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3. Februar 2010, 18:31 Uhr

Sollte die Schulpflicht abgeschafft werden?

Um der Schulpflicht in Deutschland zu entkommen, hat Familie Romeike in den USA politisches Asyl erstritten. Dort können sie ihre Kinder nun zu Hause unterrichten. Sollte das auch in Deutschland möglich sein?

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Homeschooling

© Coulorbox

Bei den Romeikes werden christliche Werte groß geschrieben - und genau die werden ihrer Ansicht nach durch das deutsche Schulsystem nicht vermittelt. Im Gegenteil: Deutsche Schulen würden stattdessen einen antichristlichen Unterricht fördern. Für Hannelore und Uwe Romeike war das Grund genug, ihre Kinder von der Schule zu nehmen - und sie fortan von zu Hause aus zu unterrichten.

In anderen Ländern wäre das kein Problem: Das sogenannte Homeschooling ist in vielen Ländern üblich. In den USA wird inzwischen etwa jedes 20. Kind von seinen Eltern unterrichtet.

In Deutschland ist Bildung dagegen Sache des Staates. Hier greift nicht nur die Bildungs-, sondern auch die Schulpflicht. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Ordnungswidrigkeit. Zwangsgeld, Beugehaft, ja sogar Sorgerechtsentzug können die Folge sein. In Hessen begeht man sogar eine Straftat, wenn man sein Kind nicht zur Schule schickt.

Homeschooling als Menschenrecht?

Die Romeikes hatten Deutschland deshalb 2008 verlassen - und politisches Asyl in den USA beantragt. Mit Erfolg: Ein Einwanderungsrichter in Memphis im Bundesstaat Tennessee hat dem Asylantrag der streng christlichen Familie Romeike aus Baden-Württemberg stattgegeben. Der Richter habe in seiner Entscheidung "anerkannt, dass deutsche Heimschüler eine verfolgte gesellschaftliche Gruppe darstellen."

Was ist Ihre Meinung zum Thema? Ist die Schulpflicht sinnvoll? Oder sollten Eltern das Recht haben, selbst darüber zu entscheiden, wo und wie ihre Kinder unterrichtet werden?

Abstimmung

Sollte es in Deutschland ein Recht auf "Homeschooling"geben?

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KOMMENTARE (10 von 197)
 
freedriver (06.02.2010, 15:59 Uhr)
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Hallo FStern,

abgesehen davon, dass für mich Ihre Geschichte nicht so ganz glaubwürdig klingt, denn nicht einmal Natascha Kampusch ist durch ihre jahrelange Gefangenschaft so stark in der Entwicklung zurückgeblieben - gibt es mehr Missbrauch und Gewalt durch Lehrer als sie es sich vorstellen können.
Die Dunkelziffer ist sehr hoch, da die meisten Opfer schweigen, das hat man bei den kürzlich bekannten Fällen wieder deutlich erkennen können:
http://www.stern.de/panorama/canisius-kolleg-berlin-jahrzehntelanger-sexueller-missbrauch-an-katholischem-gymnasium-1539147.html

Einige der bekanntesten Fälle finden sie auch hier:
http://www.lernen-ohne-angst.de/index-Dateien/PublizierteFaellevonLehrergewaltinDeutschland.htm
ebenso Links zu Studien.
Wir als die Schule verboten, weil es Lehrer gibt, die Kinder misshandeln?
Und hat die Schulpflicht bisher überhaupt Missbrauchsfälle verhindern können?

Aber weil es Eltern gibt, die ihre Kinder missbrauchen, sollen liebevolle fördernde Eltern ihre Kinder einem unpassenden Lernumfeld aussetzen, in dem ihre Kinder möglicherweise Schaden erleiden?

Würden Sie auch Kinder nur noch in Kantinen bei ausgebildeten Köchen essen lassen, weil es Eltern gibt, die ihren Kindern mit täglichem Fastfood schaden?
freedriver (06.02.2010, 15:35 Uhr)
Die andere Seite sehen...
Hallo FStern,
abgesehen davon, dass für mich ihre Geschichte nicht sehr überzeugend klingt, denn selbst Natascha Kampusch ist in ihrem Gefängnis nicht auf einem niedrigen Entwicklungsstand zurückgeblieben - sind in Schulen und Heimen mehr Kinder missbraucht worden, als sie sich vorstellen können.
Leider werden in Deutschland darüber keine Statistiken geführt und die meisten Fälle unter den Tisch gekehrt.

