Kleine Löhne bei Schlecker-XL

16. September 2009, 22:15 Uhr

Mit seinen neuen XL-Märkten will Schlecker auf den wachsenden Erfolg der Konkurrenz reagieren: Dafür werden alte Filialen der Drogeriekette geschlossen und die Belegschaft entlassen. In den neuen Märkten setzt Schlecker auf neue Mitarbeiter und niedrigere Löhne.

Elf Jahre lang arbeitete Karla Schatz für Schlecker, war am Ende sogar Filialleiterin eines AS-Schlecker-Marktes in Brake. Jetzt wurde der 39-Jährigen gekündigt. Einfach so. Weil in Brake ein neuer, größerer Schlecker-XL-Markt entstehen soll. Und dort sollen keine alten Mitarbeiter mehr arbeiten. Wie Karla Schatz geht es derzeit vielen Angestellten der Drogeriekette. Was sich hinter dem Schlecker-XL-Konzept verbirgt und warum Schlecker dafür Mitarbeiter entlässt - stern TV hat Antworten.

Was steckt hinter dem Namen "Schlecker XL"?

Der Drogerieunternehmer Anton Schlecker setzte in Deutschland bislang auf rund 30.000 kleine Schlecker-Filialen, die AS-Märkte. Die Kundschaft zieht es aber immer mehr zu Drogeriemärkten wie "dm" oder "Rossmann", die mehr Service und ein größeres Warensortiment bieten. Darauf hat der Schlecker-Konzern jetzt reagiert und setzt ebenfalls auf neue, größere und besser ausgestattete Filialen - die sogenannten Schlecker-XL-Märkte.

Das Problem: Laut Verdi schließt der Konzern pro neuem Schlecker-XL-Markt drei bis vier kleinere Filialen. Viele der Mitarbeiter werden nicht in die neuen Läden übernommen. Stattdessen werden neue Arbeitskräfte eingestellt, allerdings zu deutlich schlechteren Konditionen.

Unter welchen Bedingungen werden die neuen Mitarbeiter beschäftigt?

Die Konditionen, zu denen die XL-Mitarbeiter bei Schlecker eingestellt werden, sind deutlich schlechter als die von Angestellten der bisherigen AS-Märkte.

Das heißt in der Praxis:
- Niedriglöhne statt Tarifzahlung: Die neuen Schlecker XL-Mitarbeiterinnen erhalten nur rund die Hälfte des Brutto-Gehalts der langjährigen AS-Schlecker-Mitarbeiterinnen, also statt 12,67 Euro nur noch ab 6,61 Euro,
- Weihnachts- und Urlaubsgeld wurden gestrichen,
- und statt 30 bezahlten Urlaubstagen, haben die neuen Mitarbeiterinnen nur 24 bezahlte Urlaubstage.

Wieso können die alten Mitarbeiter so einfach entlassen werden?

Der Schlecker-Konzern hat den Kündigungsschutz für seine Mitarbeiter im Grunde ausgehebelt, indem für die neuen Großmärkte eigens eine Tochtergesellschaft gegründet wurde: die Schlecker XL GmbH. Schlecker argumentiert nun damit, dass man die alten Mitarbeiter nicht einfach in die neuen Großmärkte übernehmen kann, weil diese ja einer anderen GmbH angehören. Das Frappierende: Viele Schlecker XL-Märkte werden in ein- und denselben Räumen eröffnet, in denen vorher AS-Filialen waren.

Da die Schlecker XL-Märkte einer Konzerntochter angehören, können die bisherigen Angestellten ganz legal gekündigt werden. Die Kündigungen wären nur dann unwirksam, wenn dem Schlecker-Konzern mit seiner Filialumwandlung ein sogenannter Betriebsübergang nachgewiesen werden könnte. Das ist bislang nicht geschehen.

Wie viele Mitarbeiter sind betroffen?

Die Gewerkschaft Verdi geht davon aus, dass mehr als 1000 Mitarbeiter von einer Kündigung betroffen sind, darunter vor allem Frauen. Für viele von ihnen geht es um ihre Existenz.

Welche Folgen kann das für die Branche haben?

Sollte sich Schlecker XL mit seinen Lohnsenkungen durchsetzen, bekommt das womöglich auch die ganze Drogeriemarkt-Branche zu spüren: Andere Unternehmen könnten dann gezwungen sein, ihre Arbeitsbedingungen ebenfalls zu verschlechtern.

