Diese Studie sorgt für Empörung: Die Hartz-IV-Regelsätze für Arbeitslose seien zu hoch, zur Existenzsicherung jedenfalls reiche ein Betrag zwischen 132 und 278 Euro pro Monat, rechnen Wirtschaftswissenschaftler der TU Chemnitz vor. Kommt man mit 4 Euro pro Tag über die Runden?

Vier Euro pro Tag: Kommt man damit hin?© Colourbox
Nach Berechnungen der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen und Christian Fischer reicht zur Existenzsicherung ein Betrag von monatlich 132 Euro aus - wenn man die niedrigsten Preise der benötigten Produkte berücksichtigt. Tabu sind dabei Alkohol und Tabak. Für Freizeit, Unterhaltung und Kultur werden lediglich 1 Euro, für Kommunikation 2 Euro veranschlagt. Maximal gerechtfertigt wären 278 Euro, heißt es in der Studie, die in der "Zeitschrift für Wirtschaftspolitik" veröffentlicht wurde.
Wirtschaftsexperte Thießen sagte der Nachrichtenagentur AP, die Studie habe Defizite des Sozialsystems deutlich werden lassen. "Es wird noch zu wenig getan, um den Menschen zu Arbeit zu verhelfen." Ein Leben in Würde hänge aber weniger von Geldleistungen ab als von der Möglichkeit, sich einzubringen und etwas zu leisten.
Die Mehrheit der sternTV.de-User hingegen glaubt, dass sogar der aktuelle Hartz-IV-Regelsatz schon zu niedrig sei: 71 Prozent meinen, 351 Euro pro Monat reichten nicht aus (Stand nach 7500 Abstimmungen, siehe Umfrage links).
Die Wirtschaftswissenschaftler schreiben in ihrem Papier: "Die Studie kommt bei allen Unsicherheiten, die derartigen Studien immer zugrunde liegen, zu dem Ergebnis, dass die tatsächlich gewährten geldlichen Sozialleistungen leicht oberhalb des Rahmens liegen, der durch die festgelegten Ziele der sozialen Mindestsicherung abgedeckt wird." Den Autoren ist es jedoch wichtig zu betonen, dass sie aus ihren Ergebnissen keine Konsequenzen ableiten.
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