Einige der Fälle, die öffentlich wurden, finden Sie hier:
http://www.lernen-ohne-angst.de/index-Dateien/PublizierteFaellevonLehrergewaltinDeutschland.htm

Bitte überlegen Sie auch einmal wie viele Fälle von missbrauchten Kindern es in Deutschland gibt - die Schulpflicht konnte das bisher nicht verhindern.

Weiterhin finden sich einige Studien zu Lehrergewalt:
http://www.lernen-ohne-angst.de/index-Dateien/StudienzurLehrergewalt.htm

Technische Universität München - Lehrstuhl für Psychologie
Lehrergewalt aus Schülersicht
?Die Ergebnisse zeigen, dass 12% der Schüler und 18% der Studenten mindestens einmal körperliche Gewalt erlebt hatten. 30,7% der Schüler und 46% der Studenten berichten von schweren verbalen Aggressionen und 41% bzw. 23% von leichteren verbalen Aggressionen. Weitere Kategorien negativen Lehrerverhaltens wurden genannt. Nur 1,5% bzw. 1,0% gaben an, kein negatives Lehrerverhalten erlebt zu haben.?

Studie aus München

http://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SITZUNGSVORLAGE/357573.doc

(?) 30,1% der Schülerinnen und Schüler sagen, dass sie im vergangenen Halbjahr mindestens einmal von Lehrkräften runtergeputzt oder lächerlich gemacht worden sind. 14,1% der Jugendlichen sind nach eigenen Angaben mindestens einmal von Lehrkräften schlimm beleidigt worden. 2,8% der Jugendlichen geben an, dass sie von Lehrkräften mindestens einmal geschlagen wurden (a.a.O.S.132).

An Gymnasien und Realschulen werden Schüler und Schülerinnen häufiger von Lehrkräften lächerlich gemacht als an Hauptschulen, an Hauptschulen werden sie häufiger von Lehrkräften geschlagen.(?)

Niemand gibt den Eltern eine Garantie, dass ein Kind unversehrt die Schule durchläuft. Prozentual gesehen dürfte die Anzahl der geschädigten Schüler weitaus höher liegen als die der geschädigten Homeschooler, darauf würde ich wetten!
Und: wird deshalb Schule verboten?

Nur weil es Eltern gibt, die ihre Kinder missbrauchen, müssen Kinder, die ein liebevolles fürsorgliches und förderndes Elternhaus haben, in einem für sie unpassenden Lernumfeld zum Schulversager werden? Was ist denn das für eine Logik? In etwa vergleichbar damit:
Weil es Autofahrer gibt, die unter Alkohleinfluss Unfälle verursachen, wird ab selbstfahren nicht mehr erlaubt?

In französichen Airlines sollen in Flugzeugen keine Männer mehr neben einem Kind sitzen dürfen, weil es pädophile Männer gibt - das ist auch so eine Logik!

Viele Eltern ernähren ihre Kinder mit Süßigkeiten und Fastfood - vielleicht dürfen Kinder dann bald nur noch in Kantinen essen.










sws1234 (06.02.2010, 14:42 Uhr)
Eltern dumm + Staat weiß alles besser
Ich würde, wenn es legal wäre, mit meinen vier Kindern Homeschooling machen.

Dabei denke ich nicht, dass ich alles besser weiß. Natürlich bin ich nicht klüger und gebildeter als alle potentiellen Lehrer meiner Kinder! Das denken auch sicherlich die anderen Familien nicht, die sich die Möglichkeit zum Homeschooling wünschen. Das muß ich aber auch nicht sein!

Ich wünsche mir eine modernere Wahrnehmung von BILDUNG. Bildung ist nicht gleichzusetzen mit Schule. Homeschooling bietet andere Wege zum Lernen, die mit Sicherheit zum Ziel (einem Abschluß) führen werden, wie es auch in anderen Ländern, die Homeschooling erlauben, der Fall ist. Selbst deutsche Missionars- oder Diplomatenkinder dürfen mit der Deutschen Fernschule lernen und machen so ihren Abschluß. Es scheint also sehr gut zu funktionieren!

Homeschooling bedeuted aber eben nicht, dass man zu Hause von 8-16 Uhr Unterricht (am besten auch noch FRONTAL) hält. Es gibt doch vielfältigere Wege zum Lernen. Auch sind die Eltern nicht die einzigen "Lehrer", sondern Homeschooler vernetzen sich, das Internet und Büchereien liefern Material und Informationen, es gibt bei Bedarf Kurse an der Volkshochschule, Sprachlehrgänge, Sportvereine,... etc...

