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14. Januar 2009, 11:51 Uhr
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Mit einem Klick in die Illegalität

Illegale Musik aus dem Internet: Vergangene Woche berichtete stern TV über die Abmahnwelle der Plattenbranche. Besonders häufig werden Kinder erwischt. Nun fragen sich besorgte Eltern: Was ist alles illegal? stern TV klärt auf. Von Stephanie McClain und Sönke Wiese

Filesharing: Wenige Klicks können 3000 Euro kosten© Colourbox

Eltern haften für ihre Kinder": Dieser Spruch hat im Internetzeitalter für Erziehungsberechtigte eine neue schmerzhafte Bedeutung bekommen. Denn viele Eltern haben keine Ahnung, dass ihre Sprösslinge schon mit wenigen unbedarften Klicks Abmahnsummen von 10.000 Euro und Schadensersatzforderungen von 100.000 Euro provozieren können - wegen ein paar herunter geladener Lieder.

Vergangene Woche hat stern TV über die Offensive der Musikindustrie gegen Raubkopierer berichtet: Über 50.000 Menschen wurden schon erwischt. Und jeden Monat kommen 5000 dazu. "Wir wollen, dass die Botschaft ankommt: 'Es kann auch dich treffen'", sagte Anwalt Clemens Rasch zu stern TV. Im Auftrag der Musikindustrie durchsuchen seine 100 Ermittler jeden Tag die einschlägig bekannten Tauschbörsen nach Urheberrechtsverletzungen. Wer ertappt wird, erhält von Rasch ein Abmahnschreiben - 3000 bis 10.000 Euro sind dann fällig. "Es soll wehtun", sagt der Anwalt.

IT-Experte: Vorschläge der Gerichte "taugen nichts"

Für die Eltern sind die Summen ein Schock. Die meisten verstehen nicht, was ihnen konkret vorgeworfen wird. Und sie wissen nicht, wie sie die Straftaten hätten verhindern können. Mit Rechnern und Internet kennen Eltern sich selten so gut aus wie ihre Kinder. Das sei ein schweres Versäumnis, meinen gemeinhin die Gerichte in Deutschland.

In einem Urteil (Aktenzeichen 308 O 139/06) aus dem April 2006 vertritt zum Beispiel das Landgericht Hamburg den Standpunkt, Eltern müssten sicherstellen, dass ihre Kinder im Netz kein urheberrechtlich geschütztes Material tauschen. Entweder müsste man den Nachwuchs am PC permanent kontrollieren oder - wenn das nicht praktikabel ist - einen IT-Experten zu Rate ziehen, der den Computer "sicher" macht.

Doch das ist offenbar gar nicht so leicht: "Niemand kann einen Internet-PC bombensicher abschirmen", sagt IT-Experte Sebastian Schreiber, der früher schon bei stern TV zum Thema Datensicherheit zu Gast war. Er meint, die Vorschläge der Richter "taugen in der Praxis nichts".

Kinder cleverer als Richter denken

So sagt das Hamburger Gericht in einem Fall, es "wäre auch die Einrichtung einer sogenannten 'firewall' möglich und zumutbar gewesen, durch die die Nutzung einer Filesharing-Software verhindert werden kann." Für Sicherheitsexperte Schreiber ein nutzloser Rat: "Heutzutage sind die Tauschprogramme so raffiniert, dass Firewalls sie nicht mehr aufhalten können."

Auch andere Vorschläge von Gerichten und Musikindustrie garantierten keine hundertprozentige Sicherheit, dass Dritte mit dem Computer nicht illegal in Tauschbörsen unterwegs seien, sagt Schreiber. Zwar könne man durch bestimmte Einstellungen die Hürden für Missbrauch erhöhen. Aber das ernüchterne Fazit des Experten lautet: "Es ist nicht möglich, einen Internet-PC bombensicher zu machen - auch nicht wenn man viel Geld für einen IT-Experten ausgibt. Die einzige sichere Lösung ist, den Computer wegzusperren oder das Kind rund um die Uhr zu überwachen, was es am PC anstellt."