KOMMENTARE (10 von 54)
 
michi276 (23.09.2009, 11:41 Uhr)
Mein Schlecker-Boykott
Also ich als Verbraucher kann nur sagen, daß ich Schlecker schon seit zig Jahren boykottiere, die Geschäftspraktiken dieses Herren haben mir noch nie gefallen. Die Skandale um Herrn Müller machen seinen Laden auch nicht besser, deshalb bekommen die Herren Dirk Roßmann und Götz Werner meine Kohle.

Dirk Roßmann war am 24. April 2009 bei 3nach9 im NDR und sagte zum Thema Mitarbeiterbespitzelung bei Müller: "Ich verstehs nicht ... Rossmann kann nur wachsen und Rossmann wirds nur gut gehen, wenn sich die Mitarbeiter für das Unternehmen einsetzen, aber die Menschen setzen sich doch nicht für ein Unternehmen ein ..."

In diesem Sinne halte ich die Fahne hoch für rossmann und dm!
GlowingHeart (23.09.2009, 10:18 Uhr)
Arbeit soll sich wieder lohnen
So wirbt z.B. die FDP, um am kommenden Sonntag in den Bundestag gewählt zu werden.

Doch wenn man die Geschäftspolitik von SCHLECKER verfolgt (und vielen anderen Unternehmen) fragt man sich, in welcher Realität unsere deutschen Politiker leben.

Darum fordere ich für ALLE Politiker, die in den Bundestag gewählt werden wollen um das deutsche Volk zu regieren, EIN SOZIALES JAHR vor der Wahl nachzuweisen, wo sie die Realität in Deutschland erst einmal kennen lernen, selbst für 400 Euro in einem Job arbeiten um damit ihr Lebenserhalt zu finanzieren.

Denn wer so einmal gelebt hat, am Existenzminimum, sieht und regiert das Land mit anderen, weil offenen Augen.

Oder die CDU, wo Merkel mit dem Wahlslogan ?ENTLASTUNG FÖRDERT WACHSTUM? flirtet.

Klar, entlasten wir die Schlecker-Mitarbeiter von ihrem derzeitigen Lohn um die Hälfte bei doppelter Arbeitsleistung und ständiger Verfügbarkeit für die Firma (scheiß aufs Privatleben und Familie) und fördern so den Wachstum des Profit von Schlecker.

Wer CDU und FDP wählt, wählt Arbeit zum halben Lohn, wählt die Ausbeutung unterprivilegierter Gesellschaftsschichten, wählt das Existenzminimum.

Deutschland macht SCHLECKER seine jetzige Geschäftspolitik erst möglich. Die Mitarbeiter erarbeiten seine Milliarde Privatvermögen und bekommen dann einen Tritt in den Arsch.

Aber so lange es sich der Arbeitnehmer so gefallen lässt und sein erstes Argument ist: ?Aber ich habe wenigstens Arbeit? nur um am Existenzminimum zu leben, so lange wird es Ausbeuter wie SCHLECKER geben, die sich auf Kosten anderer privat bereichern, statt den Gesamtgewinn einer Firma auf ALLE Mitarbeiter zu verteilen.

Den Verlust teilt man nicht. Den tragen dann die Mitarbeiter der unteren Ebene, indem man sie entlässt.

Wie lange wollt ihr noch getreten werden?

Es ist wieder mal an der Zeit, auf die Straße zu gehen aber nicht erst, wenn irgendeine Gewerkschaft es sagt oder hat man das in den letzten 20 Jahren verlernt?

