12. September 2012, 22:15 Uhr

Joey trampt nach Denver

Von Los Angeles soll er es nach New York schaffen. Jeden Dollar, den Joey Kelly dafür braucht, muss er sich erbetteln. Der Anfang war leicht, doch Etappe Zwei wird alles andere als ein Spaziergang.

Einen Roadtrip dieser Art hat auch Extremsportler Joey Kelly noch nicht angetreten. Durch trockene Wüsten und zum Südpol ist er gelaufen, hat Hunderte Kilometer in extremen Rennen hinter sich gebracht. Doch Verpflegung und ein Nachtquartier waren ihm selbst dabei meist gewiss. Nun soll er sich ohne einen Dollar in der Tasche knapp 5000 Kilometer durch die Vereinigten Staaten schlagen. "Ich habe Angst, dass ich das nicht schaffe", muss auch ein Joey Kelly gestehen. "Es ist eine Aufgabe, die nicht hundertprozentig in meiner Macht steht. Man braucht auch ein gewisses Glück."

Die festgesetzte Strecke führt von Los Angeles an der Westküste nach New York. Sechs Etappen sind zu bewältigen. Die konkrete Aufgabe: Joey muss Station machen in Las Vegas, Denver, St Louis, Chicago und Washington. Erst dann soll er New York erreichen. Endziel ist die Freiheitsstatue. Für die Strecke von exakt 4962 Kilometern bekommt er 21 Tage Zeit. Kurz vor dem Start muss er dem Team seine letzten Dollar herausrücken. Was er von nun an für seine Reise braucht, soll er sich irgendwie selbst verdienen.

Sechs Etappen unter besonderen Auflagen

Um es dem redegewandten Langstreckenläufer nicht allzu leicht zu machen, muss Joey Kelly jede Etappe mit einem anderen Fortbewegungsmittel zurücklegen: Eine Strecke soll er trampen, für eine muss er sich ein Auto kaufen, einen Bus nehmen und ein Teilstück soll er per Fahrrad zurücklegen. Ein Joker wird ihm gegönnt - eine Fahrt, egal womit.

Der Starschuss fällt am Venice Beach in Los Angeles: Sonne, Strand - und viele Touristen mit guter Laune. Die kann man doch gleich mal nett anschnorren, glaubt Joey Kelly. Und tatsächlich, der Erfolg gibt ihm Recht: Viele Deutsche erkennen den prominenten Musiker und Sportler aus der Heimat und spenden großzügig für die "gute Sache". Innerhalb weniger Stunden sammelt der geschäftstüchtige Extremsportler 555 Dollar und kann sogar eine Mitfahrgelegenheit für den nächsten Tag ausmachen: Eine Hamburger Familie will ihn nach Las Vegas mitnehmen. Einziger Haken: Joeys Strecken-Joker ist damit bereits passee.

Schnorren statt Zocken in Las Vegas

Auch im Spieleparadies Las Vegas läuft es gut für Joey Kelly. Sein Geld erspielt er sich zwar war nicht am Black Jack-Tisch, doch die Touristen zeigen sich wieder großzügig. Trotz inzwischen gut gefüllter Reisekasse gilt für Joey aber auch hier sein strikter Verzicht auf ein Hotelzimmer: "Ich schlafe draußen, egal wie viel Kohle ich habe, weil es kein Geld frisst." Und damit liegt er sicher nicht falsch. Denn so glatt wie bisher wird sein entbehrungsreicher Roadtrip sicher nicht weitergehen: Vor ihm liegen noch gut 4500 Kilometer.

Per Anhalter nach Denver

Den Joker, irgendwie weiter zu kommen, hat Joey schon verspielt. Trampen wäre demnach eine Option, um nach Denver zu kommen. Ob die Amerikaner ihn an der Straße erkennen? In den USA ist er schließlich weitgehend unbekannt. Wie kommt er also dorthin? In Denver angelangt muss Joey erstmals tief in die Tasche greifen, um von seinen in Los Angeles geschnorrten Dollars eine Fahrkarte für den Greyhound-Bus zu kaufen - und nach St. Louis weiter zu reisen. stern TV hat ihn auch bei dieser Etappe mit der Kamera begleitet.

Joey Kelly entdeckt Amerika
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