Familie flüchtet vor Schulpflicht

17. Juni 2009, 22:15 Uhr

Politische Verfolgung, Krieg, Unterdrückung: Das sind normalerweise Gründe, warum Menschen in den USA Asyl suchen. Auf Familie Romeike trifft all das nicht zu: Sie haben politisches Asyl beantragt, weil sie ihre Kinder zu Hause unterrichten wollen.

Hausunterricht, Privatunterricht, Schulpflicht

Vor dem deutschen Schulsystem geflüchtet: Uwe und Hannelore Romeike©

Bei den Romeikes werden christliche Werte groß geschrieben - und genau die werden ihrer Ansicht nach durch das deutsche Schulsystem nicht vermittelt. Im Gegenteil. Mit Hexen, Vampiren und der Evolutionstheorie würden unsere Schulen stattdessen einen antichristlichen Unterricht fördern. Für Hannelore und Uwe Romeike war das Grund genug, ihre Kinder von der Schule zu nehmen - und sie fortan von zu Hause aus zu unterrichten.

In anderen Ländern wäre das kein Problem: Das sogenannte Homeschooling ist in vielen Ländern üblich. In den USA wird inzwischen etwa jedes 20. Kind von seinen Eltern unterrichtet.

In Deutschland ist Bildung dagegen Sache des Staates. Hier greift nicht nur die Bildungs-, sondern auch die Schulpflicht. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Ordnungswidrigkeit. Zwangsgeld, Beugehaft, ja sogar Sorgerechtsentzug können die Folge sein. In Hessen begeht man sogar eine Straftat, wenn man sein Kind nicht zur Schule schickt.

Hausunterricht, Privatunterricht, Schulpflicht

Sollen zu Hause unterrichtet werden: Die fünf Romeike-Kinder©

Polizei zwingt Kinder zum Unterricht Das war den Romeikes aus der Nähe von Stuttgart nicht bewusst - sie dachten an nichts Böses, als sie ihre Kinder 2006 von der Schule abmeldeten. Der Grund: Sohn Daniel, heute 12 Jahre alt, und Tochter Lydia (11) litten unter dem ruppigen Umgang unter den Mitschülern. Während Daniel immer verschlossener wurde, reagierte Lydia mit psychosomatischen Kopf- und Bauchschmerzen.

Der Schuldirektor meldete das Vorhaben der Romeikes der Behörde. Und die reagierte prompt: Nach vier Wochen Heimunterricht brachten Polizisten die Kinder unter Tränen in die Schule zurück. Der Polizeieinsatz verängstigte die ganze Familie so sehr, dass sie sich entschloss, das Land zu verlassen.

Ein Anruf aus Amerika bot der Familie eine neue Perspektive: Michael Donnelly, Anwalt der Homeschooling-Organisation "Home Schooling Legal Defense Association" hatte von der Situation der Romeikes erfahren und bot seine Unterstützung an. Dafür musste die siebenköpfige Familie emigrieren. In den USA stellten sie auf Anraten Donnellys einen Asylantrag, weil die Romeikes seiner Meinung nach in Deutschland zu einer politischen Minderheit gehören.

Noch ist der Fall nicht entschieden. Aber für die Romeikes steht fest: Wenn der Asylantrag in den USA abgelehnt wird, dann gehen sie in ein anderes Land, wo Homeschooling erlaubt ist.

Homeschooling: Das sagen Befürworter

In Schulen kann eine individuelle Förderung einzelner Schüler in der Regel nicht gewährleistet werden. Beim Heimunterricht haben Eltern hingegen die Möglichkeit, den Unterricht auf die Fähigkeiten und Probleme ihrer Kinder zuzuschneiden. Das kann auch erfolgreich sein: Eine Familie aus Hessen hatte etwa ihre Kinder selbst unterrichtet. Als der älteste Sohn dann seinen Realschulabschluss an einer staatlichen Schule machte, schloss er als Klassenbester ab.

