Alles ist wie immer an diesem Nachmittag im Juni vergangenen Jahres. Janis, 13, trifft seine Clique auf dem Spielplatz. Ein Kumpel hat eine Flasche Feuerzeuggas dabei. Janis schnüffelt als erster. Die Atmung setzt aus, der Junge stirbt. stern TV berichtet über die tödliche Sucht.

Er starb an Feuerzeuggas: Der 13-jährige Janis© stern TV
Diese Droge ist unberechenbar: Schnüffeln fordert unter Erstkonsumenten die meisten Todesopfer. In Deutschland sterben jährlich durchschnittlich zwei Kinder beim Inhalieren von Gasen oder Lösungsmitteln. In anderen europäischen Ländern ist das Problem akuter: 100 Kinder und Jugendliche erliegen allein in Großbritannien jedes Jahr den Folgen von Schnüffeln. Der Konsum von Klebstoff, Feuerzeuggas oder Sprays ist besonders gefährlich, da die Stoffe sehr schwer dosierbar sind.
In wenigen Minuten erstickt
Viel zu stark ist auch die Dosis von Janis für den nicht sehr groß gewachsenen Jungen. Schon nach dem ersten Zug wird er bewusstlos. Das Butangas blockiert sein Atemzentrum, die Atmung setzt aus. Janis erstickt innerhalb weniger Minuten. Für den Jungen kommt jede Hilfe zu spät: Der Notarzt kann nur noch seinen Tod feststellen.
Für die Eltern ist der plötzliche Verlust ihres Sohnes ein Schock. Sie wissen nicht, ob Janis an seinem Todestag zum ersten Mal schnüffelte. Doch sie machen den anderen Kindern keine Vorwürfe: „Es waren alles Kinder, die wollten das ausprobieren“, sagt Janis’ Vater. Bei stern TV appellieren die Eltern von Janis an alle Erwachsenen couragiert einzugreifen, wenn sie Kinder mit Gas oder Klebstoff sehen.
Beratungsstellen
Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Sie in einem Verzeichnis der Suchtberatungsstellen Ihre örtliche Beratungsstelle finden: www.bzga.de
oder unter www.dhs.de
oder unter www.meb.uni-bonn.de