Der Albtraum vom Glück

2. Juli 2013, 12:15 Uhr

Die meisten Süchtigen daddeln an Automaten in Spielhallen und bescheren der Branche Milliardenumsätze. Per Vorschrift sollen offensichtlich süchtige Spieler aber gebremst werden. Wird sie eingehalten?

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Milliarden Euros landen jährlich in den Automaten der Spielhallen.©

Im März berichtete stern TV über das Schicksal von drei Spielsüchtigen: Markus, Madona und Lukas verzockten in Spielhallen ihre Existenz und sind heute hoch verschuldet. Nach dem Bericht meldete sich die Geldspielautomatenbranche bei stern TV. In einem Schreiben versichert die Automatenwirtschaftsverbände Info GmbH (AWI): "Die Mitarbeiter sprechen auffällige Spieler an und weisen auf Möglichkeiten nahegelegener Hilfseinrichtungen hin". Stimmt das? Spricht das Spielhallenpersonal auffällige Spieler tatsächlich an?

stern TV hat den Test gemacht: Gleich der erste Tag ist ernüchternd. Nach 19 Stunden spielen verlässt unser Spieler zur Sperrstunde die Halle. Eine "persönliche Ansprache von auffälligen Spielern durch das geschulte Personal" fand nicht statt. Das ändert sich auch in den folgenden tagen nicht. Insgesamt verbrachte der Testspieler über 40 Stunden in zwei Spielhallten. Er verlor dabei etwa 800 Euro - rund 20 Euro pro Stunde. Sein Fazit: "Ich habe alles getan, um den verdacht zu erwecken automatenspielsüchtig zu sein. Doch vom Spielen abgehalten hat mich niemand."

 
 
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