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News am 15.02.2012
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18. November 2009, 22:15 Uhr

Der Engel von Ghana

Auf den ersten Blick führt Bettina Landgrafe ein ganz normales Leben: Sie lebt in Hagen und arbeitet als Krankenschwester. Doch die junge Frau ist auch eine Königin. Einheimische im westafrikanischen Ghana haben sie dazu ernannt - weil sie Hilfe und Hoffnung bringt.

Ghana, Bettina Landgrafe

Setzt sich für bessere Lebensbedingungen der Menschen in Ghana ein: Bettina Landgrafe© Madamfo Ghana

Viel Zeit für sich hat Bettina Landgrafe nicht: Denn wenn die 33-jährige Krankenschwester frei hat, baut sie Krankenhäuser, Brunnen oder Schulen in Ghana. Bettina Landgrafe kämpft in dem westafrikanischen Land gegen Armut, Hunger, schlechte medizinische Versorgung – und seit neuestem auch gegen Kinderarbeit. Denn viele arme Familien sind gezwungen, ihre Kinder in die Sklaverei zu verkaufen. Bettina Landgrafe versucht nun, ein Waisenhaus für geflohene Kindersklaven zu finanzieren.

Eine Freundin für Ghana

2001 kam Bettina Landgrafe zum ersten Mal nach Ghana, damals arbeitete sie in einem Krankenhaus, wo es kein sauberes Trinkwasser, keine Medikamente und kaum zu essen gab. Die 33-Jährige war geschockt - und beschloss, etwas zu tun: Bettina Landgrafe gründete die Hilfsorganisation "Madamfo Ghana", wörtlich übersetzt heißt das "Freunde Ghanas".

Mittlerweile hat Bettina Landgrafe mit ihrem Hilfsprojekt viel erreicht: Mit den Spendengeldern wurden Kliniken und Kindergärten gebaut, eine Grundschule renoviert, Schulspeisungen finanziert, zahlreiche Brunnen und Toilettenanlagen errichtet.

Viel Einsatz für wenig Geld

Etwa sechs Monate verbringt sie jedes Jahr in Ghana, behandelt Leprakranke und kümmert sich um ihre Projekte - mit Erfolg: "Man kann mit sehr wenig, sehr viel erreichen", sagt Bettina Landgrafe. Und: Ihre Hilfsorganisation ist mittlerweile sehr bekannt in Ghana: Im Parlament ist die Hagenerin ein gern gesehener Gast. Sie genießt den vollen Respekt der Parlamentarier. Und in der Ashanti-Region, im Zentrum Ghanas, wurde sie kürzlich zur "Königin der Entwicklung" ernannt.

Sich als Frau in einem afrikanischen Land Respekt zu verschaffen, sei schon schwierig gewesen, sagt sie rückblickend. Sie habe es geschafft, indem sie immer genau das umgesetzt hat, was sie angekündigt hat: "Wenn man das Gleiche macht, was man sagt, verschafft man sich den Respekt der Bevölkerung."

Kraft durch Erfolg

Die Motivation für ihr Engagement schöpft Bettina Landgrafe aus der Begeisterung der Menschen in Ghana: "Die Kraft kommt aus den Erfolgen", sagt sie: "Wenn ich ans Telefon gehe und ich höre 3000 Menschen aus dem Dorf brüllen, weil sie gerade das erste Mal Wasser aus dem Brunnen gepumpt haben - mehr Motivation braucht man nicht."

Kindersklaven am Volta-Stausee Am Volta-Stausee in Ghana gibt es eine traurige Tradition: Arme Fischer kaufen von noch ärmeren Familien Kinder als billige Arbeitskräfte. Die Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren kosten umgerechnet zwischen 20 und 25 Euro im Jahr. Sie werden für etwa fünf Jahre an die Fischer verkauft. Um vier Uhr morgens fahren die Kinder zusammen mit einem Fischer die Boote raus, kehren nachmittags zurück und bekommen gegen 16 Uhr ihr erstes und einziges Essen am Tag. Zur Schule dürfen die meisten nicht.

Hilfe für Ghana Mit ihrer Organisation "Madamfo-Ghana" setzt sich Bettina Landgrafe seit 2001 für bessere Lebensbedingungen in Ghana ein. Informationen über ihre Arbeit vor Ort und die einzelnen Projekte gibt es unter: https://madamfo-ghana.de/willkommen/

Dort können Sie auch Kontakt mit Bettina Landgrafe aufnehmen, um ihre die Arbeit für Ghana zu unterstützen.