"Musikindustrie erschwert legalen Erwerb"

Eines ärgert Sebastian Schreiber bei der Debatte um die Musik-Downloads besonders: Grundsätzlich plädiere er zwar für den Kauf von CDs im Geschäft, damit die Künstler auch ein wenig Geld verdienten. "Aber das Kuriose ist, dass die Plattenbranche den Erwerb von legaler Musik sehr unattraktiv macht." Knackpunkt: die starken Kopierschutzmaßnahmen. Dadurch könnten die Kauf-CDs auf vielen Geräten wie zum Beispiel im Auto nicht mehr abgespielt werden. Auch könne man die Lieder häufig nicht auf die beliebten mp3-player laden.

Schreiber sagt: "Ich kenne viele Leute, die besorgen sich ihre Musik lieber im Internet, anstatt sie zu kaufen, nur aus dem einen Grund: weil gekaufte Musik nicht portabel und nicht überall hörbar ist."

Internetradios Gratis und legal: Das Aufnehmen von Songs aus Internetradios. Wie das funktioniert, erklären wir hier: Internetradios und Software

Von Stephanie McClain und Sönke Wiese
KOMMENTARE (10 von 37)
 
Internetnutzer2008 (19.10.2007, 18:26 Uhr)
Ein trauriges Zeugnis - wirklich?
@Mark01:
Die Ironie in Deinem Beitrag ist wirklich gut gelungen...super!
@queen-breeze:
Das Problem auf Seiten der Musikindustrie besteht m.E. darin, dass man die technische Entwicklung des Internet einfach verschlafen hat.
Erst als sich kostenlose Musiktauschmethoden weitgehend etabliert hatten, kam man auf die Idee, selbst Musik im Netz anzubieten.
Dabei hat man jedoch den Fehler gemacht, dieselbe Preisstruktur wie bei CDs zu implementieren: 1 Euro pro Titel, das konnte einfach nicht gut gehen, da z.B. schon die ganzen Distributionskosten wegfallen (der Kunde ist halt nicht dumm...und weiß darum!).
Hinzu kam, dass das Angebot ausschließlich im kopiergeschützten WMA-Format und dann auch noch auf meist lediglich 128 kbps komprimiert dargeboten wurde, während man in Tauschbörsen nicht nur alles kostenlos, sondern zudem mit höherer Bitrate im kopierschutzfreien MP3-Format erhält.
Im Grunde bedeutet dies nichts anderes, als dass ein Kunde, der Musik kostenpflichtig erwirbt, eine schlechtere Qualität erhält als jemand, der sich das ganze kostenlos aus dem Netz herunterlädt.
Vor etwa drei bis vier Jahren hat man dann zusätzlich auch noch einen Teil der regulären CD-Käufer vergrault, indem man großflächig kopiergeschützte „CDs“ eingeführt hatte.
Wer eine solche Scheibe gekauft hatte, konnte sich weder eine Sicherheitskopie anfertigen, noch war er in den wenigsten Fällen in der Lage, einen derartigen Tonträger im Autoradio abzuspielen, da dort in vielen Fällen einfache CD-Laufwerke eingesetzt werden, die bei diesen sog. „UnCDs“ einfach streiken (die Bezeichnung UnCD rührt daher, dass hier der 1980 festgelegte Red-Book-Standard über die physikalische Struktur von CDs nicht beachtet wird, folglich darf hierfür auch das CompactDisc-Label nicht eingesetzt werden; siehe dazu ebenfalls http://de.wikipedia.org/wiki/Rainbow_Books#Red_Book).
Es ist durchaus fraglich, ob jemand, der mit einem solchen Tonträger technische Probleme hatte, je wieder eine CD kauft.
Durch die massenhaften Abmahnungen von Tauschbörsennutzern ist das Ansehen der Musikindustrie in der Öffentlichkeit noch weiter gesunken, denn, um es mal auf den Punkt zu bringen: Hier werden nur solche Leute getroffen, die nicht darum wissen, dass der Download von Musik in Tauschbörsen gleichzeitig mit einem illegalen Upload verbunden ist, und das sind meist Kinder und Jugendliche.
