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24. November 2009, 11:07 Uhr

Wie gesund sind Kindersnacks?

Der Schokoriegel mit besonders viel Milch und Getreide, die Lutschbonbons mit wertvollen Vitaminen und eine Extra-Portion Früchte im Milchmixgetränk: Glaubt man der Werbung, kann Naschen richtig gesund sein. Vor allem Lebensmittel speziell für Kinder sollen nur beste Zutaten enthalten. Stimmt das?

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© Am besten viel davon: Kinder lieben Süßigkeiten

Gesundes Image als Werbetrick: Wenn es um Lebensmittel speziell für Kinder geht, setzen die Hersteller nicht nur auf bunte Verpackungen mit lustigen Figuren. Um auch die Eltern von dem Produkt zu überzeugen, sind auf der Snackverpackung gerne gesunde Zutaten wie Milch oder frische Früchte abgebildet.

Aus einer Schokowaffel wird in der Werbung dann schnell mal eine gesunde Zwischenmahlzeit aus Milch und Getreide. Und der Fruchtjoghurt wird zur vitaminreichen Nahrungsergänzung. Tatsächlich aber stecken in den Kindersnacks vor allem viel Fett, Zucker und Kalorien.

Gut getarnte Süßigkeiten

Das Geschäft mit den vermeintlich gesunden Kindersnacks boomt: Ihre Anzahl hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Am Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund haben Mitarbeiter jetzt über 400 Produkte registriert, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind. Vor acht Jahren waren es noch 250. Ihre Inhaltsstoffe und die Nährwerte wurden jetzt erneut überprüft. Das Ergebnis: Trotz anhaltender Kritik von Ernährungsexperten hat sich an der Zusammensetzung der Produkte nichts geändert. Nur sehr wenige der untersuchten Kinderlebensmittel entsprechen den Anforderungen einer ausgewogenen Basisernährung.

Statt der versprochenen Extra-Portion Milch ist laut Zutatenliste häufig nur ein Löffel Milchpulver enthalten. Ebenso findet sich das angepriesene Vollkorngetreide oft nur in Form von Getreidemehl in den Produkten wieder. Reichlich vorhanden sind hingegen Zucker und Fett - teilweise sogar in Mengen, die über den empfohlenen Tagesbedarf hinausgehen.

Die zugesetzten Nährstoffe in vielen Snacks tragen darüber hinaus nicht unbedingt zu einer gesunden Ernährung des Kindes bei - ganz im Gegenteil: In den meisten Fällen handelt es sich um Vitamine und Mineralien, die Kinder bei normaler Ernährung sowieso schon in ausreichender Menge zu sich nehmen. Und: Auch zu viel des Guten kann schädlich sein.

Was Kinder brauchen

So sollte ein sieben Jahre altes Kind höchstens 38 Gramm Zucker am Tag essen. Doch die meisten Kinder liegen darüber. Denn: Schon in einem kleinen Schokoriegel stecken oft bis zu zehn Gramm. Richtig süß ist auch Kakoapulver. Da stecken schon mal 107 Würfel Zucker in jeder Packung.

Ernährungswissenschaftler Stephan Lück sieht die Kindersnacks daher mit einem kritischen Blick: Als Basis für eine gesunde Ernährung sind die Kindersnacks seiner Meinung nach nicht zu empfehlen, verteufeln müsse man sie dennoch nicht. Ab und zu ein süßer Snack wird einem gesunden Kind nicht schaden.

Eltern sollten also darauf achten, dass die vermeintlich gesunden Kinderprodukte nicht zu oft und in zu großen Mengen im Einkaufskorb landen. Bei Unsicherheit hilft oft schon ein kurzer Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe und die Nähwerttabelle. Oder nutzen Sie den stern TV-Nährwertrechner.

Informationen im Netz Das Forschungsinstitut für Kinderernährung untersucht die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Wachstum und Stoffwechsel bei Kindern.

Wichtige Informationen rund um das Thema Ernährung haben außerdem der "aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V." und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

KOMMENTARE (10 von 35)
 
AD2009 (19.11.2009, 15:49 Uhr)
Gläschenkost und elterliches Vorbild
@antje2707.7
ich finde es ganz toll wie Du das mit Deinem Sohn machst. Ich hoffe ich bekomme das auch so hin. Und Du hast Recht es kommt auch auf das Umfeld an. In unseren Familien (väterlicher wie auch mütterlicher Seite) wird zu jeder Gelegenheit etwas Geschenkt. Was ja ganz schön sein kann. Aber auch ich musste mich ersteinmal über die Schokoladengeschenke beschweren, sodass ich nun eher kleine Kosmetikartikel bekomme. oder seit der Kleine da ist Pampers und Tücher, da ich selbst kaum Schokolade esse sondern eher zu einem Jogurth oder ner Banane greife. Also an alle in unserer Konsum-Gesellschaft: BITTE MEHR NÜTZLICHES SCHENKEN ANSTELLE VON UNGESUNDEM ;-)

Aber wenn mein Kleiner irgendwann soweit ist und Schoki zu sich nehmen könnte, hoffe ich dass auch ich standhaft gegenüber den Omas und Opas, Tanten und Onkel sein werde. Und das kann wirklich schwer sein.

