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News am 23.02.2012
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25. Januar 2012, 23:15 Uhr

Seltener Nachwuchs im Zoo

Mona-Meerkatzen-Baby Abu braucht rund um die Uhr Pflege und Aufmerksamkeit - kein leichter Job für Tierpflegerin und Ersatzmutter Susann Paelecke.

Abu ist erst sechs Wochen alt, aber das kleine Mona-Meerkatzenbaby aus dem Magdeburger Zoo ist schon jetzt ein wahres Energiebündel. Ersatz-Affenmutter Susann Paelecke hat alle Hände voll zu tun: "Abu ist kaum noch zu bändigen, wenn er wach ist", erklärt Paelecke. "Es ist wie einen Sack Flöhe zu hüten."

Ersatzmutter ist ein Knochenjob

Das war nicht immer so: Wenige Stunden nach der Geburt lag das Affenbaby noch erschöpft auf dem Boden des Meerkatzen-Geheges. Seine Mutter Shirin war mit 19 Jahre zu alt, um noch Milch zu produzieren - und konnte das Junge nicht versorgen. "Wir mussten schnell reagieren, denn hätte er zu lange auf der Erde gelegen, wäre er unterkühlt und hätte sich vielleicht einen Infekt geholt", erklärt Tierpflegerin Paelecke, die dann plötzlich zur Ersatzmutter des winzigen Affenbabys wurde.

Und das ist ein Knochenjob: Zehnmal am Tag bekommt Abu eine frische Windel, alle zwei Stunden hat der Affenjunge Hunger - auch nachts. So süß Abu auch ist, ihre Freundinnen beneiden Susann Paelecke nicht um ihren Job als Vollzeit-Affenmutter. "Hut ab, dass sie das auf sich nimmt", findet Andrea Höppner. "Die schlaflosen Nächte hinterlassen bei Susann schon ihre Spuren. Sie tut uns wirklich leid."

Handaufzuchten sind selten

Susann Paelecke hat Abu Tag und Nacht bei sich. Während sie arbeitet kuschelt das Affenjunges mit einem Teddybären in einer Tasche, die sie sich umschnallt. Normalerweise würde sich ein Äffchen den ganzen Tag bei der Mutter am Bauch festhalten. "Da ich aber kein Fell habe, an dem er sich festhalten kann, habe ich den Beutel dabei", erklärt Susann Paelecke. "Das gibt ihm Sicherheit und so kann ich in Ruhe meine Arbeit machen." An Silvester war er sogar mit in einem Restaurant.

"Handaufzuchten in Zoos sind eine große Ausnahme und ist immer eine Einzelfallentscheidung", erklärt der Direktor des Magdeburger Zoos, Kai Perret. Und das Ziel dabei sei natürlich, das Mona-Meerkätzchen schnellstmöglich wieder mit seinen Affeneltern zusammenzubringen. Die Eingewöhnung wird in mehreren Stufen ablaufen und einige Wochen dauern.

Zurück ins Tiergehege

Die ersten Schritte sind schon gemacht: Susann Paelecke geht jeden Tag mit dem Kleinen zum Gehege der Eltern. Eltern und Kind sollen sich beschnuppern. Der zweite Schritt ist, Abu an einen Käfig zu gewöhnen. In dem soll er dann stundenweise ohne Ersatzmutter Susann Paelecke bleiben. Danach wird der Käfig im Nachbargehege aufgestellt, sodass Abu und seine Affenfamilie Sichtkontakt haben. Anschließend wird die kleine Mona-Meerkatze mit dem Käfig in die Anlage der Eltern gestellt. Die Tierpfleger beobachten dabei genau, wie sich Eltern und Kind verhalten.

Falls alles gut verläuft, wird Abu zuerst mit seiner Mutter zusammengebracht. Susann Paelecke hofft, dass sie ihr Jungtier wieder annimmt. Wenn Mutter und Kind harmonieren, kommt der Vater dazu.

Doch die nächsten fünf Monate wird Abu noch von seiner Ersatzmutter gepflegt. Mit sechs Monaten ist das Affenjunge dann nicht mehr auf Susann Paelecke angewiesen. "Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn ich mal wieder durchschlafen kann", sagt die Tierpflegerin. "Endlich kann ich wieder sieben bis acht Stunden am Stück schlafen."

 
 
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