Kinder WOLLEN lernen. Bis zur Schulreife mit 6 Jahren tun sie das und es ist ihnen gestattet. Dann müssen sie in die Schule und werden unter einem enormen Leistungsdruck, in stickiger Luft, mit einem ohrenbetäubendem Lärmpegel gezwungen immer dann das zu tun, was andere wollen. Es bleibt kaum Raum zur Entfaltung und Kreativität. Seien Sie mal auf Abruf kreativ! Das macht in den wenigsten Fällen Lust auf Lernen. Wie sehr Kinder in der Schule leiden (jeder Dritte hat Kopf- und/oder Bauchschmerzen) ist doch schon oft in den Tageszeitungen zu lesen gewesen.

Kinder brauchen die Schule, um soziale Kontakte und den Umgang mit anderen zu erlernen? Mein Sohn lernt gerade in der Grundschule, dass man prügeln kann, am Boden liegende noch weiter tritt, weil keine Aufsicht dabei ist. Wer am brutalsten ist, findet Achtung. Ist das die Art Sozialisation, die die Schule bringt? Mobbing, Drogen, Sittenlosigkeit? Ein Haufen Gleichaltriger, die sich gegenseitig sozialisieren, weil es die Lehrer nicht leisten können? Da wurde selbst mein Hund in der Hundeschule besser behandelt!