Auch Experten raten, das Recht auf Hausunterricht in Deutschland zu lockern. Aber nur unter der Voraussetzung, dass die Hauslehrer sich an strenge Lehrpläne halten und die Leistungen der Kinder regelmäßig überprüft werden.

Was spricht gegen Homeschooling?

Vor allem religiöse Motive veranlassen Eltern dazu, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Gegner des Hausunterrichts argumentieren daher, dass Kinder in einer Demokratie von jung an lernen müssen, mit unterschiedlichen Ansichten und Werten umzugehen.

Eine gute Ausbildung der Kinder kann, zumindest ohne strenge Kontrollen, nicht gewährleistet werden. Soziale Kompetenzen, wie etwa durch einen Klassenverband, erlernen Homeschooling-Kinder auch nur in begrenztem Umfang, sagen Gegner.

Wo in Europa ist Homeschooling erlaubt?

Bis auf Deutschland haben alle EU-Länder Homeschooling als staatliche Alternative zur Schulpflicht weitgehend zugelassen. Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen eine Schulpflicht statt einer Unterrichtpflicht besteht.

Wo leben die Romeikes jetzt?

Die Romeikes leben derzeit in Morristown im US-Bundesstaat Tennessee. Hier würde sie auch gerne bleiben, denn hier können sie ihr Leben ganz nach ihren Vorstellungen gestalten: In Morristown gibt es viele Homeschooling-Familien, die auch die religiösen Grundsätze der Romeikes teilen.

Gab es zuvor schon einen ähnlichen Fall wie den der Romeikes?

Der Fall von Familie Romeike ist der erste seiner Art. Noch nie zuvor wurde in den USA ein Asylantrag wegen des Rechts auf Homeschooling gestellt. Ob er genehmigt wird, ist ungewiss. Das Urteil fällt im Dezember.

Es gab in Deutschland allerdings bereits ähnliche Fälle, in denen Familien zur Rechenschaft gezogen wurden, weil die ihre Kinder zu Hause unterrichteten. Aufsehen erregte etwa auch der Fall von Familie Neubronner aus Bremen, die ihre beiden Söhne zu Hause unterrichteten. Bußgelder und mehrere gerichtliche Prozesse waren die Folge. Aus Angst vor einem Sorgerechtsentzug pendelt die Familie mittlerweile zwischen Bremen und Frankreich, wo Homeschooling erlaubt ist.

Es soll um die 1000 Homeschooler in Deutschland geben, die aber meist verdeckt arbeiten oder offiziell ins Ausland verzogen sind.

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KOMMENTARE (10 von 24)
 
