550 Menschen wurden krank, fünf starben - nur weil sie ein paar Tropfen paraffinhaltiges Lampenöl getrunken hatten. stern TV zeigte das Drama zweier Kinder : Sophie, 6, und Torben, 2.
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Sophie ist heute sechs Jahre alt - und wäre beinahe an Lampenöl gestorben.© stern TV
Es war ein Tag wie so viele andere auch. Sophie, damals dreieinhalb Jahre alt, und ihr kleiner Bruder Lorenz spielen im Garten. Plötzlich bekommt Sophie Durst und erspäht eine Flasche auf der Fensterbank, die aussieht wie eine Mineralwasserflasche. Sie nimmt sie, trinkt einen Schluck - und ist von einer Sekunde auf die andere in Lebensgefahr. Denn in der Flasche war Lampenöl für die Gartenfackeln. Die Eltern hatten sie einfach nach der letzten Grillparty stehen gelassen, nicht wissend, dass dünnflüssiges, paraffinhaltiges Öl schwerste Lungenentzündungen auslösen kann.
Sophie wurde schlecht - und ihre Mutter Nadine Rebel half ihr dabei, sich zu übergeben. Ohne es zu wollen, verschärfte sie damit Sophies Problem. Denn über Erbrochenes kann noch mehr Öl durch den Rachenraum in die Lunge kriechen. Als sie in der Augsburger Zentralklinik ankamen, war das Kind bereits "apathisch bis ohnmächtig", so die Mutter.
"Ich weiß noch wie heute, dass ich die Ärztin gefragt habe: Aber sie wird doch wieder gesund! Und dann hat sie mich ganz scharf angeschaut und gesagt: Wir müssen schauen, ob sie die nächsten 24 Stunden überlebt", erzählte Nadine Rebel im stern TV-Studio. Auch habe sie geglaubt, dass es für jedes Gift ein Gegengift gebe und sich damit die Situation schnell verbessern lasse. Aber auch das war ein Trugschluss. Dünnflüssiges paraffinhaltiges Lampenöl löst in der Lunge eine chemische Entzündung aus, das Organ fällt im Extremfall in sich zusammen. Ärzte können nur hoffen, dass sich das Kind von alleine wieder erholt.
Sophie, heute sechs Jahre alt, überlebte knapp, trug aber einen Lungenschaden davon, der nur langsam auskuriert werden kann. Torben, 2, ein kleiner Junge aus Vreden hatte weniger Glück. Er saugte am Docht einer Öllampe und kam ebenfalls ins Krankenhaus. "Wir haben gedacht, den nehmen wir wieder nachhause", sagte sein Vater Reinhard Lansing gegenüber stern TV. Aber nach zwei Tagen war Torben tot.

Vorsicht vor paraffinhaltigen, dünnflüssigen Ölen - Kinder können daran sterben© stern TV
Das Berliner Bundesamt für Risikobewertung (BfR) fordert seit Jahren ein Verbot von Lampenölen mit dünnflüssigem, paraffinhaltigen Öl. Tatsächlich wurden die bunten und parfümierten Varianten 1999 vom Markt genommen, weil die Gefahr zu groß war, sie mit Saft oder Limonade zu verwechseln. Klare, durchsichtige paraffinhaltige Öle sind aber nach wie vor im Handel - als Lampenöle, für Fackeln oder auch in Form von Grillanzündern. Sie sind erkennbar an dem Symbol für Gift, dem Andreaskreuz, das auf dem Etikett abgedruckt ist - wenn die Flasche ordnungsgemäß gekennzeichnet wurde.
Dr. Axel Hahn, Leiter der Erfassungsstelle im BfR, erklärte gegenüber Günther Jauch, dass ein Verbot der klaren Öle Sache der Europäischen Union sei. Und dort steckt die Angelegenheit seit Jahren im Instanzenweg fest. Deswegen bleibt Eltern vorerst nur eins: Sie müssen die gefährlichen Chemikalien selbst aussortieren.
So schützen Sie Ihre Kinder stern TV hat für Sie die wichtigsten Sicherheitsregeln zusammengestellt und alle Notfalladressen, falls doch etwas passiert. Lesen Sie den großen Sicherheitscheck.