Natürlich versagen vielerorts die Eltern in der Erziehung. Lehrer können das nicht kompensieren. Wir brauchen ein neues Schulsystem. Solange die Politik dem nicht nachkommt, wünschte ich mir, dass ich meinen Kindern die Schule ersparen könnte. Ich bin überzeugt, sie würden zu Hause mehr, glücklicher und kreativer lernen!
FStern (06.02.2010, 11:44 Uhr)
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Ich habe seit einiger Zeit zu einem Amerikanischen Teenager E-Mail kontakt. Besagter Teenager stammt aus einer streng christlichen Familie, die auf dem Lande lebt, und ist zu Hause unterrichtet worden. Der jetztige E-Mail Kontakt ist nur möglich, weil herausgekommen ist, dass besagter Teenager innerhalb der Familie misbraucht worden ist, und nun der Staat eingegriffen hat. Von der sozialen Entwicklung her, ist dieses Mädchen noch unter dem Stand eines Grundschülers. Sie hatte noch nie Freunde, ist extrem naiv, weiß die Menschen um sich herum kaum einzuschätzen.
Und genau DAS ist der Grund, warum Homeschooling in Deutschland weitestgehend nicht erlaubt ist. Ich schreibe hier weitestgehend, weil es nicht völlig unmöglich ist...es ist nur sehr, sehr schwer die Erlaubnis dafür zu bekommen. Sicher, unser Schulsystem ist nicht das Beste. Aber Homeschooling ist nicht die Lösung. Wenn ein Kind wirklich die Schule durchläuft, ohne Lesen und Schreiben zu lernen, dann sind die Eltern gar nicht fähig für einen guten Heimunterricht zu sorgen. Schließlich hindert sie niemand daran, mit ihren Kindern zu Hause zu üben.
Peter36 (06.02.2010, 09:44 Uhr)
Deutschland das Herrenvolk mit den meisten Verboten
Es ist doch vollkommen egal, über was diskutiert wird, die Politiker haben immer Recht. Eine Schulpflicht ist spätestens nach meinem Schulabgang (1951) nicht mehr notwenig und gehört abgeschafft. Sieht man sich auf den Schulhöfen um, so wird Gewalt, der Genuss von Rauschgift und nicht zu letzt sittlicher Verfall sichtbar. Die Lehrer sind ncht in der Lage gegen solche negativen Erscheinungsformen anzugehen, da sie mit em Schuldienst sowieso überfordert sind. Eine individuelle Betreuung lernschwieriger Schüler ist nicht mehr möglich. Der Herr von der Schulbehörde kennt doch nur seine Meinung aus dem gesetzlich Festgelegten. Den Realitäten an den Schulen kann er damit nichts entgegnen.
Meine Meinung, sofortige Abschaffung der Schulpflicht und unter menschenwürdigen Auflagen das Homeschooling erlauben. Deutschland sollte nicht als einziges Land in dieser Hinsicht beweisen wollen, dass es die Weisheit mit Löffeln gefressen hat.
kormoran (06.02.2010, 06:30 Uhr)
Überfällig!
Wer jemals Schule erlitten hat, weiß auch, wie sehr sie sich kontraproduktiv auswirken kann. Glücklich zu nennen sind die Kinder, deren Eltern dazu in der Lage sind, sie selbst zu unterrichten. Wäre dies erlaubt, würden sich auch dafür Rahmenbedingungen und entsprechende Prüfungsabschnitte finden lassen. Vielleicht verhindert das bisher auch der vielfach diskutierte "deutsche Neid". Für meinen Teil hätte ich jedenfalls sehr gern bereits vor 40 Jahren diese Möglichkeit gehabt, statt meine guten Anlagen von der Schule deformieren zu lassen.
Ich habe keine Kinder, aber ich wünsche mir eine breite, anhaltende, umfassende und gründliche Diskussion über bestimmte Grundlagen von Schule. Es ist zu prüfen, ob unser Schulsystem wirklich dem hochheiligen Bildungsauftrag gerecht werden kann. Scheinbar gilt "gut gemeint" schon als "gut gemacht". Hierzulande darf wohl auch keiner schlauer sein als die Herrschaften im "zuständigen" Ministerium.
Ich kann es auch heute noch kaum ertragen, wie junge Menschen durch die Mühle gedreht werden und es am Ende nur noch darum geht, wer sich am erfolgreichsten angepaßt hat. Wie sollen die Kinder lernen, sich selbst zu beherrschen, wenn sie frühzeitig erfahren, daß es kein Entrinnen aus Fremdherrschaft gibt? Woraus soll Kreativität entstehen, Einfallsreichtum und Freude am Tun, von Begeisterung ganz zu schweigen?
Es geht hier tatsächlich um ein ganz elementares Menschenrecht.
Vielen Dank an Günter Jauch, dieses Thema wieder aufzugreifen.
Hajo (05.02.2010, 16:43 Uhr)
Unterricht daheim? Ja warum nicht!!!!
Ja Hausunterricht durch Eltern oder Privatlehrer sollte in unserem Land schon lange zugelassen sein.Selbstverständlich nach dem aktuellen Lehrplan und unter der Verpflichtung an regelmäßigen Staatlichen Prüfungen teilzunehmen.In anderen EU-Ländern ist das schon längst normal nur wir Deutschmänner tun uns da wieder sehr schwer ,es ist ja auch was so neues und so ohne tägliche Kontrolle. Auch der Elterliche Erziehungseinfluss wird bestimmt wesentlich stärker sein. Ich glaube nicht das es den Eltern darum geht alles besser zu können sondern ihre Kinder in ihrem Interresse und ihrem Glauben zu erziehen. Der Staatliche Schulauftrag wird auch für mich immer fragwürdiger und bei den teilweise sehr hohen Migranten anteilen ist ein vernünftiger Unterricht nicht gegeben,es sei denn auf Kosten einer der beteiligten Gruppen.Also bitte geht neue Wege die andere Länder schon lange eingelaufen haben.
Ronny (05.02.2010, 04:43 Uhr)
Homeschooling funktioniert super!