kkkm (20.06.2009, 18:43 Uhr)
Vorurteile / Unkenntnis
Wir haben fast drei Jahre in England gelebt, wo unser Sohn nicht zur Schule gehen musste. Solche negativen Reaktionen wie hier in Deutschland haben wir dort nie zu hören bekommen. Da es dort recht viele junge Menschen gibt, die nicht zur Schule gehen, hat fast jeder jemanden in seinem Verwandtschafts-, Bekannten- oder Freundeskreis und sieht, dass es den Kindern und Jugendlichen auch ohne Schule gut geht und sie etwas lernen. Alle Vorurteile, die man hier in Deutschland üblicherweise hört und auch in diesen Kommentare zu lesen waren, stellen sich auch als solche heraus. Bei Familien, die Home Education betreiben, kommen die Eltern aus allen Schichten und haben auch unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen. Ähnlich sieht es mit den Gründen dafür aus. Religiöse Fanatiker habe ich in dieser Zeit nicht getroffen aber dafür einen guten Querschnitt, den man hier in jeder Schulklasse auch antreffen würde. Die Hauptgründe sind in der Regel, dass junge Menschen in der Schule gemobbt werden oder Lernschwierigkeiten haben. Ich habe außerdem viele Familien getroffen, die Kinder in der Schule wie auch zu Hause hatten. Der Wechsel zwischen beidem ist allerdings auch nicht so schwierig. Es gibt kein Sitzenbleiben und man kann daher jederzeit in der vorgesehenen Jahrgangsstufe wieder einsteigen. Viele Jugendliche gehen, wenn es auf die Prüfungen zugeht, wieder oder erstmals in die Schule und sind dann dort für ein oder zwei Jahre und schließen dann mit den Prüfungen ab. Die Möglichkeit von externen Prüfungen gibt es auch. In England gibt es keine jährlichen Überprüfungen, was einer der Gründe war für uns war, dorthin zu gehen. Mittlerweile gibt es einige Studien über Kinder, die zu Hause nicht mit einem systematischen Programm beschult werden, die zeigen, dass wenn diese sich auf Prüfungen vorbereiten (und hier ist es egal welche) sie kein Probleme haben, diese zu machen. Falls ihnen Wissen fehlt, sind sie in der Lage dies sich innerhalb kurzer Zeit zu erarbeiten. Auch mit unseren eigenen Kindern haben wir diese Erfahrung gemacht.
Auch sozial stehen junge Menschen, die von zu Hause aus lernen ihren Schulkollegen nicht nach. Der Großteil der Familien ist in Selbsthilfegruppen organisiert und dort trifft man sich von einmal bis mehrfach die Woche zu den verschiedenen sozialen oder Bildungsveranstaltungen. Ich habe den Umgang der Kinder und Jugendlichen untereinander als sehr entspannt erlebt. Es gab wie in jeder Gruppe immer wieder auch Konflikte zu lösen und diese wurden meist ohne Erwachsene sehr kreativ angegangen. Die Gruppen sind nicht homogen, das heißt, man trifft nicht jedes Mal die selben Menschen und hat da so eine Art Schonraum. Wir alle kamen so immer wieder mit neuen Menschen zusammen, die uns zum Teil auch vor neue Herausforderungen stellten, Kinder wie Erwachsene. Viele Kinder sind außerdem noch in Vereine gegangen, haben an Clubs oder außerschulischen Kursangeboten teilgenommen.
maggieB67 (20.06.2009, 08:19 Uhr)
ganz neutral
Komisch, was diese Thema an Emotionen bei Leuten hervorruft. Warum eigentlich?
Ich wollte noch diesen Link angeben, für die Leute die Englisch sprechen.
http://nces.ed.gov/pubs2009/2009030.pdf
Es ist eine Studie des US government zum Thema homeschooling, da es dort ein wachsender Trend ist. In der Tabelle 2 sieht man, dass nicht nur Religion sondern vor allem auch das Umfeld der Schule dafür sorgt, dass Eltern ihre Kinder lieber zu Hause unterrichten. Viele Eltern halten ihre Kinder nicht aus religiösen Gründen zu Hause, es gibt auch eine Menge Eltern die "nur" 1 oder 2 Kinder haben und Homeschooling machen. Auch das Deutsche Schulsystem kann man nicht allen Kindern überstülpen. Es gibt Fälle, da ist es einfach besser für das Kind, zu Hause zu lernen. Es geht hier ja auch gar nicht um die Bildungspflicht, die somit aufgehoben wird, sondern um die Schulpflicht. Auch machen nicht alle solche Eltern den Lehrern einen Vorwurf. Nein, es geht einfach darum, was für die Kinder von Fall zu Fall am Besten ist.
In weitern Studien zeigt sich zB auch, dass über Homeschooling die Unterschiede zwischen den Sozialen Klassen (über Rasse oder Einkommen oder Ausbildung der Eltern) wegfielen, was bei Schulergebnissen weder in USA noch in Deutschland bisher erreicht wurde.
