierte er, rund 25 Stunden pro Woche lief, schwamm und radelte er durch Niederbayern. Keine Partys mehr, keine Mädchen - nur noch Sport.
Neun Monate später hat es Marko geschafft: Als jüngster Teilnehmer beim Ironman in Zürich kommt er nach 14 Stunden und 56 Minuten ins Ziel. Er ist ein neuer Mensch geworden, hat viel mehr Selbstbewusstsein bekommen. "Was Marko sich vornimmt, das macht er auch", sagt seine Mutter stolz.
Und Markos unglaubliches Vorbild findet bereits erste Nachahmer: In Hamburg wollen vier ausgemachte Fitnessmuffel es auch schaffen. Gut sieben Monate hat ihr Trainer Mathias Müller noch Zeit, sie auf Hochleistung zu trimmen. Denn im Mai wollen alle vier am schwersten Ironman-Wettkampf der Welt auf Lanzarote teilnehmen.
Da wäre einmal Dirk Kröger (42). "Anfang September habe ich mir die ersten Laufschuhe meines Lebens gekauft", gesteht er. Er wird sie brauchen: Denn noch hat der Immobilienmakler 15 Kilo Übergewicht. Äußerst motiviert ist auch der frischgebackene Ex-Raucher Thomas Marx (40), der als Golflehrer eher selten aus der Puste kommt. Doch das soll sich nun ändern: "Die Zigarettensucht hat sich aufs Sporttreiben verlagert", beschwört er.
Anna-Sophia Bubenzer (26), die Freundin des Trainers, tut sich noch etwas schwer mit dem Kraulschwimmen: "Bislang schaffe ich 25 Meter", sagt sie, "beim Wettkampf sind es aber 152 mal so viel." Vierter im Bunde ist Martin Hager (29), der wohl die besten Voraussetzungen mitbringt: Vor zwei Jahren nahm er einmal erfolgreich am Hamburg-Marathon teil. Probleme bereiten dem Redakteur aber, dass "man sich für den Wettkampf die Beine rasieren muss. Da steht meine Freundin gar nicht drauf."
Mag die Herausforderung auch gewaltig sein - Trainer Mathias Müller (40) glaubt an seine Schützlinge. Der siebenfache Ironman ist überzeugt, dass alle vier es packen. Ein Vorteil sei, dass alle miteinander befreundet seien, denn das "erleichtert es, sich gegenseitig zu motivieren."
Müllers Trainingsprogramm ist indessen nicht so hart wie das von Marko: Er selbst sei "mit 12 bis 13 Stunden pro Woche ausgekommen." Das sollte auch für die vier Ironman-Aspiranten reichen, glaubt Müller. Der auch nichts davon hält, ihnen den Spaß an der Sache zu verderben: "Bier, Wein und Chips sind weiterhin erlaubt", so der großzügige Coach. Denn: "Nur wer Spaß hat, bleibt am Ball."
"Die Gruppe muss keine Weltrekorde brechen", sagt Mathias Müller. Es reiche, wenn alle ihr Ziel erreichen: Ironman zu werden. Mag die Herausforderung auch gewaltig sein - Müller, selbst mehrmaliger Ironman, glaubt an seine Schützlinge.
stern TV begleitet die vier Aspiranten auf ihrem Weg dorthin.
Internet Die Fortschritte des Teams auf dem Weg zum Ironman dokumentiert Trainer Mathias Müller in seinem Blog: www.mythos-ironman-hawaii.blogspot.com
Buchtipp Mathias Müller: 17 Stunden zum Ruhm. Mythos Ironman Hawaii. - Delius Klasing Verlag, 2007. ISBN: 3768852512