Weitreichende Untersuchungen und meine eignene Erfahrungen haben gezeigt dass Homeschooling eine sehr gute Bildungsalternative sein kann. Im Durchschnitt schneiden diese Kinder in allen Lebensbereichen wesentlich besser ab als der Durchschnitt: akademisch, sozialer Umgang, soziales Engagement, politisches Engagement und beruflicher Erfolg. Die ganzen Negativkommentare kommen von daher dass man in Deutschland diese Bildungsform nicht kennt und dann ein riesen Gespenst malt das mit der Realitaet in Laendern in denen es erlaubt wird ueberhaupt nicht uebereinstimmt. Homeschooling wird immer von einer sehr kleinen Minderheit praktiziert (in den USA sind es ca. 3%). Die meisten koennen und wollen es nicht. Fuer die, die es koennen und wollen ist eine ganz tolle Erfahrung. Es ist ein riesen Stueck Freiheit. Von sozialer Abkapselung kann ueberhaupt keine Rede sein. Zu uns kommen staendig die Nachbarkinder und wuenschen sich sie koennten selbst von ihren Eltern unterrichtet werden. Auch die Romeikes sind bei uns hier am Ort schon sehr gut integriert und die Kinder sind sehr gluecklich. Deren Nachbarn kommen auch oft rueber, weil es einfach erfrischend ist eine gesunde und glueckliche Familie zu besuchen. Wir sind so froh dass sie bleiben duerfen. Uebrigens bekommen Asylanten in den USA null finanzielle Unterstuetzung vom Staat, duerfen sich aber frei bewegen und ihren eignen Unterhalt verdienen, was Herr Romeike, als hervoragender Klavierlehrer auch erfolgreich tut. Es ist unverstaendlich fuer mich dass man Eltern, die sich so verantwortungsvoll und aktiv um die Erziehung und Bildung ihrer Kinder kuemmert wie die Romeikes, so verteufelt. Sie erfuellen ja nur den Auftrag der Baden-Wuerttembergischen Verfassung: Die Schulen sollen die Kinder in der Verantwortung vor Gott und in christlicher Naechstenliebe erziehen.
Viele Kommentare erschuettern mich, da sie sehr wenig Toleranz, sehr wenig Freiheitsliebe und sehr viel Obrigkeitshoerigkeit ausdruecken. Wir muessen uns im klaren sein, je mehr wir an Verantwortung (hier Erziehung & Bildung) an den Staat abgeben, desto mehr verlieren wir unsere Freiheit unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Der Unterschied zwischen den Romeikes und vielen negativen Kommentatoren ist der: Die Romeikes wollen niemandem das Homeschooling aufdraengen, sie wollen nur von staatlicher Bevormundung in Ruhe gelassen werden und nicht wie Kriminelle behandelt werden.
PhysInf (05.02.2010, 01:24 Uhr)
@ThomasM
Wollte mich eigentlich nicht mehr äußern, da ich denke, dass ich alles gesagt habe, was ich sagen will. Aber ich muss klarstellen, dass ich es keineswegs als "Klassendenken" ansehe, was ich geschrieben habe. Es stimmt, dass ich speziell die Hauptschule hier herausgegriffen habe. Falls das falsch rübergekommen sein sollte, meine Aussage bezog sich auf die von dir genannten regelmäßigen Polizeieinsätze. Diese kenne ich nämlich tatsächlich (bis auf Ausnahmen) nur von der Hauptschule. Das kommt meiner Meinung nach vor allem daher kommt, dass inzwischen Größtenteils nicht mehr die Schüler dort hin gehen, die es "nicht besser können", sondern diejenigen, die einfach keine Lust auf Schule haben.
Das ist natürlich etwas, das dringend einer Änderung bedarf, aber das ist nicht Thema dieser Diskussion. Ich habe über einige Jahre mit Grundschülern gearbeitet (habe von der 10 bis zum Abitur einen freiwilligen PC-Zusatzkurs an der Grundschule gehalten) und da viel über die "aktuellen Schüler" erfahren. Einerseits die sehr ausgiebige Auseinandersetzung mit Sexualität (um nochmal ein altes Thema aufzugreifen), andererseits aber auch deren Entscheidung für weiterführende Schulen. Selbst die Schüler, die wirklich nicht gut waren, wollten mindestens auf die Realschule gehen, auf die Hauptschule wollten ausnahmslos Schüler, denen man selbst im freiwilligen Kurs angemerkt hat, dass sie keine Lust auf Lernen und Schule haben.
Das mag wohl keine allzu große Stichprobe sein, aber die Tendenz ist - für mich zumindest - stark erkennbar.
Daraus nehme ich auch meine Wertung der Hauptschule.
Zweifelsohne gibt es auch auf der Hauptschule Schüler auf die das nicht zutrifft, und auf höheren Schulen Schüler, die keine Lust haben und sich nicht anstrengen, doch wie sagt schon die Redensart - Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich weiß nicht wie alt Sie sind, aber wenn sie sich an meiner "Abwertung" der Hauptschule stören, weil Sie sie vielleicht selbst eine Hauptschule besucht haben, so möchte ich Ihnen sagen, dass oben meine Meinung zu diesem Schultyp explizit die aktuelle Zeit betrifft und ich mir völlig dessen bewusst bin, dass die Hauptschule bis vor wenigen Jahren (5? 10?) eine angesehene Schulbildung für Büro- und Handwerksberufe war (auch meine Eltern haben die Hauptschule besucht und haben beide gute Jobs und mit Sicherheit eine gute Ausbildung genossen). Leider hat sich das innerhalb weniger Jahre für den allergrößten Teil der Hauptschulen stark geändert.

Ich hoffe, Sie sehen mich jetzt mehr als Mensch, der in Kategorien denkt, da ich das mit Sicherheit nicht bin.
freedriver (04.02.2010, 23:27 Uhr)
Christl. Fundamental. IN DER SCHULE/Teil 2
Vor einiger Zeit gab es Bußgeld und Gefängnisstrafe für die Glaubensgemeinschaft der "Zwölf Stämme" (die allgemein als fundamentalistische Sekte gelten), weil diese ihre Kinder zu Hause selbst unterrichtet haben.
Stern berichtete:
http://www.stern.de/panorama/zwoelf-staemme-bizarrer-schulstreit-beigelegt-555050.html
S"ie hatten sich vor allem am Sexualkundeunterricht und der Evolutionslehre gestört."

Dann wurde ihnen der Vorschlag unterbreitet, eine private Ergänzungschule zu gründen und so die Kinder weiter zu unterrichten.

Was wurde geändert?

Es ging dem Staat einzig und allein um die Erfüllung der Schulpflicht! ?
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