Die EU-Drogenberatungsstelle schätzt, dass etwa 1,6 Prozent der 15- bis 34-Jährigen in Deutschland Kokain konsumieren. Doch wie hoch ist der Kokain-Konsum in unserem Land wirklich?
Kokain ist längst keine Lifestyle-Droge der oberen Zehntausend mehr: Weil der Stoff immer weniger kostet, wird er vor allem von Jüngeren zum "Ausprobieren" konsumiert. Aktuelle Drogenberichte der Behörden zeigen: Die Zahl der Koks-Konsumenten bleibt konstant.
Gemeinsam mit Fritz Sörgel vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg bei Nürnberg hat stern TV nach Kokainspuren im Abwasser gesucht: Dazu haben wir Proben aus einer Kläranlage in Frankfurt und einer Anlage im ländlichen Raum entnommen. Hier sind die Ergebnisse und alle wichtigen Informationen zur Droge.
Das Frankfurter Klärwerk hat einen Einzugsbereich von 780.000 Menschen. Im Klärwasser wurden Spuren von 227 Kilogramm Kokain pro Jahr gefunden. Das bedeutet, dass pro 1000 Einwohner 11,9 Lines von je 0,2 Gramm Kokain täglich konsumiert werden.
Berücksichtigt wurden nur die Einwohner zwischen 15 und 65 Jahren. Die vielen Pendler, die täglich zum Arbeiten nach Frankfurt kommen, wurden dagegen nicht berücksichtigt.
Die Kläranlage auf dem Land, deren Abwasser wir untersucht haben, hat einen Einzugsbereich von 23.500 Einwohnern. Im Klärwasser fanden wir Spuren von 0,7 Kilogramm Kokain. Pro 1000 Einwohner werden 1,2 Lines von 0,2 Gramm Kokain täglich konsumiert.
Bei den Abwassertests handelt es sich um eine Stichprobe. Aber: Unsere Ergebnisse entsprechen in etwa dem, was Experten bisher geschätzt haben. Aussagekräftige Ergebnisse bekommt man nur, wenn regelmäßig Abwasserproben aus allen Klärwerken Deutschlands entnommen werden.
Bislang stammen Zahlen zum Kokainkonsum aus Befragungen von Konsumenten, klinischen Untersuchungen und der Menge an beschlagnahmter Ware.
Fritz Sörgel sucht im Klarwasser nach Benzoylecgonin. Das ist ein Abbauprodukt, das beim Kokainkonsum im Körper entsteht. Mit dem Urin wird es ausgeschieden. Durch die Abwasserproben aus Kläranlagen kann die gefundene Menge des Abbauprodukts einem Einzugsgebiet zugewiesen werden.
Kokain kann auch auf Geldscheinen nachgewiesen werden. Die Droge wird nämlich in den meisten Fällen mit zusammen gerollten Scheinen in die Nase eingezogen. Weil Geldscheine durch viele Hände gehen und sich so Schweiß und Fett an ihnen sammelt, bleibt Kokain an ihnen kleben.
Fritz Sörgel geht davon aus, dass sich an etwa 19 von 20 Scheinen Kokainspuren nachweisen lassen. Untersucht man die Menge, die an den Scheinen klebt, liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz acht. Spanien liegt auf Platz eins in Europa: Dort fanden die Forscher an Geldscheinen über 30 Mal höhere Rauschgiftspuren als in Deutschland.
Kokain ist eine Droge, die aus den Blättern des Coca-Strauchs hergestellt wird. In den Blättern ist etwa ein Prozent Kokain enthalten. Aus ihnen wird durch ein chemisches Verfahren Kokainhydrochlorid gewonnen: Ein weißes, kristallines Pulver.
Die Droge wird in den meisten fällen "gesnieft", also durch die Nase eingezogen. Das machen viele Konsumenten mit Geldscheinen. Außerdem wird Kokain geraucht oder intravenös gespritzt.
Nach dem Konsum der Droge werden körpereigene Stoffe ausgeschüttet – so genannte Neurotransmitter. Dadurch wird das zentrale Nervensystem stimuliert. Das führt bei den Konsumenten zu steigender Wachheit und einer euphorischen Stimmung. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, soziale und sexuelle Hemmungen werden gesenkt. Puls, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Blutdruck der Konsumenten steigen an.
Insgesamt wird der Körper beim Kokainkonsum auf eine höhere Leistungsfähigkeit eingestellt. Die Droge liefert dem Körper aber keine neue Energie - sondern verbraucht Kraftreserven. Das kann sich durch Herzklopfen, Bluthochdruck, gesteigerte Aggressivität, Krampfanfälle, Verwirrtheit oder Wahnvorstellungen bemerkbar machen. In einigen Fällen führt der Kokainkonsum zu Kreislaufversagen oder einem Herzinfarkt. Auch ein Kokainschock kann auftreten: Die Gefäße des Konsumenten erweitern sich dabei, der Blutdruck fällt ab. Anzeichen können Blässe, kalter Schweiß und Atemnot sein. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, kann ein solcher Schock tödlich enden.
Wenn die Euphorie etwa 20 bis 60 Minuten nach dem Konsum abklingt, können viele negative Effekte auftreten. Und: Je intensiver der Konsum, desto härter die Folgen. Häufig verfällt der Konsument in eine ängstlich-paranoide Stimmung, ist niedergeschlagen und erschöpft. Auch Angstzustände, Schuldgefühle, Selbstvorwürfe und Suizidgedanken können auftreten.
Ja. Dadurch, dass die Energie des Körpers "verbraucht" wird, können gefährliche körperliche Folgen auftreten: Bei einem so genannten Kokainschock erweitern sich die Gefäße des Konsumenten, der Blutdruck fällt ab. Anzeichen können Blässe, kalter Schweiß und Atemnot sein. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, kann ein solcher Schock tödlich enden. Weitere körperliche Folgen: Atemversagen, Herzinfarkt, Krampfanfälle, gesteigerte Aggressivität, Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, Herzklopfen oder Bluthochdruck. Hinzu kommt die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.
Ja, die Droge hat ein hohes Abhängigkeitspotential. Zwar erzeugt Kokain keine körperlichen Entzugssymptome, jedoch tritt häufig eine psychische Abhängigkeit auf. Besonders gefährdet sind Menschen, die Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben und gerne stärker, besser oder selbstbewusster sein würden. Grundsätzlich kann allerdings jeder abhängig werden. Die Behandlung einer psychischen Abhängigkeit kann Jahre dauern.
hallo
mag sein das koks am geld hängt..aber diese tests aus der sende ..unrealistisch finde ich das eine stadt mehr hat als ne andere...das geld wird doch sortiert in banken und immer wieder woanders hingeschickt es bleibt nie das selbe geld in einer stadt..deshalb sind die tests unlogisch wer mehr kokst und wer nich
Viel schlimmer als die Sache mit dem Koks auf der Kohle: die Kokser stecken die Scheine in die Nase...wieviele kleine, gemeine Schweinegrippe-Viren hängen wohl da dran ??