Sag mal muss es unbedingt ein Dampfgarer sein? kann man das Gemüse nicht einfach kochen bzw. dünsten? und dann mit dem Mixer schick klein machen? oder ist es wegen der Vitamine so wichtig ein solches Gerät zu nutzen?
Viele Grüße

Sylvia68 (19.11.2009, 12:19 Uhr)
Gesundes Essen
Ich lebe in Österreich und würde mich freuen wenn auch in unseren Schulen solche Küchen gefördert und eingesetzt werden. Ich habe eine Tochter welche die Hauptschule besucht, d. h. sie ist 10 Jahre. Sie hat dreimal in der Woche Nachmittagsunterricht. Keine Zeit zum Heimkommen und Essen. Was bleibt ist entweder eine Wurstsemmel oder wenns ganz schlimm ist etwas zu Naschen.zu Mittag oder schlimmstenfalls eine Packung Chips. Was wären viele froh über so eine Küche wie sie jetzt in deutschen Schulen angeboten wird. Könnten Sie das bitte auch in Österreich, Burgenland machen ? liebe grüße Sylvia
kahame (19.11.2009, 08:50 Uhr)
Spannendes Essen
Ich hatte Glück und habe ein Kind gehabt, das Süßigkeiten relativ uninteressant fand. Sie hat von Natur aus Vollwertkost bevorzugt und war das einzige Kind auf einer Klassenfahrt, das sich in der Pommesbude einen Salat bestellt hat. :-)

Mein Enkel ist da anders, er liebt Süßigkeiten. Aber er findet die Zubereitung des Essens sehr spannend und eine Schale Haferflocken zum Frühstück wird nicht verweigert, wenn er die Flocken selber pressen darf. Zum Knuspern zwischendurch sind ein paar süsse Trockenfrüchte und eine Handvoll Nüsse auch eine Alternative. Und er trinkt lieber Wasser statt diese ekeligen Kindersäfte, wenn er ein paar Blüten, Zitronenscheiben oder Pfefferminzblätter in die Karaffe werfen darf . Und so weiter... Das macht alles nicht viel Mühe, kostet fast nichts, ist gesund und hat einen immensen Lerneffekt.
Für alle Onkel, Tanten, Omas und Opas gilt, die Kinder haben Euch nicht weniger lieb, wenn Ihr keine Süßigkeiten mitbringt. Schenkt Ihnen Zeit, denn davon haben die Eltern meist nicht soviel. :-)
DR.VAN (19.11.2009, 08:40 Uhr)
Schöne Sache von Hr. Melzer aber ich bin der Meinung das man auch und vorallem die Eltern einbeziehen sollte und aufklären. Warum werden nicht wie zu DDR-Zeiten die Schulspeisung gefördert ? Bei uns in der Schweiz beginnt die Erziehung zu gesunder Ernährung schon im Kinski (4 Jahre) wo darauf geachtet wird was die kinder zum essen mit bringen. Graubrot, Gemüse,Obst, Joghurt ohne Kristallzucker. Dies sind einfache,kostengünstige und wirksame Massnahmen für eine gesunde Ernährung

Mit freundlichen Gruss H.Pflanz aus der Schweiz
gelegenheitsposter (19.11.2009, 08:18 Uhr)
mehr Bewegung reicht nicht aus
Mehr Bewegung zu fordern reicht nicht aus. Sowas können nur uninformierte Zeitgenossen äussern.

Sicher gab es früher nicht so viele Verführungen, aber da war Nahrung noch Nahrung, es gab keine Brötchen, die nicht mehr als festes Wasser sind, auf dem Burger lag Käse und kein Analogkäse, Aromen aus alten Fensterrahmen und Schimmelpilzen gab es sicher auch noch nicht.

Gegen Sie doch mal nach 3 Jahren Abstinenz wieder zu einer Burgerkette und bewundern Sie die Fähigkeiten der Industrie die Brötchen noch inhaltsloser zu machen, den angeblichen Käse noch unechter zu färben und so weiter ....

Bewegung mit Mist und Schiet im Bauch macht auch nicht viel Sinn.