Wer um die Gefahren der Tauschbörsennutzung weiß und trotzdem gerne kostenlose Musik haben möchte, lädt sich diese über Filehoster herunter, die Links dazu befinden sich meist auf Foren, welche auf Servern in Ländern wie Russland, der Ukraine, China oder Singapur gehostet werden, also in Staaten mit einem weitaus weniger regiden Urheberrecht.
All die Maßnahmen, die die Musikindustrie bisher zur Bekämpfung der Piraterie betrieben hat, haben ihrem Ansehen eigentlich mehr geschadet, als geholfen.
Sicher wäre es besser gewesen, man hätte die nicht rechtmäßige Verbreitung von musikalischen Werken als ein nicht mehr aus der Welt zu schaffendes Phänomen hingenommen; zumindest, solange damit keine kommerziellen Absichten auf Seiten der „Piraten“ verbunden sind: Seit es kostengünstige CD-Brenner gibt und Rohlinge, die trotz GEMA-Abgabe nur 20 Cent pro Stück kosten, seit ein DSL-Internetzugang für weniger als 30 Euro pro Monat zu haben ist, stellen in dieser Hinsicht alle Bestrebungen der Musikindustrie mehr oder weniger einen Kampf gegen Windmühlen dar.
queen-breeze (19.10.2007, 12:18 Uhr)
Trauriges Zeugnis
Hallo,
ich finde es ansich ja gut, das über legalität und illegalität des Musikdownloads gesprochen wird, aber ich erachte es als ein Armutszeugnis, dass als einzige Art legal an Musik zu kommen das Mitschneiden in Internetrasio-Sendungen aufgezeigt wird.
Was ist mit itunes? was ist mit musicload? Was ist mit napster?
Und wenn man mal ganz genau hinschaut, ist es sinnloses Downgeloade, was da praktiziert wird und die Industrie so viel Geld und den Menschen Arbeitsplätze kostet. Ich selbst kaufe meine CD oder downloade es kostenpflichtig.
Und all jene, die sich hier mokieren, sollten sich erstmal über die Industrie informieren, bevor sie große Reden schwingen
MfG
Mark01 (19.10.2007, 02:53 Uhr)
@MrKra und Internetnutzer2008
wenn man über die Suche im Internet nachforscht, kann man sehr wohl erkennen, dass Herr Clemens Rasch beispielsweise Schulen und deren Musikunterricht zu unterstützen scheint, was auch immer sonst noch an seine Kirche fliessen mag.......
Lieber Herr Rasch, was tun Sie ganzen Familien oder mir an, indem Sie tatsächlich unschuldige Leute in Stücke zerreissen und den Schulen zum Fraß vorwerfen? Bisher hatte ich mir immer brav meine CDs gekauft. Und dass mein Internetanschluss von Mitbewohnern nun missbraucht wurde und Sie mir die letzte zerfetzte Hose ausziehen wollen, wird ganz einfach dazu führen, dass ich meinen beschlagnahmten PC nicht mehr ersetzen kann, somit keinen Internetanschluss mehr brauche und ich mein Hobby MUSIKHÖREN inzwischen abgeschafft habe, dass Sie, bzw die von Ihnen vertretende und notleidende Musikindustrie nun ganz auf meinen finanziellen Beitrag (Musik-CDs, Rohlinge) auf immer und ewig verzichten wird. Aber ich bin ja nur einer von vielen Kleinen, was macht das schon.
Vielleicht kann ich Sie ja auf Schmerzensgeld verklagen, mir sind durch Ihre Vorgehensweisen durchaus ein paar Haare ausgefallen und einen psychischen Knacks werd ich wohl beibehalten. Ich rechne übrigens rein finanziell in bescheideneren Dimensionen als Sie. Geben Sie mir einfach hundert Euro und Sie haben mich mit einer für mich riesengroßen Summe für einen ganzen Monat glücklich gemacht.
