Eine 100-stellige Zahl in fünf Minuten lernen: für Gedächtnissportler kein Problem. Besonders intelligent muss man dafür nicht sein - man muss nur ein paar Tricks beherrschen. Wer weiß, wie es funktioniert, steigert seine Gehirnleistung im Alltag.

Kinderleicht: Informationen lassen sich mithilfe von Bildern besser speichern© Colourbox
2340564762390127236345589
0938373330272927262849547
6235276283484635327348373
3773798989111209312243536
Können Sie sich vorstellen, sich diese Zahl innerhalb von fünf Minuten einzuprägen und dann ohne zu zögern wiederzugeben? "Das kann jeder normale Mensch schaffen", sagt Gedächtnistrainer Michael Gloschewski. Am Anfang dieser langen Zahlenkolonne steht für Erinnerungsprofis nicht etwa 2,3, ..., sondern: ein Kapitän. Denn 23 ist der Code für "Nemo" (2=N, 3=M), weiter geht’s mit "Rose" (=40), "Loch" (=56) und "Rock" (=47).
Das Grundprinzip, das sagenhafte Gedächtnisleistungen ermöglicht, ist einfach: Was auch immer man sich merken will, muss im Geiste mit Bildern verknüpft werden - und zwar möglichst kreativ, möglichst emotional. Das Gehirn behält Außergewöhnliches viel besser als Banales: Je merk-würdiger die Assoziation, desto besser das Erinnerungsvermögen.
Dieses Prinzip kann mit unterschiedlichen Techniken umgesetzt werden (siehe unten).
Ob es nun um Vokabeln büffeln, Geschichtsdaten pauken, Einkaufslisten merken, Geburtstage erinnern geht: Im Alltag gibt es viele nützliche Gelegenheiten für die Memorierungstechniken. Tatsächlich haben Studien immer wieder ergeben, dass sich mithilfe der "visuellen Assoziation" Informationen schneller, präziser und länger im Gedächtnis speichern lassen.
Und je mehr Wissen man gespeichert hat, desto leichter fällt einem auch die Aufnahme von neuen Fakten - weil sich die Assoziationsmöglichkeiten steigern. Wer beispielsweise die Jahreszahl der Französischen Revolution kennt, dem fällt wohl schnell ein, wie er sich seine Pin-Nummer 9871 merken soll.