0814schnuff (19.11.2009, 06:25 Uhr)
Der Krieg gegen die Bürger
Unbestreitbare Tatsache ist, dass die Industrie und Verkäufer vieler solcher Produkte mit einem gigantischen finanziellen Aufwand in den Markt drücken. Mit allen psychologische Tricks wird das Produkt an den Kunden / Kind gebracht. Mit allen Tricks wird in der Werbung und auch in der Politik gelogen dass sich die Balken biegen. Es wird von diesen Verbänden durchgesetzt, dass sinnvolle Beschränkungen und eindeutige Hinweise auf die nicht gerade geringfügige Schädlichkeit der Produkte verhindert werden.
Der Kinderriegel ist halt nicht gesund, bei so viel Zucker und so wenig Milch. Der Jogurt ist trotz immer wieder wiederholter angeblicher wissenschaftlicher Bestätigung nicht mehr und nicht weniger das Immunystem stärkend als andere Produkte aus dieser Formengruppe. Wenn man den Hersteller aufforder die Untersuchungen vorzulegen erfolgt einfach schweigen.

In all diesen Themen lassen uns die Politiker einfach im Stich. Kein Wunder den die Politiker und die Parteien lassen sich von denen geschickt und dezent aus dem Hintergrund schmieren.
Es geht nie um die Gesundheit der Bürger, es geht nur um den Profit der Unternehmen.


Bauzeichner (19.11.2009, 02:55 Uhr)
Pure Ausrede...
Es ist eine pure Ausrede, das berufstätige Eltern morgens keine Zeit für ein vernünftiges Pausenbrot haben. Man kann das nämlich im Notfall auch schon abends zubereiten und im Kühlschrank zwischenlagern.

Vielfach ist es einfach eine Einstellungssache.

Als ich noch Kind und Jugendlicher war hat es das überhaupt nicht gegeben, das ich morgens keine Pausenbrote mitbekommen habe, vielfach noch ergänzt mit einem Joghurt oder Obst. Meine Mutter hat es sich einfach nicht nehmen lassen, das zu erledigen. Teure belegte Brötchen beim Bäcker zu kaufen gilt in unserer Familie als dekadent.

Und heute, meine Mutter geht stramm auf die 70 zu, bekommt meine Nichte, die bei uns wohnt, jeden Morgen ihr Pausenbrot oder -brötchen samt Obst und Joghurt mit.

Und das hat mich geprägt. Während meine Arbeitskollegen jeden Tag in einen Döner oder in eine Pizza beissen bleibe ich lieber beim leckeren, selbstgemachten Pausenbrot oder Brötchen.
Und finanziell rechnet sich das schon allemal.
Nadjad320 (19.11.2009, 00:03 Uhr)
komisch jetzt ist er wieder da.......irgendwas spinnt hier....*lach*
Nadjad320 (19.11.2009, 00:02 Uhr)
wo ist mein Beitrag hin???
wird hier Zensiert?
Nadjad320 (18.11.2009, 23:53 Uhr)
mehr Bewegung
Das diese Produkte nicht gesund sind darüber sind sich denke ich alle einig. Aber mal ehrlich wieviele von uns die wir heute Erwachsen sind, sind mit Cornflakes, Fruchtzwergen und Co. aufgewachsen? Und geschadet hat es uns doch nicht......allerdings hatten wir auch etwas was die Kids heute nicht mehr so oft und viel haben - BEWEGUNG - wir hatten keine PC´s keine Playstations und Fernsehen gabs auch nur in Spurenelementen.... und noch was hatten wir auch nicht so oft und viel wie die heutigen Kids - FASTFOOD - also zu meiner Kindheit gabs nicht an jeder Ecke ne Dönerbude oder nen Mäcces. Da gabs nicht jeden Tag oder jede Woche Pommes..... Wenn man das alles mal zusammen nimmt dann sieht man wo die Probleme liegen. Und das es ganz bestimmt nicht an der Portion Cornflakes am Morgen liegt.
Und es kommt auch auf die Alternativen an. Also mir ist lieber mein Kind isst ne Portion Cornflakes am Morgen, als dass es mit leerem Magen aus dem Haus geht, oder das es die Milch überhaupt trinkt und wenn es eben nur mit nem Löffel Kakao is dann soll es halt so sein.

Wenn man etwas auf das Gesamtpaket achtet dann muß man solche Produkte auch nicht derartig verteufeln......und mal ehrlich warum sollen wir unseren Kindern das vorenthalten was uns selber gut geschmeckt hat und teilweise auch noch schmeckt. *gg*

Und solche Vorschläge wie diese Produkte höher zu besteuern und sie mit Alkohol und Tabak zu vergleichen finde ich sehr eigenartig und ziemlich Weltfremd.......
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