Leider gibt es diesen Bericht nicht mehr umsonst was ich sehr schade finde, da Ray die Daten von Homeschooling Familien umsonst erhalten hat und uns das eigentlich schuldig wäre, aber eine kleine Kostprobe sieht man hier: http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/pdf/achievement.pdf
Ich denke, dass viele Eltern darüber nachdenken und sich einfach gar nicht trauen, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Es ist natürlich beängstigend, sich selbst so etwas zuzutrauen. Oft macht man den ersten Schritt aus der Not ( zB das Kind wehrt sich gegen die Schule ) und merkt erst dann, dass es ja geht. Dann sieht man, dass Kinder intrinsisch motiviert sind und ihre eigenen Lernrhythmen haben, dass sie selbst ihre Arbeit auswählen und verschiedene Methoden anwenden. Man merkt, dass Kinder verschieden sind, und manche besser in der Schule aufgehoben sind, und manche eben besser zu Hause lernen. Komisch, ist das nicht das gleiche was die „Schule von morgen“ händeringend versucht in den Schulen von heute zu erzeugen?
Flou (20.06.2009, 00:37 Uhr)
Unser Schulsystem ist überaus erfolgreich
Gelernt wird, wenn positive Emotion dabei ist - überall mehr als in der Schule, wo vor allem negative Gefühle dominieren. Wenn sich die hier aktiven SchreiberInnen und LeserInnen mal ehrlich zu erinnern versuchten, was von vielen Jahren Aufenthalt in Schulen im "wirklichen Leben" 1. von Nutzem sich erwiesen hat, 2. überhaupt noch rekonstruierbar und dann 3. tatsächlich im Unterricht vermittelt wurde, dann würde sich diese Diskussion anders gestalten.
Ich habe 6 Jahre Latein "genossen" und kann gerade mal ein paar Fremdwörter klären (mit Google-Unterstützung :-) - mal ehrlich: 80% war Müll, 90% Zeitverschwendung - alle Deutschen haben in der Schule Englisch "gelernt", die, die es als Erwachsene noch können, waren im Ausland oder haben andere private Förderung gehabt oder Eigeninteresse entwickelt (Songtexte übersetzen o.ä.).
Die Schulpflicht verfolgt einen anderen Zweck, als Kindern Wissen zu vermitteln. Wer sich in diese These eines Lehrers reindenken will, dem sei "Verdummt noch mal!" von John Taylor Gatto empfohlen - ist gerade auf deutsch erschienen.
Schule produziert UNTERTANEN, die das eigene Denken aufgegeben haben, sich in ihre Lage schicken, immer darauf warten, dass jemand ihnen sagt, was sie tun und lassen sollen...
Besondere Beachtung verdient hier das Totschlag-Argument, dass das Gesetz den Schulbesuch vorschreibt, daher jede Diskussion hinfällig ist. Wohin dies führt, zeigt die jüngere deutsche Geschichte, über die man sich übrigens sehr gut zu Hause/unabhängig von Schulen und Lehrplänen informieren kann mit Quellenstudien, KZ-Gedenkstättenbesuchen usw.
mfg
WN286 (19.06.2009, 13:59 Uhr)
Unsere Gründe fürs Homeschooling
Wir haben 3 Kinder. Einer hat gerade in Deutschland sein Abitur mit 1,7 gemacht. Die beiden jüngeren Kinder leben mit uns in New York, wo sie Musik studieren. Die beiden machen homeschooling, weil sie für ihre hochspezialisierte Ausbildung sehr viel Zeit brauchen.
Beide Kinder machen das Programm einer staatlich genehmigten amerikanischen Korrespondenzschule mit häufigen Lernkontrollen. Mit 15 lesen beide was sie in die Finger bekommen können, von Plato bis Chomsky.
Das Programm bezahlen wir aus unserer eigenen Tasche. Mein Mann und ich sind beide freiberuflich tätig. Soviel zur Finanzierung des Homeschooling.
Wir alle müssen dringend aufhören, in Schubladen zu denken. Weder sind die deutschen Schulen alle schlecht - im Gegenteil (die Schule meines Ältestens war wunderbar, und genau das Richtige für ihn). Noch ist homeschooling etwas für gesellschaftliche Aussenseiter. Vielmehr muss das Wohl des einzelnen Kindes im Vordergrund stehen. Homeschooling kommt sicher nicht für jedes Kind in Frage, aber es muss wenigstens die Möglichkeit dafür geben.
Das Wort "Schulpflicht" beinhaltet lediglich, dass ein Kind verpflichtet ist, in der Schule zu sitzen. Wie wäre es, "Schulpflicht" mit dem viel aussagekräftigeren Begriff "Recht auf Bildung" zu ersetzen?!
Ich bin ein glühender Verfechter des Rechtes auf Bildung. Deutschland braucht mehr Flexibilität in der Verwirklichung dieses Rechtes!
vegefranz (19.06.2009, 11:11 Uhr)
gerade hier in berlin: Die bildungspolitik ist ein Opfer der Partei-Ideologen