GlowingHeart
artdesign (21.09.2009, 08:06 Uhr)
leihfirma
bei uns in der Filiale war ein Aushang das Schlecker 400 Eurokräfte und Teilzeitkräfte sucht.( Es war die Rede von " Schlecker stellt ein..von einer Leihfirma stand da nichts !!!) Da ich seit 2 Jahren arbeitslos bin habe ich mich darauf beworben , natürlich in der Hoffnung wenigstens halbe Tage auf Steuerkarte arbeiten zu können.Ich bekam allerdings nur ein Angebot auf 400 Euro-Basis. Gut dachte ich, besser als nix..ist ja schonmal ein Anfang. Ich wurde eingeladen von unserer Bezirksleiterin zum Einstellungsgespräch. Dort hat sie mir dann erzählt das ich in der Filiale bei uns im Dorf arbeiten könnte allerdings im Notfall auch mal in einer anderen Filiale einspringen muss. Ich stimmte zu, sagte allerdings bitte nur im Notfall da ich eigentlich kein Auto habe weil mein Mann unser Auto für die Arbeit benötigt. Klar, sagte sie, kein Problem. Dann erzählte sie mir der Stundenlohn würde 6,78 Euro betragen. Ist nicht viel, aber auch da stimmte ich zu..Hauptsache ich konnte wieder arbeiten. Dann legte sie mir einen Vertrag von Meniar vor mit der Aussage das diese Firma Meniar neuerdings für Schlecker die Verträge macht..mit keinem Wort erwähnte sie das es sich hierbei um eine Leihfirma handelt. Nun, wer lesen kann ist klar im Vorteil...dummerweise war ich so glücklich ENDLICH wieder Arbeit zu haben das ich den Vertrag mehr oder weniger blindlinks unterschrieb. Im Nachhinein muss ich sagen das war ganz schön dumm von mir. Ich arbeite gerne dort, so ist das nicht , aber meine Kolleginnen die noch einen alten Vertrag mit Schlecker selbst haben verdienen locker das Doppelte von mir. Das ist schon frustrierend !!! Ausserdem ist es mittlerweise so, das ich andauernd in andere Filialen geschickt werde die mal eben über 10 km weit weg sind. Theoretisch müsste ich nun von meinen 400 Euro noch das Spritgeld abziehen was ich jeden Monat auslegen muss. Denn als Mitarbeiter der Firma meniar bekomme ich das Spritgeld NICHT erstattet...im Gegensatz zu den Angestellten der Firma Schlecker. Beschweren bauche ich mich gar nicht erst , denn in meinem Vertrag steht das ich auf gut Deutsch gesagt "parat" stehen muss und bundesweit eingesetzt werden kann !!! Und das bei 400 Euro. Lächerlich. Ich suche bereits händeringend einen anderen Job denn das was dort abläuft ist in meinen Augen ganz große Abzocke !!! Es kann nicht angehen das ich bei einem Lohn von 400 Euro von Hü nach Hott geschickt werde und den Sprit auch noch aus eigener Tasche zahlen muss . Das Plakat hängt übrigens immer noch in unserer Filiale...teilzeitkräfte gesucht ...ganz ehrlich , jeder der mich danach fragt oder eine Bewerbung bei mir abgeben möchte wird von mir gnadenlos aufgeklärt was da abgeht und fast alle nehmen ihre Bewerbungsunterlagen danach wieder mit nach Hause !!!
Und was hier noch berichtet wurde stimmt auch : wir müssen die Aussenfassade sauber halten, Unkraut entfernen, die großen Fenster putzen , usw..dürfen aber den Verkaufsbereich nicht verlassen wenn wir alleine sind..und wir sind fast immer alleine im Laden ..also wie soll das funktionieren ???
Die Personaleinsatzplanung wird ca. 2 bis 3 Wochen im Vorraus geschrieben, dennoch kann ich mir z.b. keine Arzttermine geben lassen geschweige denn irgendetwas vornehmen, denn wenn zufällig in einer anderen Filiale jemand ausfällt MUSS ich dort einspringen. Ob ich Termine habe oder nicht, interessiert da gar keinen !!!
Sigy (19.09.2009, 20:16 Uhr)
Nicht alles schlecht!
Es ist tatsächlich ein schönes arbeiten, aber seit ihr alle blind oder???
wir sind spätestens in 2 Jahren alle arbeitslos.
Ich habe verdammt große angst davon. Mein Mann ist letztes Jahr arbeitslos geworden und wenn ich auch noch ohne Arbeit bleibe wie sollen wir unsere Kinder ernähren. Warum kann niemand diese Ungerechtigkeit stoppen??????
Hilft uns bitte!!!!
mondschein (19.09.2009, 20:03 Uhr)
An Kelly
Ich weiß nicht, wie du auf die Idee kommst,dass die Löhne bleiben???
Alle Mitarbeiter sollen ab 1.1.2010 bei Meniar arbeiten. Was 'themes' schreibt,ist korrekt.
Wie kann es sein, dass die bisher geleistete Arbeit mit 12,98 bezahlt wird, ab Januar aber nur noch mit der Hälfte ??
Ich bin Verkaufstellenverwalterin bei Schlecker.Im neuen Meniarvertrag ist man dann 'Mitarbeiterin im Verkauf'. Hallo??
Was soll das??
Ich bin seit 10 Jahren dabei, und auch bei uns im Bezirk war bisher alles ok.Kollegen,Vorgesetzte alle sind wir gut miteinander ausgekommen. Mir macht die Arbeit nach wie vor Spaß.Bei meinem jetzigen Arbeitgeber zu meinem jetzigen Lohn.Warum soll meine Arbeit nun plötzlich nur noch die Hälfte wert sein??Dann muss ich logischerweise auch nur noch halb so viel und halb so schnell arbeiten,sehe ich das richtig??
DR1981 (19.09.2009, 18:55 Uhr)
zu liselu
Ich bin VVW-Springer und bin gleicher Meinung wie Kelly (obwohl ich diese Person nicht kenne)!
Wer zwingt die Leute bei Schlecker zu arbeiten? Irgendetwas passt da nicht zusammen denn alle machen ein Aufstand und trotzdem wollen die beim Schlecker bleiben!!!!
Ich meine wenn es mir irgendwo soooo schlecht geht dann schau ich dass ich was anderes bekomme und kämpfe nicht weiter um da zu bleiben. Also sorry aber das ist so ein Schmarrn!
Rocky48 (19.09.2009, 16:30 Uhr)
Es ist nicht alles nur schlecht bei Schlecker
Diese Aussage ist natürlich richtig, was die Familie Schlecker sicher blind unterschreiben würde, bei einem Privatvermögen von mehreren Milliarden Dollar.
Spaß bei Seite, ich gönne es ihnen, wer gute Geschäftsideen hat soll auch gut verdienen.
Nur bin ich der Meinung, mit der Höhe des Vermögens oder Einkommens wächst auch die soziale Verantwortung.
Vor allem verdankt Familie Schlecker ihr Vermögen auch ehrlichen, engagierten und fleißigen Mitarbeitern. Nasepopelnde, unengagierte Mitarbeiter kann sich kein Unternehmen leisten, sie behindern jede gute Teamarbeit. Wenn allerdings die Einstellungskriterien ?billig und willig? sind, kann auf Qualifikation keine Rücksicht genommen werden.
Aber auch mit dem Vermögen scheint es nicht mehr weit her zu sein, wieso hätte es die Firma Schlecker sonst nötig sich von den Mitarbeitern ein ?zinsloses Darlehen? geben zu lassen? (Zinsloses Darlehen gleich Depotvertrag. In diesem Depot landen bis zu 80 nicht bezahlte Überstunden, die irgendwann abgefeiert werden sollen. 80 Std. x 12,67 ? gleich 1013,60 ?)

