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25. November 2005, 18:30 Uhr

Nach der Crash-Test-Panne: Lügen und andere Reaktionen

Der stern TV-Film über den misslungenen Crash-Test mit der Mercedes S-Klasse hat hohe Wellen geschlagen. DaimlerChrysler und ein Auto-Bild-Testfahrer hatten falsche Angaben über die Bedingungen der Versuchsfahrt gemacht. Der Reporter der Auto-Bild wurde inzwischen entlassen.

Zoom

Versuchsfahrt im Freien: Die S-Klasse bremst im Test rechtzeitig.© stern TV

Wie zuverlässig ist das Abstands-Radarsystem der neuen Mercedes-S-Klasse? stern TV hatte Bilder einer Versuchsfahrt gezeigt, die mit einem Unfall endete.

Ein Reporter der Zeitschrift Auto-Bild hatte als Testfahrer nicht rechtzeitig bremsen können, danach aber vor laufender Kamera behauptet, die Elektronik des Wagens habe einwandfrei funktioniert. Wenig später stellte sich heraus: Der Auto-Bild-Reporter hatte gelogen - und Vertreter von DaimlerChrysler hatten dem Team von stern TV verheimlicht, dass das Radarsystem des Wagens in der Testhalle nicht zuverlässig funktioniert.

Auto-Bild-Reporter entlassen

Die offizielle Begründung: Im Boden und an den Wänden der Halle sei zu viel Metall enthalten, dass die Radarstrahlen ablenke. Nur in 40 Prozent der Fälle hätte das System Alarm gegeben, sagte Ulrich Mellinghoff, der Leiter Aktive Sicherheit bei DaimlerChrysler. Deswegen sei auf dem Boden der Halle ein Brett als "mechanisches" Bremssignal angebracht worden, um den Testfahrer von Autobild nicht zu gefährden.

stern TV war darüber vorab nicht informiert. Die Berichte über die offenkundigen Lügen, die die Kameras und Mikrophone dokumentiert hatten, sorgten in den Medien für Schlagzeilen. Am Wochenende trennte sich Auto-Bild von ihrem Reporter. Peter Felske, Chefredakteur der Zeitschrift, sah die Glaubwürdigkeit seines Blattes durch den Mitarbeiter "in hohem Maße" beschädigt, wies aber den Eindruck zurück, es habe Absprachen seines Blattes mit Mercedes gegeben.

stern TV unternahm derweil einen erneuten Test: Diesmal sollte das Sicherheitssystem der S-Klasse im Freien überprüft werden. Zwei unabhängige Testfahrer fuhren auf ein so genanntes weiches Hindernis zu: auf einen Styroporklotz mit einem Metallkern. Ergebnis: Bei jeder der insgesamt 16 Testfahrten funktionierte das Mercedes-Bremssystem einwandfrei. Die im Auto installierten Kameras und Mikrophone nahmen das elektronische Warnsignal auf, und die S-Klasse kam jedes Mal rechtzeitig vor dem Hindernis zum Stehen.

Video-Streams Hier sehen Sie den stern TV-Film über die Crash-Test-Panne bei Mercedes-Benz:
www.sterntv.de/crashtest
Hier sehen Sie den Film über die Reaktionen auf den stern TV-Bericht:
www.sterntv.de/reaktionen

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