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25. April 2006, 16:10 Uhr
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Der große stern TV Kaufkraftvergleich: War früher wirklich alles billiger?

Wie lange muss man arbeiten, um ein Produkt kaufen zu können und wie war das früher? stern TV hat am Beispiel einer durchschnittlich verdienenden Familie die Entwicklung der Kaufkraft untersucht - in den Jahren 1960, 1991 und 2005.

Wie lange muss man für ein Auto arbeiten? Der große Kaufkraftvergleich© stern TV

Zu Gast im Studio war Familie Reinecke aus Recklinghausen - mit 18.000 Euro Jahres-Nettogehalt eine typisch deutsche Durchschnittsfamilie. Christoph Schröder vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln ist Statistiker und Experte auf dem Gebiet Kaufkraft. Für unseren Kaufkraftvergleich hat das Institut 35 Produkte und Dienstleistungen genau untersucht. Am Beispiel der Reineckes hat Stern TV gezeigt, wie lange man arbeiten muss, um etwas kaufen zu können.

Hier die Entwicklung der Kaufkraft an einem Beispiel: Fernseher: 2005 lag der Preis für einen Fernseher bei rund 464,05 Euro. Um sich diesen Fernseher kaufen zu können, hätte Familie Reinecke im Jahr 2005 genau 34 Stunden und 30 Minuten arbeiten müssen. Das entspricht etwas mehr als 4 Arbeitstagen mit jeweils 8 Arbeitsstunden pro Tag.

1960 bekam man ein gängiges Modell für umgerechnet 446,87 Euro. Damals hätten die Reineckes über 351 Stunden arbeiten müssen, das entspricht fast 44 Arbeitstagen.

Was bedeutet eigentlich Kaufkraft?
Unter dem Begriff Kaufkraft versteht man das verfügbare Netto-Einkommen von privaten Haushalten in Relation zu den Preisen. Vereinfacht kann man sagen: Wie lange muss man arbeiten, um sich bestimmte Produkte kaufen zu können?

Wie ergeben sich diese Werte?
Gerechnet wird mit der Kaufkraft pro Lohnminute. Dazu errechnet das Institut der deutschen Wirtschaft den Durchschnitts-Nettolohn einer geleisteten Arbeitsstunde. Bei der geleisteten Arbeitsstunde werden Urlaubstage, Feiertage und Krankentage nicht mitgerechnet. Um den Durchschnittslohn zu errechnen, werden alle Gehälter von Arbeitnehmern einbezogen, egal, ob Student, Manager oder Teilzeitkraft.

Wer erstellt solche Analysen?
Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat die Preisentwicklung verschiedener Produkte und die Netto-Einkommen von Haushalten über viele Jahre hinweg beobachtet und dokumentiert. Für den stern TV Kaufkraftvergleich wurden die Jahre 1960, 1991 und 2005 genau unter die Lupe genommen und miteinander verglichen.

Wieviel verdienen die Deutschen im Durchschnitt?
Das durchschnittliche Jahres-Nettoeinkommen der Deutschen lag im Jahr 2005 bei 17.910 Euro. Der Stundenlohn lag 2005 bei durchschnittlich 13,45 pro Arbeitsstunde, 1991 verdienten deutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt umgerechnet 10,16 Euro pro Stunde, 1960 lag der durchschnittliche Stundenlohn bei 1,27 Euro.

Fazit des Vergleichs:
Es wurden 35 Produkte und Dienstleistungen untersucht, die es in ähnlicher Form auch schon 1960 gab. Die Preise haben sich 2005 im Vergleich zu 1960 im Durchschnitt fast vervierfacht (genau 3,7-mal so hoch), die Gehälter sind aber um mehr als das zehnfache gestiegen.

Die komplette PDF-Liste mit allen Produkten und den dazugehörigen Arbeitszeiten finden Sie hier.

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