Was nun das neue Konzept mit den Schlecker XL Läden betrifft, ist dies nach meiner Meinung ein Flop. Läden in dieser Größe können nur in einem Umfeld mit hohem Kundenaufkommen existieren, wo bereits Rossmann, DM oder Müller warten und im direkten Vergleich wird Schlecker verlieren.
Noch schlimmer, Schlecker verliert dadurch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, Präsenz vor Ort, durch jeden geschlossenen AS Markt werden Kunden frei gesetzt, die dann genau so gut bei einem der Mitbewerber einkaufen werden.
Schlecker XL, Rossmann, DM oder Müller sind für mich austauschbar. Ein Verschwinden des Einen oder Anderen hinterlässt nach meiner Auffassung keine Lücke am Markt, während jeder einzelne geschlossene AS Markt eine Lücke in die Grundversorgung vor Ort reißt, besonders mit Blick auf die ständig älter werdende oder nicht mobilen Kundschaft.
liselu (19.09.2009, 13:41 Uhr)
zu kelly
bist du etwa ´ne getarnte bl?
liselu (19.09.2009, 13:37 Uhr)
zu themes und kelly
habe die beiträge gelesen und würde doch gerne wissen, wo kelly arbeitet dass sie solche äußerungen von sich geben kann, dass die gleichen löhne weitergezahlt werden! Das ist ja wohl der Witz des Jahrhunderts. Genau wie themes das beschrieben hat, habe ich es selbst erlebt. Ich bin selbst bei Schlecker und wir wurden, erstaunlicher Weise, alle gefragt, ob wir wechseln möchten. Dabei tat unsere BL sehr großzügig und verständnisvoll. Aber tut mir leid, mit dem Stundenlohn und den dazu angebotenen Stunden, kann ich meine Unkosten nicht mehr decken. Und wie soll man sich bitte schön einen Zweitjob suchen. Wenn man sich mal die Arbeitspläne anschaut, geht man nicht regelmäßig früh und spät arbeiten, sondern dann gibt es noch irgendwelche Teilschichten mit -zig Stunden Pause, damit der Laden abgesichert ist, und die BL ändert auch gerne aus der Laune heraus irgendwelche Arbeitspläne! Das klappt vielleicht in der Theorie, aber nicht in der Praxis!
Schönen Tag noch!
themes (19.09.2009, 13:13 Uhr)
Schlecker XL und Meniar
Kann nur bestätigen, dass die Ausführungen der Sendung bzgl. der Verfahrensweise Neueinstellungen bei XL richtig sind. Ziel ist es tatsächlich, (auch wenn einige immer noch glauben, dass es nicht so ist) die Belegschaft komplett auszutauschen, sprich durch günstigeres Personal, nach Möglichkeit noch mit staatlicher Förderung, zu ersetzen.
Schlecker schließt derzeit sehr viele kleinere Filialen und kündigt betriebsbedingt die betroffenen Mitarbeiter. Auf der anderen Seite sind in nahezu allen Onlinejobbörsen Stellenangebote der Schlecker XL-GmbH zu finden, aus denen ersichtlich ist das Schlecker bundesweit neue Mitarbeiter sucht! Warum bietet man diese Stellen nicht den von der Kündigung betroffenen Mitarbeiterinnen an ??? Ganz einfach: weil sie angeblich zu teuer sind. Nur in Ausnahmefällen haben diese MA die Möglichkeit bei XL anzufangen und das nur zu deutlich schlechteren Konditionen.
Zudem werden sie ausschließlich über die Arbeitnehmerüberlassung meniar mit neuen befristeten Verträgen eingestellt. Teilweise konnten diese Mitarbeiter zwar noch ihr altes Gehalt aushandeln, aber in den Verträgen steht bei einer Vollzeitbeschäftigung ein Grund-Bruttogehalt von ganzen 1285,00?, das zusätzlich verhandelte wird als Zulage ausgewiesen, wobei gleich im nächsten Absatz des Vertrages, darauf hingewiesen wird, dass diese Zulage des AG freiwillig ist und jederzeit wieder gestrichen werden kann. Wer das Geschäftsgebahren von AS kennt, weiß, dass hier nicht lange gezögert wird, diese Zulage wieder zu streichen.