letzter Vorschlag von Wowereit und Linken/ExSED:
50% der Gymnasialplätze werden ausgelost. das soll "soziale Gerechtigkeit" gewährleisten.
Kein wunder, dass es in Berlin eine grosse Nachfrage nach Privatschulen gibt. Für RotRot sind Privatschulen aber der Feind Nr.1.
freedriver (19.06.2009, 09:55 Uhr)
Zuerst nachdenken!
Es gibt einen Spruch, der besagt: "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht".
So ähnlich verhält es sich in Deutschland mit dem Homeschooling.
Kaum einer hat auch nur die leiseste Ahnung wie Homeschooler leben und
lernen, aber alle plappern die Mythen nach, die durch die Presse geistern.
Dabei müsste es doch jedem zu denken geben, wenn in allen anderen
europäischen Ländern Möglichkeiten gefunden wurden, die Familien entgegen kommen, deren Kinder durch das Schulsystem niemals ihr Lebens-glück finden würden. In den Vereinigten Staaten beweisen die Erfolgsgeschichten inzwischen erwachsener Homeschooler, dass diese Menschen zu selbständig lernenden und an Universitäten gern gesehene Studenten oder zu erfolgreichen
Unternehmern herangereift sind (geschätzte Zahl für 2010 = 3.000.000. Homeschooler)
In Deutschland werden solche Kinder zurechtgestutzt. Entweder mit
Therapien oder noch schlimmer mit Medikamenten (jedes 5. Kind bekommt
mittlerweile welche). Viele landen sogar in der Psychiatrie und die Auswirkungen von Schule auf die Selbstmordrate Jugendlicher ist auch nicht zu übersehen, Nachhilfestudios sind ein Milliardengeschäft und keiner denkt darüber nach, dass es sich dabei eigentlich um Homeschooling
handelt. Auch Hausaufgabenbetreuung und Lernen für Klassenarbeiten sind
im Bereich Homeschooling anzusiedeln. Trotz all dieser Unterstützungsmöglichkeiten sind die Zahlen der Schul-, Ausbildungs-und Studienabbrecher schockierend.
Kinder, die zu Hause keine Unterstützung haben, sind auch die Verlierer im Schulsystem.
Aber alle halten an einem System fest, an dem seit Jahrzehnten nichts wirklich verbessert wurde. Wie Kinder in einer Umgebung von Mobbing und Gewalt gutes Sozialverhalten lernen sollen, ist mir auch ein Rätsel.
Homeschooling zu erlauben, wäre auch kein Gesetzesbruch, denn das Schulgesetz läßt eine Befreiung von der Schulpflicht durchaus zu - nur wird es sehr selten praktiziert: z.B. bei Tokio Hotel, die dann sogar einen Preis für erfolgreiches
Fernlernen erhalten haben.
Viele Dinge wurde noch vor gar nicht allzu langer Zeit in Deutschland gestraft,die man heute akzeptiert. Ich erinnere an den Kupplungsparagraphen oder den § 175).
Wir wundern uns häufig über Dinge, die in anderen Ländern bestraft werden und im Ausland lacht man über ein Land, das Menschen bestraft, die sich ohne Schule bilden!
Hin und wieder beschleicht mich das Gefühl, dass viele Erwachsene in Deutschland anderen Familien freies Lernen nicht gönnen möchten, weil sie es sich für sich und ihre Kinder nicht vorstellen können.
sparrowak (18.06.2009, 21:14 Uhr)
im Grunde einfache Gesetzesbrecher....
