Welche Präparate helfen bei Reiseübelkeit?

10. Juli 2013, 22:15 Uhr

Zu Ferienbeginn sind Pillen und Tropfen gegen Reiseübelkeit gefragt wie nie. Nicht alle halten, was sich Betroffene davon versprechen. stern TV hat getestet, welche Reisemedikamente am besten helfen.

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Ob im Auto, im Bus oder auf dem Schiff: Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Reiseübelkeit. Und viele von ihnen nehmen spezielle Medikamente ein, damit ihnen auf der Fahrt nicht schlecht wird. Die meisten dieser Präparate sind freiverkäuflich und in jeder Apotheke zu haben. Aber welche von ihnen wirken überhaupt richtig? Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten? stern TV hat die in Deutschland am häufigsten verkauften Reisemedikamente getestet – auf einem Schiff, mitten in der Nordsee.

Auf der Hinreise ist allen übel

Die acht Probanden sind handverlesen: Ihnen wird schon beim Anblick der kleinsten Wellen übel. Entsprechend verläuft die Hinfahrt auf dem Schiff nach Helgoland: Ohne Medikamente geht es allen schlecht, eine Dame übergibt sich sogar mehrfach. Einfache Tricks, wie den Horizont zu fixieren oder tief ein- und auszuatmen, bringen nichts.

Dann die Rückreise, alle acht Probanden erhalten eine Stunde vorher ein Medikament. Und tatsächlich: Keinem wird auf der dreieinhalbstündigen Fahrt schlecht. Allerdings zeigen sich einige Nebenwirkungen. Drei der Probanden haben mit Müdigkeit zu kämpfen, obwohl ihre Präparate eigentlich Muntermacher enthalten. Und auch das Reisekaugummi sorgt für ein unangenehmes Gefühl im Mund.

Teilnehmer sind begeistert

Trotzdem sind sich alle Betroffenen einig, dass die Vorteile gegenüber den Nachteilen überwiegen: kein Brechreiz, kein flauer Magen.

Testleiter Gerd Glaeske sieht das Ergebnis kritischer, immerhin hat die Hälfte der Versuchsteilnehmer mit Nebenwirkungen zu kämpfen: "Man sollte immer auf unerwünschte Effekte achten", rät der Mediziner. Testsieger ist für ihn "Emesan". Es kommt ohne munter machende Zusätze aus, die bei den Kombipräparaten in unserem Test sowieso nicht bei allen Probanden gewirkt haben.

Das gehört in die Reiseapotheke Egal, wohin die Reise geht - diese Dinge sollten Sie einpacken, rät Stiftung Warentest:

- Arzneimittel, die Sie regelmäßig brauchen. Zudem sinnvoll: Privatrezept/Notiz mit deutschem Namen, Wirkstoff, Dosis - Mittel gegen Fieber und Schmerzen - Desinfektionsmittel - Sonnenschutz - Mücken- und Zeckenschutz - Fieberthermometer - Pinzette, um Splitter und Zecken zu entfernen - Pflaster, in verschiedenen Größen oder zum Zuschneiden - Elastische Binden und Mullbinden: jeweils eine breitere (8 cm) sowie eine schmalere (6 cm) - Rollenpflaster (etwa Leukoplast) - Mullkompressen (10 cm x 10 cm) - kleine Schere

Extras, je nach Reiseland:

- Mittel gegen Durchfall - Schnupfenspray (oft empfohlen, wenn Kinder mitreisen) - Mittel bei Sonnenbrand - Mittel bei Verstopfung - Mittel gegen Übelkeit - Mittel gegen Sodbrennen - Mittel gegen Allergie - Ohrstöpsel - Mittel zur Wasserdesinfektion, vor allem in den Tropen und Subtropen - Moskitonetz speziell im Malariagebiet - Malariavorsorge nach Rücksprache mit einem Arzt - Thrombosevorsorge für lange Flüge und Fahrten (nach ärztlicher Rücksprache)

 
 
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