20. Juni 2012, 22:15 Uhr

Wie verlässlich sind Billigangebote im Internet?

Im Internet werden Reisen oft besonders günstig angeboten. Doch nicht immer hält das Angebot, was es verspricht - und am Ende ist die Reise doch teurer. Steckt dahinter vielleicht System?

Max Gailer fühlt sich betrogen: Im Internet wollte er für seine Schwester einen günstigen Flug von München nach Kroatien buchen - auf dem Onlineportal "Flug24.de" hatte er ein günstiges Angebot gefunden. Doch im Verlauf der Buchung stiegen die Kosten zunächst von knappen 103 Euro auf beachtliche 137 Euro. Und als er als er den Flug am Ende verbindlich bucht, wird es noch einmal teurer. Wie kann das sein?

Versteckte Preistreiber

"102,83 Euro kostet der reine Flug", erklärt "Flug24.de" später die Kosten. Hinzu komme eine Servicepauschale in Höhe von 34,73 Euro. Und 10,99 Euro für eine Umbuchungsoption, die Max Gailer eigentlich abgewählt hatte. Macht insgesamt: 148,55 Euro. Das sind am Ende 44 Prozent mehr als der angebotene Flug.

Ein Einzelfall ist der 61-Jährige nicht: Immer mehr Kunden fühlen sich von den Reiseportalen im Internet betrogen - und melden sich bei den Verbraucherzentralen. "Es gibt täglich Beschwerden darüber, dass der Endpreis anders ist als das ursprüngliche Angebot", sagt Petra von Rhein vom Rechtsreferat der Verbraucherzentrale Bayern, die sich seit zwei Jahren mit solchen Fällen befasst.

Schlechte Noten für die Portale

Wie seriös sind die Reiseportale im Netz also? Das wollte auch die Zeitschrift "Computerbild" genau wissen - und machte den Test: Auf den Prüfstand kamen die fünf größten Online-Reiseportale. Anhand von insgesamt 133 Reisen überprüfte "Computerbild", wie verlässlich die Preise sind, ob die Billigangebote wirklich verfügbar sind und ob es möglicherweise illegale Voreinstellungen gibt, die die Kosten in die Höhe treiben.

Das Ergebnis des Computerbild-Tests ist ernüchternd. Die Preisangaben sind nicht verlässlich. Alle Anbieter haben versucht, zusätzliche Kosten auf die Angebotspreise aufzuschlagen. Im Schnitt waren vier von fünf Reisen am Ende deutlich teuerer. Und: Selbst die führenden drei Anbieter - "lastminute.de", "l'tur.de" und "Expedia" erhalten nur die Note befriedigend.

Ähnlich schlechte Noten gab es auch für die Verfügbarkeit der Angebote: "Wir haben festgestellt, dass ganz oft Reisen zum beworbenen Preis nicht verfügbar sind", sagt Alexander Krug. Und: Da liege die Vermutung nahe, dass viele Angebote Lockangebote sind."

Wichtige Verbrauchertipps Es ist einfach, bequem - und soll besonders günstig sein: Das Buchen von Reisen im Internet. Doch Vorsicht: Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Verbraucher einiges beachten.

Ausführliche Ergebnisse Alle Ergebnisse zum Test finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Computerbild, Heft 14/2012.

 
 
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