Auto kaufen und Truck fahren sind die letzten Aufgaben, die Joey bewältigen muss. Und das Ziel erreichen, die Freiheitsstatue in New York. Auch die letzte Etappe stellt ihn dabei hart auf die Probe.
Einen Roadtrip dieser Art hat auch Extremsportler Joey Kelly noch nicht angetreten. Durch trockene Wüsten und zum Südpol ist er gelaufen, hat Hunderte Kilometer in extremen Rennen hinter sich gebracht. Doch Verpflegung und ein Nachtquartier waren ihm selbst dabei meist gewiss. Nun soll er sich ohne einen Dollar in der Tasche knapp 5000 Kilometer durch die Vereinigten Staaten schlagen. "Ich habe Angst, dass ich das nicht schaffe", muss auch ein Joey Kelly gestehen. "Es ist eine Aufgabe, die nicht hundertprozentig in meiner Macht steht. Man braucht auch ein gewisses Glück."
Die festgesetzte Strecke führt von Los Angeles an der Westküste nach New York. Sechs Etappen sind zu bewältigen. Die konkrete Aufgabe: Joey muss Station machen in Las Vegas, Denver, St Louis, Chicago und Washington. Erst dann soll er New York erreichen. Endziel ist die Freiheitsstatue. Für die Strecke von exakt 4962 Kilometern bekommt er 21 Tage Zeit. Kurz vor dem Start muss er dem Team seine letzten Dollar herausrücken. Was er von nun an für seine Reise braucht, soll er sich irgendwie selbst verdienen.
Um es dem redegewandten Langstreckenläufer nicht allzu leicht zu machen, muss Joey Kelly jede Etappe mit einem anderen Fortbewegungsmittel zurücklegen: Eine Strecke soll er trampen, für eine muss er sich ein Auto kaufen, einen Bus nehmen und ein Teilstück soll er per Fahrrad zurücklegen. Ein Joker wird ihm gegönnt - eine Fahrt, egal womit.
Der Starschuss fällt am Venice Beach in Los Angeles: Sonne, Strand - und viele Touristen mit guter Laune. Die kann man doch gut anschnorren, glaubt Joey Kelly. Und tatsächlich: Viele Deutsche erkennen den prominenten Musiker und Sportler aus der Heimat und spenden großzügig für die "gute Sache". Innerhalb weniger Stunden sammelt der geschäftstüchtige Extremsportler mehrere Hundert Dollar Startkapital und kann sogar eine Mitfahrgelegenheit für den nächsten Tag ausmachen: Eine Hamburger Familie nimmt ihn mit nach Las Vegas. Einziges Problem: Joeys Strecken-Joker ist damit bereits am ersten Tag passee.
Auch im Spieleparadies Las Vegas läuft es gut für Joey Kelly. Sein Geld erspielt er sich zwar war nicht am Black Jack-Tisch, doch die Touristen zeigen sich wieder großzügig. Trotz inzwischen gut gefüllter Reisekasse gilt für Joey aber auch hier sein strikter Verzicht auf ein Hotelzimmer: "Ich schlafe draußen, egal wie viel Kohle ich habe, weil es kein Geld frisst." Und damit liegt er sicher nicht falsch. Denn so glatt wie bisher wird sein entbehrungsreicher Roadtrip sicher nicht weitergehen: Vor ihm liegen noch gut 4500 Kilometer.
Den Joker, irgendwie weiter zu kommen, hat Joey schon verspielt. Trampen wäre demnach eine Option, um nach Denver zu kommen. Ob die Amerikaner ihn an der Straße erkennen? Nach langen Stunden des wartens und Hoffens klappt es doch noch mit der Mitfahrgelegenheit. In Denver angelangt muss Joey erstmals tief in die Tasche greifen, um von seinen geschnorrten Dollar eine Fahrkarte für den Greyhound-Bus zu kaufen - und um nach St. Louis weiter zu reisen.
Für 80 Dollar kauft Joey Kelly in einem heruntergekommenen Second Hand-Laden in St. Louis ein altes Rennrad, mit dem er nach Chicago radelt. Kein Pappenstiel: 500 Kilometer muss er fahren - samt Anhänger am Fahrrad. Die Stecke wird selbst für den Extremsportler zum Härtetest. Zwei Tage und zwei Nächte ist Joey unterwegs - und erleidet einen Hitzeschlag. In Chicago gibt es für ihn zwar ein kostenloses Essen in einem Brauhaus und eine Übernachtungsmöglichkeit. Doch jetzt muss er ein Auto kaufen - und das gestaltet sich komplizierter und bedrohlicher, als erwartet, denn die Karre soll plötzlich 800 Euro mehr kosten, als vereinbart.
Joey findet einen anderen Wagen bei John, einem Assyrer, der nichts zu verschenken hat. Die Karre ist ein Unfallwagen, eigentlich Schrott, kostet aber trotzdem 900 Dollar. Ein Scheinwerfer wird improvisiert ersetzt und der Kühler ist undicht. Aber Joey muss den Deal trotzdem irgendwie machen, denn leider hat er seinen Führerschein vergessen. Und Assyrer John weiß Rat.
Auf seiner abenteuerlichen letzten Etappe trifft Joey außerdem als nächstes zwei Punks mit Hunden und einen Knastbruder, der ihn in seinem Truck mitnehmen will ...