Peter Krämer ist ein glühender Verfechter der Reichensteuer. Damit schneidet er sich womöglich ins eigene Fleisch, denn der Hamburger ist ein Multimillionär. Warum Krämer unbedingt mehr Steuer zahlen will, erklärte er bei stern TV.

Plädiert für die Reichensteuer: Peter Krämer© stern TV
Ich, ich, ich: Das ist momentan die Haltung in Deutschland", meint Krämer. "Wir müssen endlich wieder eine Wir-Gesellschaft werden." Dafür will der Hamburger Reeder, der mehrere Firmen und Tankschiffe besitzt, mit gutem Beispiel voran gehen. Krämer fordert höhere Belastungen für Wohlhabende, vor allem über Erbschafts-, Grund-, Vermögens- und Schenkungssteuern.
"Es kann nicht sein, dass über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer nachgedacht wird, ohne die Reichen stärker zu belasten", meint Krämer. Er findet es gerechter, wenn die zehn Prozent Reichsten des Landes die Haushaltslöcher des Bundes stopfen würden.
Wie hoch die einzelnen Steuersätze dafür sein müssten, hat Krämer nicht ausgerechnet. Das überlässt er lieber den zuständigen Ministerien. Aber der Hamburger geht von 38 Milliarden Euro Mehreinnahmen aus, wenn die entsprechenden Abgaben in Deutschland dem Niveau Großbritanniens oder der USA angepasst werden würden.
Die deutschen Vermögenssteuern sind nämlich vergleichsweise moderat. "Deutschland besteuert Vermögen relativ niedrig im Vergleich zu anderen Ländern", sagt Dr. Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. "In Großbritannien, in den USA und in vielen angelsächsischen Ländern sind die Grundsteuern sehr bedeutend als Einnahmequelle der Kommunen und Länder und auch die Erbschaftssteuer hat dort eine wesentlich größere Bedeutung."
Auch wenn sich die Steuersysteme nicht ohne Weiteres vergleichen lassen, ist Krämer fest davon überzeugt, dass den Vermögenden Mehrabgaben zumindest nicht weh täten. Dagegen sei eine Mehrwertsteuererhöhung, die alle gleichermaßen treffen würde, aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll: "Diese Maßnahme würde das zarte Pflänzchen der Konjunktur wieder kaputt machen."
Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat Krämer gemeinsam mit anderen Reichen und Prominenten wie Günter Grass einen offenen Brief in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und in der "Bild" veröffentlicht. In ihm richtete er an Angela Merkel und Franz Müntefering den Appell, seinesgleichen stärker zu besteuern. Geantwortet haben die Politiker noch nicht.