..... mehr sind diese Leute nicht. Es gibt Gesetze, welche das "Homeschooling" verbieten und fertig.
Andere Gesetze gefallen einem auch nicht, da sie aber nun einmal gelten, muss man sich wohl oder übel daran halten. Das gilt gefälligst für Jeden, der hier lebt und wenn diese Familie meint, sie müsse in die USA flüchten, dann kann sie gern da bleiben und den Kindern schonmal Jobs als Tütenpacker im nächsten Supermarkt besorgen.
Und bevor die ersten Gegenkommentare gegen mich kommen, hier geht es um die persönliche Meinung zum Thema der Familie Romeike und nichts Anderes.
MfG
aha80992 (18.06.2009, 20:27 Uhr)
Finanzierung...
Warum sollte diese Frage aufkommen? Die, die bisher zu Hause unterrichten, stecken immense Summen in die Bildung ihrer Kinder, ebenso wie dies auch Eltern an Privatschulen oder in gewissen Grenzen auch an Regelschulen tun.
Die bloße Legalisierung des Homeschooling heißt nicht, dass dann plötzlich alle Homeschooler zum Sozialamt rennen oder irgendwelche Zuschüsse fordern. Wie ich bereits in einem anderen Kommentar sagte, sind Homeschooler meist berufstätig und sehr wohl bereit die Kosten für die Bildung ihrer Kinder selbst zu tragen. Ich behauprte sogar, dass diese das lieber tun, als die Eltern von Schülern einer Regelschule, die permanent Kopiergeld, bis vor Kurzem noch Büchergeld, Ausflugsgeld, ertc. ... mit in die Schule tragen und dann erfahren, dass etwa ein Tagesausflug ins Bauernhausmuseum letztlich auf dem Spielplatz davor verbracht wurde, ohne das Museum auch nur zu betreten. (Dies ist ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung. Dieser Ausflug hat uns als Eltern mal eben € 35,- gekostet. Hätte man vor der Schule günstiger haben können). An vielen Regelschulen wirg oft und gerne die Hand aufgehalten. Welches Elternteil würde dieses Geld nicht viel lieber geben, wenn die Verwendung und der Nutzen klarer wären?
Bei allen Überlegungen zur für die Bildung aufzubringende Zeit darf man nicht vergessen, dass in der Schule ein Großteil der Zeit mit organisatorischen und disziplinären Dingen verloren geht. Im Durchschnitt wird in einer 45Minuten Einheit lediglich etwa 20 Minuten gelernt. Diese 20Minuten auf 6 Schulstunden gerechnet ergibt 120Minuten, also gerade mal 2 Stunden. Diese 2 Stunden kann man gut und gerne auch neben dem Beruf und haushalt aufbringen. Bevor jetzt aber Alle aufschreien: Kein Homeschooler wird einen Schulgong installieren und nach 2 Stunden den Stift fallen lassen. Soetwas gibt es halt auch nur in der Schule.
ekaaat (18.06.2009, 16:28 Uhr)
finanzierung
@miraki:
warum nicht? wären ja nicht die einzigen die geld in den a*** geblasen bekommen... vielleicht ne schicke eu-subvention?
miraki (18.06.2009, 15:49 Uhr)
Wer würde das HomeScooling finanzieren???
Mal für die die dafür wären.
Wenn die Eltern die Kinder unterrichten, wer würde arbeiten? Wer würde diese Familien unterstützen?
Mal weder der Steuerzahler, der sonst nix besseres zu tun hat als die zu bezahlen, die sich ihre eigene Welt schaffen um darin zu leben *an kopp fass*