Viel schlimmer ist ja noch, dass die Gebietsleiter von Schlecker jetzt aufgefordert wurden, alle Mitarbeiter ihres Bezirkes unter Druck zu setzen um damit zu erreichen, dass diese ihre alten Verträge (mit Tarifgehalt) zu kündigen und somit auch die erworbene Betreibszugehörigkeit zu verzichten und einen neuen Arbeitsvertrag bei der eigenen Zeitarbeitsfirma meniar zu deutlich schlechteren Konditionen zu unterschreiben. Geben die Mitarbeiter dem Drängen ihrer Vorgestzten nicht nach, werden sie in andere weit entfernte Filialen versetzt, in der Hoffnung, dass sie selbst kündigen oder dem Druck nachgeben und den neuen Vertrag unterschreiben. Das "Projekt Gütersloh" wird schon längst in der ganzen Republik ausgerollt.
Wer nicht spurt, kommt auf eine Liste und wird anschließend mit Abmahungen bombardiert um eine verhaltensbedingte Kündigung vorzubereiten.
Hier werden keine Ausnahmen gemacht!
Fakt ist, dass bei denjenigen, die sich nicht fügen und die nicht auf Gehalt verzichten wollen, die Kündigung systematisch eingeleitet wird.
Mitarbeiter, die in den vergangenen Jahren noch gelobt wurden, sich nie etwas zu Schulden kommen lassen haben, deren Filialen sauber und ordentlich geführt wurden, die Topumsätze erwirtschaften und deren Filialen als "Muster-und Einarbeitungsverkaufsstellen" bezeichnet werden, sollen auf diese Weise entsorgt werden. Hierzu gibt es konkrete Listen mit Terminabläufen, nach den die Gebietsleiter die Filialen aufsuchen und nach abmahnungswürdigen Verfehlungen suchen sollen. Finden sie nichts, wird sich an Nichtigkeiten hochgezogen und trotzdem abgemahnt, auch wenn die Mitarbeiter in den meisten Fällen für diese Dinge noch nicht einmal verantwortlich sind.
Hier wird nicht ausgesiebt nach den Kriterien "gutes" oder "schlechtes", sondern "teures" oder "billiges" Personal!!
Insbesondere aus den vielen Stellenanzeigen wird dies doch ersichtlich. Selbst für die Position der Filialleitung wird keine Berufsausbildung gefordert. Qualität spielt keine Rolle mehr!
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