Sie sagen "Es soll weh tun". Interessante aussage. Sie kündigen also an, dass Sie den Leuten Schmerzen zufügen möchten, sei es auch nur geistig. Aber Sie kennen sich ja mit geistigen Sachen, bzw geistigem Eigentum recht gut aus, nicht wahr?
Internetnutzer2008 (18.10.2007, 19:47 Uhr)
Ein exzellenter Vorschlag
Deinen Vorschlag, MrKra, finde ich spitze!
Bitte Herr Rasch, nehmen Sie hierzu Stellung!
MrKra (18.10.2007, 18:25 Uhr)
@Herr Rasch
...oder einen seiner Handlanger, der sicher mitliest:
Nehmen wir mal an, es sei wahr, dass Herr Rasch wirklich dieses noble Gesinnen hat, der Raubkopie einhalt zu gebieten (gewisse Parallelen der Aussage zu einem Ansinnen des inzwischen selber zig male straffällig gewordenen Herrn von Gravenreuth mag man erkennen), warum wandert dann der Gewinn nicht an einen gemeinnützigen Verein, bzw. warum wird dem Angemahnten, nicht wie bei eventuellen Schreiben der Staatsanwaltschaft angeboten, den Betrag an ein gemmeinnützigen Verein zu spenden?
PS.
Und beim Antworten nicht wieder anfangen zu stottern; das kommt bei Publikum nicht unbedingt gut an ;)
maderfranz (18.10.2007, 15:43 Uhr)
Auch download könnte bald kritisch werden
@RolfZinner:
kannte ich bis getsren auch nicht. Wie funktioniert das - auch vollautomatisch? Und wie schaut es mit der Qualität aus - muss ich da noch was nachbearbeiten, weil Moderatoren oder so im mitgeschnittenen Song reinquatschen?
Denn das ist bei dem von mir schon genannten Dienst MusicMonster.FM nicht der Fall.
Wer weiß mehr?
THE-DON (18.10.2007, 11:43 Uhr)
Upload Kann geblockt werden.
Also liebe leute ich habe das Programm Lime Wire
wenn ich es öffne und auf Monitor klicke sehe ich die laufenden UPLOADS was dan Illegal wär.
Jetzt hab ich aber gerade unter Werkzeuge / Einstellungen dan auf Freigabe die Ordner rausgelöscht und es laufen keine Uploads mehr.
Jetzt wär es ja eigentlich Legal.
ODER???
RolfZinner (18.10.2007, 11:41 Uhr)
super Idee mit dem Internetradio
Die Möglichkeiten, legal aus dem Internetradio aufzuzeichen habe ich gestern Abend in SternTV gesehen. Es war nicht ganz leicht den Link zu der Software zu finden, aber über häufig gestellten Fragen bin ich zum Download gekommen. Hab die Software sofort ausprobiert und es funktioniert super. Vielen Dank für den guten Rat. Mit Clipinc bleiben meine Kinder jetzt sauber und kommen legal an die Musik.
Steiny (18.10.2007, 11:40 Uhr)
Anfrage zu Downloads
Hallo Liebes Team
Ich habe von dem Programm Alphaload geört, was hat es in sachen konsequenzen von Seiten der Polizei oder Statsanwaltschaft für mich damit auf sich wenn ich mich dort anmelde und Downloade?
Internetnutzer2008 (18.10.2007, 11:25 Uhr)
Downloadmöglichkeit
@maderfranz: Mir fällt noch eine weitere interessante Downloadseite ein: http://u2n2.com - mit der dortigen Suchmaschine kann man gezielt nach Werken suchen.
Hat man eines gefunden, das einem gefällt, kann man sich die CD im Anschluß im Internetversandt oder in einem Plattenladen kaufen, andernfalls löscht man einfach den Download binnen 24 Stunden.
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