Die Angebote klingen verlockend: Wer zwei Mobilfunkverträge abschließt, bekommt zwei Handys, einen Laptop und eine Playstation dazu. Umsonst. Doch Vorsicht: stern TV zeigt, warum sich die angeblichen Schnäppchen oft nicht lohnen - und zu welchen dubiosen Machenschaften so mancher Anbieter greift.

Vorsicht: Häufig lohnen sich vermeintliche Handy-Schnäppchen nicht© Coulorbox
Ein Notebook plus Speichererweiterung, eine Playstation mit zwei Spielen sowie zwei Handys - all das bekommen Neukunden des Mobilfunkanbieters "Getmobile" umsonst. Einzige Voraussetzung ist: Sie müssen gleichzeitig zwei Mobilfunkverträge abschließen. Doch lohnt sich das überhaupt?
stern TV hat den Test gemacht - und das Paket bestellt. Ergebnis: Es lohnt sich nicht. Also wurde die Ware wieder zurückgeschickt. Bei Online-Bestellungen gilt schließlich das Rückgaberecht von 14 Tagen - so zumindest die Theorie.
Widerruf zu Unrecht verweigert
In der Praxis aber sind so manche Anbieter sehr kreativ, wenn es darum geht, dem Kunden einen Rücktritt aus dem ungewünschten Vertrag so unmöglich wie möglich zu machen. So auch "Getmobile". Das Unternehmen versuchte, den Widerruf zu verweigern: "Sicherlich haben Sie übersehen, dass Sie in lhrem Mobilfunkvertrag bereits ausdrücklich die Leistungserbringung beim Mobilfunkanbieter beauftragt haben", heißt es in einem Schreiben. Und: "Aus unserer Sicht bleibt der Mobilfunkvertrag daher bis auf weiteres bestehen. Sollten Sie weiter eine Stornierung wünschen, wenden Sie sich bitte an Ihren Anbieter."
In der Tat muss man bei der Entgegennahme des Pakets zwei Unterschriften leisten. Mit der ersten bestätigt man den Empfang, mit der zweiten die Mobilfunkverträge. Die liefen in diesem Fall über den Provider "Debitel-Mobilcom". Doch: Dabei handelt es sich um ein zweifelhaftes Koppelgeschäft, sagt André Malitzki von der Verbraucherzentrale Hamburg. Er erklärt, dass eine Kündigung bei "Getmobile" reichen muss. Denn: Es handele sich um ein "verbundenes Geschäft". Werde der eine Teil widerrufen, falle auch der andere.
Methoden nah am Betrug
Im Fall von stern TV erklärte das Unternehmen per E-Mail, es würde die Stornierung der Mobilfunkverträge übernehmen. Doch ein Anruf bei "Debitel-Mobilcom" ergab: Dort werden die Verträge erst dann storniert, wenn eine Stornierung von "Getmobile" vorliegt. Fazit: Die Kunden werden von einem zum anderen geschickt. "Diese Methoden sind nah am Betrug", sagen Verbraucherschützer.
Und es kam sogar noch schlimmer: "Getmobile" hat schließlich noch erklärt: Die Stornierung sei nicht möglich, weil die zurückgesandte Ware beschädigt sei. Zu Unrecht. Aber einen Gegenbeweis gab es nicht. Was also tun? Recherchen zeigten: Auch andere Verbraucher haben solche Erfahrungen gemacht. Jetzt wollte stern TV es genau wissen: Steckt womöglich System dahinter?
stern TV deckt auf
Den Beweis für die unsauberen Machenschaften brachte ein weiterer Testkauf: Wieder schickte stern TV die Ware zurück. Und wieder behauptete "Getmobile", dass die zurückgeschickte Playstation zerkratzt sei. Diesmal konnte stern TV allerdings das Gegenteil beweisen.
Die Playstation war nicht nur mit Handschuhen vor Zeugen und laufender Kamera eingepackt worden - und wurde garantiert kratzfrei zurückgeschickt. Den Beweis für den Betrug am Verbraucher lieferte "Getmobile" am Ende selbst: Auf den Fotos, die "Getmobile" auf Nachfrage geschickt hatte und die den angeblichen Schaden dokumentieren sollten, war die Seriennummer des Geräts zu erkennen. Aber: Die von stern TV zurückgeschickte Playstation hatte eine andere Seriennummer. Und auch das war vor Zeugen und mit der Kamera dokumentiert worden.
Mit welchen Tricks "Getmobile" die Stornierung des Vertrags sonst noch verhindern wollte - und wie Sie sich dagegen wehren können, erfahren Sie links in der Spalte. Dort gibt es außerdem weitere Informationen zum Rückgabe- und Widerrufsrecht bei Online-Geschäften.